Eier an einem Kranz vor einem Kirchturm | Bildquelle: dpa

Mahnung an Karfreitag Für Glaubensfreiheit in aller Welt

Stand: 14.04.2017 15:55 Uhr

Kardinal Marx hat die führenden Vertreter der Weltreligionen dazu aufgerufen, für Glaubensfreiheit einzutreten. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bedford-Strohm, erinnerte an die Bedeutung der stillen Tage in der Osterzeit.

Bei der Karfreitagsprozession in München hat Kardinal Reinhard Marx zur Religionsfreiheit aufgerufen. Die führenden Vertreter der Religionen müssten gemeinsam für die Religionsfreiheit aller Menschen eintreten, sagte der katholische Bischof.

Vielen Christen überall auf der Welt sei es nicht möglich, öffentlich ihren Glauben zu leben, weil sie in ihrer Religionsausübung behindert oder verfolgt werden. "Dies gilt besonders in vielen Ländern, die vom Islam geprägt sind", sagte der Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz und Erzbischof von München und Freising laut Redemanuskript. Es könne keinen Frieden zwischen den Religionen geben, wenn nicht alle Menschen ihren Glauben praktizieren könnten.

Marx erinnerte an den jüngsten Terroranschlag auf koptische Christen und begrüßte in diesem Zusammenhang die geplante Reise von Papst Franziskus nach Ägypten: "Deshalb ist es gut, dass der Heilige Vater Ende April nach Kairo reist, um auch mit Vertretern des Islam über den Frieden zu sprechen."

Karfreitagsliturgie mit Kardinal Marx im Münchner Liebfrauendom
tagesschau 12:05 Uhr, 14.04.2017

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Erinnerung an Reformation

Marx ging auch auf den 500. Jahrestag der Reformation ein: Die Christen sollten zeigen, dass diese geschichtliche Erfahrung der Spaltung der Kirche nicht dazu führen müsse, auch heute noch gegeneinander zu stehen, sagte Marx. Die Christen sollten gemeinsam in diesem Land für Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung eintreten.

An der traditionellen Karfreitagsprozession "Kreuzweg der Völker" beteiligten sich den Angaben zufolge Katholiken aus mehr als 20 unterschiedlichen Volks- und Sprachgruppen. Diese Menschen wüssten aus eigener Erfahrung, welche Schwierigkeiten mit Migration, mit Auswanderung und Einwanderung verbunden seien, sagte Marx. Integration sei keine Einbahnstraße, sondern gründe auf dem Respekt vor dem Anderen und der Anerkennung der Grundlagen des Zusammenlebens. Dafür sei das Grundgesetz der gemeinsame Rahmen.

Evangelische Kirche gegen Hass und Ausgrenzung

"Ostern will uns Mut machen", erklärte Heinrich Bedford-Strohm, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland in in München. Die Osterbotschaft könne helfen, "mit neuem Vertrauen in die Zukunft zu schauen". Ermutigung sei in diesen stillen Tagen besonders wichtig, betonte der bayerische Landesbischof mit Blick auf Giftgasopfer in Syrien, Terroranschläge auf Kirchen in Ägypten oder private Katastrophen in Familien durch Krankheit und Tod: "Sagt allen Menschen, dass am Ende nicht Hass und Tod siegen werden, sondern das Leben."

Heinrich Bedford-Strohm
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EKD-Ratsvorsitzender Heinrich Bedford-Strohm: "Ostern will Mut machen"

Kardinal Marx | Bildquelle: dpa
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Kardinal Reinhard Marx ruft zur Religionsfreiheit auf.

Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung regte anlässlich des Karfreitags an, selbstkritisch über Ausgrenzung und Gewalt nachzudenken. "Wer auf das Kreuz schaut, ist gefordert, auch über sich selbst und seinen Beitrag zur Gewalt in dieser Welt nachzudenken", sagte Jung in Darmstadt. Der Tod Jesu Christi am Kreuz mache darauf aufmerksam, dass Menschen bis heute aneinander schuldig würden, indem sie andere Menschen hassen und zum Hass anstacheln.

Inszenierung Christis Leidensweg in Rom

Am Nachmittag feierte Papst Franziskus mit Hunderten Gläubigen im Petersdom in Rom die Karfreitagsliturgie. Am Abend zelebriert er gemeinsam mit den Gläubigen den Kreuzweg am Kolosseum. Der Kreuzweg an dem antiken Amphitheater gehört zu den berühmtesten Osterprozessionen. 14 Stationen inszenieren den Leidensweg von Jesus.

An jeder einzelnen finden Meditationen statt. Der Kreuzweg beginnt mit der Verurteilung von Jesus zum Tode, gefolgt von dem Moment, als er von seinem Jünger Petrus laut christlicher Überlieferung verleugnet wird. Die "Via Crucis" endet mit Jesus im Grab. Im Anschluss an die Prozession hält der Papst eine Ansprache.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 14. April 2017 um 12:05 Uhr.

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