FFP2-Maske am Haken | dpa

Staatsanwaltschaft München Beschuldigter in Maskenaffäre verhaftet

Stand: 25.03.2021 15:28 Uhr

In der Maskenaffäre ist ein erster Beschuldigter verhaftet worden. Laut Staatsanwaltschaft geht es nicht um die Politiker Nüßlein oder Sauter. Auch im Fall des Ex-CDU-Abgeordneten Hauptmann sind die Ermittler aktiv geworden.

In der Affäre um Geschäfte mit Corona-Schutzmasken hat die Münchner Generalstaatsanwaltschaft einen ersten Beschuldigten in Untersuchungshaft genommen. Gleichzeitig begann sie damit, Teile des Vermögens der Beschuldigten sicherzustellen. Den Namen des Verhafteten nannten die Ermittler nicht.

Im Zuge der sogenannten Maskenaffäre ermitteln die Behörden unter anderem gegen Bayerns Ex-Justizminister Alfred Sauter (CSU) sowie den mittlerweile aus der CSU ausgetretenen Bundestagsabgeordneten Georg Nüßlein. Es geht um den Verdacht, dass sich die Politiker dafür bezahlen ließen, Verträge für Atemschutzmasken an die öffentliche Hand zu vermitteln. Beide weisen die Vorwürfe bislang zurück.

Wie ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft sagte, richtet sich der nun vollstreckte Haftbefehl nicht gegen Sauter oder Nüßlein. Die drei weiteren Beschuldigten in dem Verfahren sind zwei Geschäftsleute und ein Steuerberater. Der übliche Haftgrund in solchen Verfahren ist die sogenannte Flucht- und Verdunklungsgefahr.

Thüringer Generalstaatsanwaltschaft ermittelt

Auch in Thüringen erhärtet sich offenbar der Verdacht gegen den CDU-Abgeordneten Mark Hauptmann. Die Generalstaatsanwaltschaft Thüringen leitete die Ermittlungen wegen des Verdachts auf Bestechlichkeit im Zusammenhang mit Maskengeschäften ein. Im Zuge dessen wurden auch Wohnräume des Beschuldigten, sein Bundestagsbüro und mehrere CDU-Kreisgeschäftsstellen in Südthüringen durchsucht.

Hauptmann soll von einer Firma Provisionszahlungen eingefordert haben. Über eine von ihm gegründete Gesellschaft habe er für seine Vermittlungstätigkeit einen hohen sechsstelligen Euro-Betrag in Rechnung gestellt. Belege dafür, dass dieses Geld tatsächlich auch geflossen ist, liegen der Generalstaatsanwaltschaft offenbar vor. Auch gegen die Firma selbst wird ermittelt.

Hauptmann hatte bereits vor zwei Wochen sein CDU-Bundestagsmandat niedergelegt, weil gegen ihn auch wegen Bestechlichkeit im Zusammenhang mit der Aserbaidschan-Affäre ermittelt wird. Hauptmann bestreitet die Vorwürfe.

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell am 25. März 2021 um 15:00 Uhr in den Nachrichten.