Airbus NH90 Sea Lion Hubschrauber | Bildquelle: dpa

Mangelhafte Unterlagen Neuer Marine-Hubschrauber bleibt am Boden

Stand: 27.11.2019 17:36 Uhr

Die Serie der Pannen bei Flugzeugen und Hubschraubern der Bundeswehr reißt nicht ab. Der neu ausgelieferte Marine-Hubschrauber darf vorerst nicht starten, weil die Bedienungsanleitung mangelhaft ist.

Der an die Bundeswehr ausgelieferte Marine-Hubschrauber vom Typ Airbus NH90 "Sea Lion" bleibt vorerst am Boden. Das Verteidigungsministerium teilte mit, bei der Wartung seien in der sogenannten technischen Dokumentation an 150 Stellen "Unregelmäßigkeiten" festgestellt worden. "In der Summe handelt es sich um erhebliche Fehler, die einen sicheren Flugbetrieb des Hubschraubers nicht erlauben." Als Beispiel nannte die Bundeswehr fehlende Angaben dazu, mit welchem Fett bewegliche Bauteile des Hubschraubers geschmiert werden sollten. Auch bleibe offen, wie oft dies geschehen müsse.

Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer | Bildquelle: HAYOUNG JEON/EPA-EFE/REX
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An sich sei der der Hubschrauber flugfähig, sagt Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer sagte im Bundestag, technisch sei der "Sea Lion" an sich zwar flugfähig, aber die Handbücher gewährleisteten in ihrer aktuellen Version keine ordentliche Wartung.

"Flugbetrieb nicht zu verantworten"

Airbus hatte den ersten Helikopter am 24. Oktober übergeben. Insgesamt hat die Bundeswehr 18 Maschinen dieses Typs bestellt. Man sei zwar weiterhin grundsäzlich von der Leistungsfähigkeit des Hubschraubers überzeugt, hieß es. Aber aufgrund der unzureichenden und lückenhaften technischen Dokumentation könne zum jetzigen Zeitpunkt ein Flugbetrieb durch die Frauen und Männer der Marine nicht verantwortet werden.

Airbus will nachbessern

Airbus hat zugesagt, die Dokumentation schnellstmöglich nachzubessern. Trotz der Verzögerung werde der Hubschrauber wie geplant ab 2023 einsatzbereit sein. Vor zwei Wochen hatte die Bundeswehr die Annahme von zwei neuen Transportflugzeugen des Typs Airbus A400M abgelehnt. Bei Routinekontrollen seien Mängel an den Befestigungsmuttern der Propeller festgestellt worden.

Neuer Marine-Hubschrauber bleibt erstmal am Boden
Nina Barth, ARD Berlin
27.11.2019 21:37 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. November 2019 um 18:00 Uhr.

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