Wolke

Kein Flugverkehr bis Sonntag Eyjafjallajökull zwingt Europa nieder

Stand: 17.04.2010 16:22 Uhr

Tausende Flugpassagiere sitzen fest, doch eine Entspannung der Lage angesichts der Aschewolke ist weiter nicht in Sicht. "Bis mindestens Sonntag um 2 Uhr darf in Deutschland kein Verkehrsflugzeug starten oder landen", sagte eine Sprecherin der Deutschen Flugsicherung (DFS). Es sei wahrscheinlich, dass das Verbot noch weiter verlängert werden müsse. Derzeit liege die Aschewolke relativ flächendeckend über Deutschland. Wann und in welcher Reihenfolge die 16 internationalen Flughäfen in Deutschland wieder freigegeben würden, hänge in den jeweiligen Regionen von Faktoren wie Regen oder Wind ab.

Das Satellitenbild des Deutschen Wetterdienstes zeigt die Aschewolke am 17. April um 15 Uhr. Die orangefarbenen Bereiche bedeuten eine hohe Konzentration von Vulkanasche. (Quelle: EUMETSAT / DWD)
galerie

Das Satellitenbild des Deutschen Wetterdienstes zeigt die Aschewolke am 17. April um 15 Uhr. Die orangefarbenen Bereiche bedeuten eine hohe Konzentration von Vulkanasche.

Das Wetter spielt nicht mit

Die Wetterbedingungen sind derzeit jedoch denkbar ungünstig. Deutschland befinde sich mitten in einem Hochdruckgebiet, das von den Azoren nach Mitteleuropa reiche, sagte Helmut Malewski vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach. Die Aschewolke werde daher weder durch Luftbewegungen verteilt, noch durch Regen ausgewaschen. Nach Angaben eines Geologen der Universität Island hat die Aktivität des Vulkans Eyjafjallajökull zudem an Intensität zugenommen. Wie lange der Ausbruch anhalten werde, könne man derzeit noch nicht sagen.

ARD-Brennpunkt: Vulkanwolke legt Europa lahm
ARD-Brennpunkt, 16.04.2010, ARD-Brennpunkt

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Fast überall in Europa ist die Lage ähnlich

Gletscher-Vulkan Eyjafjalla auf Island stößt riesige Mengen Wasserdampf und Asche aus
galerie

Eine Aschewolke, die ganz Europa lähmt: Der Vulkan Eyjafjallajökull auf Island stößt weiterhin riesige Mengen Wasserdampf und Asche aus.

Von den Problemen ist jedoch nicht nur Deutschland betroffen, die Lage stellt sich in den meisten Teilen Nord- und Mitteleuropas ähnlich dar. Laut der Flugsicherheitsbehörde Eurocontrol finden an einem Samstag normalerweise durchschnittlich 22.000 Flüge in Europa statt. Mehr als zwei Drittel davon fielen nun aus, so die Behörde in Brüssel. Die meisten Flughäfen seien geschlossen. Von dem Chaos im Flugverkehr profitieren die Bahn- und Busunternehmen sowie Mietwagenverleiher. Die Deutsche Bahn teilte mit, alle verfügbaren Züge seien im Einsatz.

Wird nun das Nachtflugverbot aufgehoben?

Doch auch wenn die Vulkan-Aschewolke sich in den kommenden Tagen verziehen sollte, wird es voraussichtlich einige Zeit dauern, bis der Flugverkehr wieder normal läuft. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer warnte, es könne noch zu tagelangen Beeinträchtigungen kommen. Ähnlich äußerte sich der französische Staatssekretär Dominique Bussereau. Man müsse nicht nur die gestrandeten Passagiere befördern. "Es gibt auch das Problem des Umlaufs der Flugzeuge und Besatzungen", sagte Bussereau dem Sender Europe-1.

Angesichts dieser Problematik forderten die deutschen Flughäfen eine befristete Aufhebung des Nachtflugverbots. Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) habe die Behörden gebeten, in den kommenden Tagen die Regelungen der Start- und Landezeiten flexibel zu handhaben, damit im Ausland wartende Passagiere so schnell wie möglich zurückkommen können, sagte der Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbands, Ralph Beisel, in Berlin.

"Chaos schnell beenden"

Ähnlich äußerten sich verschiedene Politiker. Ramsauer sagte, für das Nachtflugverbot seien die Länder zuständig, diese müssten nun schnell reagieren. "Wenn wartenden Passagieren damit geholfen werden kann, sollte das Nachtflugverbot vorübergehend aufgehoben werden", so auch der Verkehrsexperte der CDU/CSU im Bundestag, Dirk Fischer, zur "Bild"-Zeitung. Auch sein FDP-Kollege Patrick Döring forderte, die Aufhebung zu prüfen, "um schnellstmöglich eine Rückkehr zum normalen Flugplan zu ermöglichen".

Eie Opposition schloss sich den Appellen ebenfalls an: "Durch den Vulkanausbruch hat sich im Flugverkehr eine dramatische Situation ergeben", sagte der stellvertretende SPD-Fraktionschef im Bundestag, Florian Pronold. "Wenn die Flugzeuge wieder starten können, muss das Nachtflugverbot vorübergehend aufgehoben werden, um das Chaos schneller wieder zu beenden." Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses im Bundestag, Winfried Hermann von den Grünen, sagte im Deutschlandfunk, die Bundesregierung müsse sich rasch mit der Deutschen Flugsicherung und den Flughafenbetreibern in Verbindung setzen, um die Lage zur normalisieren. Es sei aber unangemessen, diese "Katastrophe" für eine Diskussion zur Aufhebung des Nachtflugverbots zu nutzen.

Die Teilchen aus der Vulkanasche können Flugzeugtriebwerke beschädigen, die Sensoren verstopfen und außerdem behindern sie die Sicht der Piloten. Der Vulkan unter dem Gletscher Eyjafjalla war am Mittwoch zum zweiten Mal innerhalb eines Monats ausgebrochen. In der Folge hatte eine Aschewolke von elf Kilometer Höhe ab Donnerstag große Teile des Flugverkehrs in Nordeuropa lahmgelegt. Seit den Terroranschlägen in den USA vom 11. September 2001 hat kein Ereignis sich so gravierend auf den Luftverkehr ausgewirkt.

Darstellung: