Demonstration der Gewerkschaften zum Tag der Arbeit in Berlin | Bildquelle: dpa

Mai-Kundgebungen Mahnende Worte zum Tag der Arbeit

Stand: 01.05.2019 17:12 Uhr

Traditionell mobilisieren die Gewerkschaften zum Tag der Arbeit. Auch heute kamen Zehntausende Menschen zu Kundgebungen. In den Reden wurde eindringlich vor Tarifflucht gewarnt und für ein sozialeres Europa geworben.

Zehntausende Menschen in Deutschland haben an den traditionellen Kundgebungen zum 1. Mai teilgenommen. Die Gewerkschaften hatten wieder bundesweit zu Demonstrationen zum Tag der Arbeit aufgerufen. In diesem Jahr standen die Angleichung der Lebensbedingungen in Ost und West, das Thema Tarifbindung und die EU im Mittelpunkt.

Gewerkschaften warnen bei Mai-Kundgebungen vor Tarifflucht
tagesthemen 22:15 Uhr, 01.05.2019, Iris Völlnagel, MDR

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Ost und West noch immer ungleich

Die zentrale Mai-Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) fand in Leipzig statt - mit rund 4000 Teilnehmern, wie es von der Gewerkschaft hieß. DGB-Chef Reiner Hoffmann kritisierte dort, dass ostdeutsche Arbeitnehmer bei gleicher Leistung "immer noch länger schuften müssen". Auch 30 Jahre nach der Wiedervereinigung sei es deshalb noch immer nicht gelungen, gleichwertige Lebensverhältnisse herzustellen. Der Kampf um die 35-Stunden-Woche "muss auch hier im Osten gewonnen werden", sagte Hoffmann auf dem Leipziger Markt. Auch die Angleichung der Rente müsse schneller gehen.

Die Lohnlücke bleibt

Der DGB-Chef warnte auch vor zunehmender Tarifflucht. Zwar sei die Lohnlücke zwischen Ost und West in den Unternehmen mit Tarifbindung nahezu geschlossen, erklärte Hoffmann. "Zur Wirklichkeit in den ostdeutschen Ländern gehört es aber auch, dass nur noch 44 Prozent der Beschäftigten unter den Schutz von Tarifverträgen fallen." Allerdings seien es im Westen auch nur 57 Prozent. "Wir werden es nicht hinnehmen, dass die Kapitalisten nahezu täglich Tarifflucht betreiben", sagte Hoffmann.

DGB-Vorsitzender Reiner Hoffmann während seiner Rede in Leipzig | Bildquelle: dpa
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Ostdeutsche müssten bei gleicher Leistung "immer noch länger schuften", kritisierte DGB-Chef Reiner Hoffmann.

Politik zum Handeln aufgefordert

Auch ver.di-Chef Frank Bsirske forderte zum Tag der Arbeit eine Stärkung der Tarifbindung. Er verlangte, dass öffentliche Aufträge künftig nur noch an tarifgebundene Unternehmen vergeben werden. "Hier sind nicht nur Gewerkschaften gefragt, sondern auch die Politik", sagte Bsirske in Hamburg. Dort kamen zur Mai-Kundgebung der Gewerkschaften laut Polizei rund 7000 Menschen zusammen.

Bsirske rief außerdem dazu auf, sich an der Europawahl zu beteiligen. Sie sei "in diesem Jahr richtungsweisend". Klimawandel, Finanzkrisen, Flüchtlingsbewegungen, Terrorismus und internationale Handelskonflikte erfordern nach seinen Worten ein "Mehr an Zusammenarbeit". Vom DGB-Vorsitzenden hieß es dazu, notwendig sei ein "sozialeres Europa", das "für bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen sorgt".

Kati Obermann, MDR, zur Kundgebung des Gewerkschaftsbundes in Leipzig
tagesschau24 12:00 Uhr, 01.05.2019

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Tausende Teilnehmer allein in Berlin

Der DGB hatte seine Mai-Kundgebungen wegen der anstehenden Europawahl am 26. Mai unter das zusätzliche Motto "Europa. Jetzt aber richtig!" gestellt. In Berlin kamen nach Gewerkschaftsangaben rund 13.000 Menschen zur Demonstration. Im vergangenen Jahr waren es laut DGB rund 14.000 Teilnehmer.

Tausende Menschen nehmen an der Demonstration der Gewerkschaften zum Tag der Arbeit in Berlin teil. | Bildquelle: dpa
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Tausende Menschen sind dem Aufruf des DGB gefolgt und in Berlin auf die Straße gegangen.

"Die Schere geht immer weiter auf"

Die Gewerkschaften in Bayern kritisierten die wachsende Ungleichheit. "Ein Großteil des Reichtums liegt in den Händen einer kleinen Minderheit", sagte der bayerische DGB-Vorsitzende Matthias Jena in München. Diese Minderheit von einem Prozent besitze hierzulande genauso viel Vermögen wie 88 Prozent der Bevölkerung - und die Schere gehe immer weiter auf. In Nürnberg gab es eine Kundgebung der IG Metall.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 01. Mai 2019 um 14:30 Uhr.

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