Ausschreitungen bei einer Demo am Tag der Arbeit in Berlin. | dpa

Veranstaltungen zum 1. Mai Ausschreitungen bei Demo in Berlin

Stand: 01.05.2021 23:42 Uhr

Nach massiven Ausschreitungen ist die "revolutionäre 1.-Mai-Demo" in Berlin von der Polizei beendet worden. Auch in anderen Städten gab es Demonstrationen zum Tag der Arbeit. Bei den meisten blieb es friedlich.

Bei der traditionellen sogenannten revolutionären Demonstration zum 1. Mai ist es am Abend in Berlin zu Ausschreitungen gekommen. Es habe "massive Flaschen- und Steinwürfe" sowie körperliche Angriffe auf Polizeibeamte gegeben, wie die Polizei in der Hauptstadt erklärte. Sie beendete daraufhin um kurz nach 21 Uhr die Veranstaltung offiziell.

Zug wegen Hygieneverstößen gestoppt

Im Stadtteil Neukölln hatten sich am Nachmittag nach Angaben der Polizei etwa 5000 Demonstranten für die zentrale "revolutionäre Demonstration zum 1. Mai" versammelt. Die Organisatoren gaben die Teilnehmerzahl mit mehr als 20.000 an. Mehrere Organisationen und Bündnisse hatten zur Teilnahme aufgerufen, die Polizei war mit einem Großaufgebot von rund 5600 Beamten im Einsatz. Die Demonstration richtete sich unter anderem gegen Rassismus und Kapitalismus sowie die Mietenpolitik.

Jedoch stoppte die Polizei den Zug schon kurz nach dem Start und erklärte, es würden "einzelne Blöcke der Demo polizeilich ausgeschlossen". Grund sei die Nicht-Einhaltung von Hygieneregeln. Reporter des RBB berichteten zwar, dass die Mindestabstände nicht immer eingehalten wurden, die allermeisten Menschen aber Masken trugen. Der Stopp des Zuges führte zudem dazu, dass sich die Menschen auf der Sonnenallee stauten und die Stimmung angespannter wurde. Es flogen Böller und Flaschen auf Beamte, die wiederum Pfefferspray einsetzten und mehrere Menschen festnahmen. Die Veranstalter erklärten, es seien Dutzende Menschen verletzt worden.

Berlins Polizeipräsidentin Barbara Slowik verurteilte die Angriffe auf Polizisten als "inakzeptabel". Allerdings hätten die meisten Demonstranten bewiesen, dass man mit Masken und Abstand demonstrieren könne. Insgesamt habe es 240 Festnahmen gegeben, sagte Slowik.

Demos auch in Frankfurt und Hamburg

Auch in mehreren anderen deutschen Städten gingen trotz der Corona-Pandemie am Tag der Arbeit Zehntausende zu Demonstrationen auf die Straße. Neben den traditionellen Veranstaltungen der Gewerkschaften gab es auch Protestzüge linker und linksextremer Gruppen.

So versammelten sich in Frankfurt am Main nach Angaben der Polizei mindestens 3000 Menschen zu einem "Tag der Wut" auf dem Opernplatz. Von dort zogen sie durch das Bahnhofsviertel. Die Veranstalter hatten den Behörden ursprünglich rund 500 Teilnehmer angekündigt. Es kam zu Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten, wobei die Beamten Schlagstöcke einsetzte und mehrere Menschen festnahm. Ein Polizeisprecher erklärte, mehrere Beamte seien verletzt worden.

Mindestens zwei Demonstranten mussten notärztlich versorgt werden. In sozialen Medien berichteten zahlreiche Demonstranten von einem teils äußerste harten Vorgehen der Polizei. Diese wies allerdings die Darstellung zurück, für den Notarzteinsatz verantwortlich zu sein. Vielmehr habe es sich um medizinische Notfälle bei zwei Männern gehandelt.

Räumpanzer und Wasserwerfer in Hamburg

In Hamburg ging die Polizei ebenfalls gegen eine nicht genehmigte Demonstration von etwa 300 Personen im Schanzenviertel vor. Sie räumte die Straße vor der Roten Flora mit Wasserwerfern, Räumpanzern und Hunderten Beamten. Auch am Hauptbahnhof setzten Beamte etwa 150 Menschen in einer Seitenstraße fest. In der Nähe der Messehallen wurde eine Gruppe von 40 Menschen in Gewahrsam genommen.

Die sonst am 1. Mai in Hamburg üblichen Demonstrationen linker Gruppen waren zuvor aus Gründen des Infektionsschutzes untersagt worden. Aus der linken Szene gibt es massiven Protest gegen die Demo-Verbote, dort fühlt man sich der Versammlungsfreiheit beraubt. 

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 01. Mai 2021 um 20:00 Uhr.