Unkenntlich gemachter Soldat sitzt in einer Umkleide mit Smartphone in der Hand. | Bildquelle: Screenshot Panorama, NDR/ARD

Weitergabe von Unterlagen MAD-Fahnder suspendiert

Stand: 18.06.2020 16:40 Uhr

Ein Mitarbeiter des Militärgeheimdienstes MAD ist suspendiert worden. Ihm wird vorgeworfen, geheime Unterlagen an einen befreundeten KSK-Soldaten weitergegeben zu haben.

Von Michael Götschenberg, ARD-Hauptstadtstudio

Ein Sprecher des Militärischen Abschirmdienstes (MAD) bestätigte dem ARD-Hauptstadtstudio, dass ein Mitarbeiter des MAD suspendiert worden sei. Er habe aus einer laufenden MAD-Operation unberechtigt Informationen mit einem Angehörigen des Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr geteilt. Der MAD ermittelt gegen mehrere KSK-Personen wegen des Verdachts, dass es sich um Rechtsextremisten handelt.

Der MAD betonte, dass die Person im KSK, die die Informationen erhalten habe, selbst nicht unter Verdacht steht, ein Rechtsextremist zu sein. Der MAD-Mitarbeiter war beim Militärischen Abschirmdienst in der Extremismusabwehr beschäftigt, er habe keinen Zugang mehr zum MAD, hieß es.

Es geht um Fotos von Waffen

Nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios verschickte der Mitarbeiter Fotos der Waffen, die vor einem Monat auf dem Grundstück eines KSK-Soldaten in Sachsen gefunden worden waren. Auf dem Grundstück war außerdem Sprengstoff entdeckt worden, darüber hinaus hatte der KSK-Soldat Nazi-Devotionalien in seinem Haus.

Warum der MAD-Mitarbeiter die Fotos weitergeschickt hat, ist unklar. Die Ermittlungen dazu laufen noch. Derzeit deute jedoch nichts darauf hin, so der MAD-Sprecher gegenüber dem ARD-Hauptstadtstudio, dass durch den Informationsabfluss Einfluss auf eine laufende Operation genommen worden sei.

KSK seit Monaten in Schlagzeilen

Das KSK kommt seit Monaten nicht aus den Schlagzeilen. Zuletzt war bekannt geworden, dass ein Hauptmann des KSK einen Brief an Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer geschickt hatte, in dem er die Missstände in der Eliteeinheit angeprangert hatte. In dem Brief war von einer toxischen Verbandskultur im KSK die Rede, von rechtsextremen Tendenzen sowie einer Willkür von Ausbildern und Vorgesetzten.

Davor hatte sich KSK-Kommandeur Markus Kreitmayr mit einem Brief an seinen Verband gewandt, und dazu aufgefordert, zur Aufklärung der Vorwürfe beizutragen.

MAD-Mitarbeiter suspendiert - Infos an KSK-Soldaten weitergegeben
Michael Götschenberg, ARD Berlin
18.06.2020 15:44 Uhr

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Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 18. Juni 2020 um 17:35 Uhr.

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Michael Götschenberg, RBB

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