Bundesaußenminister Heiko Maas äußert sich Mitte Mai 2021 nach einem Treffen mit seinem slowenischen Amtskollegen in Berlin vor Journalisten. | dpa

Atomare Abrüstung Maas fordert weitere Schritte

Stand: 05.07.2021 04:12 Uhr

Außenminister Maas sowie seine Amtskolleginnen aus Spanien und Schweden haben alle Atommächte zur weiteren Abrüstung aufgefordert. Zwar geht die Zahl der Atomwaffen weltweit zurück. Einsatzbereit sind jedoch mehr als noch vor einem Jahr.

Vor einem Treffen zur nuklearen Abrüstung in Madrid haben Außenminister Heiko Maas sowie seine Kolleginnen aus Spanien und Schweden alle Atommächte dazu aufgerufen, ihre Waffenarsenale deutlich zu verringern. "Hierzu könnte zählen, die Rolle von Kernwaffen in ihren Strategien und Doktrinen herabzustufen, das Risiko eines Konflikts und eines versehentlichen Kernwaffeneinsatzes zu senken, die Kernwaffenbestände weiter zu verringern und den Grundstein für eine neue Generation von Rüstungskontrollvereinbarungen zu legen", schrieben Maas, Arancha González Laya und Ann Linde in einem Gastbeitrag für die "Rheinische Post" anlässlich des Treffens der Stockholm Initiative für Nukleare Abrüstung in Madrid.

"Kernwaffentests ein für alle Mal beenden"

"Wir müssen Kernwaffentests ein für alle Mal beenden, indem wir den Vertrag über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen endlich in Kraft setzen", hieß es in dem Beitrag Maas, González und Linde. Zudem müssten die Verhandlungen über einen Vertrag über das Verbot der Herstellung von spaltbarem Material für militärische Zwecke wieder in Gang gebracht und robuste und glaubwürdige Fähigkeiten zur Verifikation nuklearer Abrüstungsschritte aufgebaut werden.

Mehr Atomwaffen einsatzbereit als vor einem Jahr

In der Stockholm Initiative haben sich 16 Länder zusammengeschlossen, um die Reduzierung der Atomwaffen weltweit voranzubringen. Nach dem Treffen zwischen US-Präsident Joe Biden und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin Mitte Juni sind die Hoffnungen auf Fortschritte wieder gewachsen. Die beiden größten Atommächte der Welt hatten Gespräche über nukleare Abrüstung vereinbart.

Führende Friedensforscher sehen Anzeichen für eine beunruhigende Trendwende in den weltweiten Beständen an Atomwaffen. Zwar ging die Gesamtzahl der atomaren Sprengköpfe weiter zurück, wie aus dem Mitte Juni veröffentlichten Jahresbericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI hervorgeht. Nach Schätzungen gibt es davon nun noch etwa 13.080. Allerdings sind mehr Atomwaffen einsatzbereit als noch vor einem Jahr.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 05. Juli 2021 um 08:15 Uhr.