Fenster einer Grundschule sind zum Lüften geöffnet. | Bildquelle: dpa

Schutz vor Corona in Schulen Alle 20 Minuten lüften

Stand: 15.10.2020 10:51 Uhr

Die Schulen sollen offen bleiben - aber wie, wenn bundesweit die Corona-Zahlen steigen? Ein Baustein: regelmäßiges Lüften. Das Umweltbundesamt empfiehlt alle 20 Minuten für etwa fünf Minuten die Fenster weit zu öffnen.

Das Umweltbundesamt (UBA) hat für die Kultusministerkonferenz (KMK) eine Handreichung zum richtigen Lüften in Schulen während der Coronavirus-Pandemie erarbeitet. Sie enthält Empfehlungen von Experten für Innenraumlufthygiene, wie sich mit richtigem Lüften in Schulen das Risiko für Corona-Infektionen reduzieren lässt.

"Kern unserer Empfehlung ist, Klassenräume regelmäßig alle 20 Minuten für etwa fünf Minuten bei weit geöffneten Fenstern zu lüften", so UBA-Präsident Dirk Messner. Können Räume nicht gelüftet werden, sind sie aus Sicht der Experten nicht für den Unterricht geeignet.

Kultusminister beraten über neue Corona-Maßnahmen an Schulen
tagesschau 20:00 Uhr, 15.10.2020, Lucretia Gather, SWR

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AHACL-Regel

Vor kurzem waren die sogenannten AHA-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmasken), mit denen Deutschland bislang vergleichsweise gut durch die Pandemie gekommen war, um ein L für Lüften und ein C für die Corona-Warn-App ergänzt worden. Jetzt gilt also die "AHACL"-Regel.

Die Kultusministerkonferenz hatte daher Ende September das Umweltbundesamt um seine Expertise im Hinblick auf Lüften in Schulen gebeten. Sie wird nun über die Länder an alle Schulen in Deutschland verteilt.

Kein hundertprozentiger Schutz

"Wo viele Menschen auf engem Raum zusammen sind, kann sich das Virus in der Luft anreichern. Lüften ist die einfachste und wirksamste Maßnahme, um Viren aus der Luft in Klassenzimmern zu entfernen", stellte UBA-Präsident Messner fest. Die Handreichung des UBA solle den Schulen helfen, richtig und möglichst effektiv zu lüften. Aber: "Einen hundertprozentigen Schutz bietet Lüften natürlich nicht. Auch die weiteren Hygienemaßnahmen gemäß den Vorgaben der Länder sind und bleiben wichtig und sollten im Schulalltag beachtet werden", mahnte Messner.

In der Handreichung heißt es, dass neben dem 20-minütlichen Lüften auch in jeder Unterrichtspause gelüftet werden sollte. Dafür sollten alle Fenster weit geöffnet werden - zum sogenannten Stoßlüften. Nur ein Fenster teilweise zu öffnen oder die Fenster zu kippen, reiche nicht aus. Ideal sei das sogenannte Querlüften, wenn Fenster auf gegenüberliegenden Seiten von Räumen geöffnet werden können.

Lüften auch gut für die Konzentration

Im Herbst und Winter regelmäßig mit offenen Fenstern im Klassenzimmer sitzen: Manch einem Schüler fröstelt es vermutlichen bei diesen Empfehlungen. Das UBA versichert aber: Sowohl beim Stoßlüften wie beim Querlüften sinke die Temperatur im Raum nur um wenige Grad ab; wer schnell friere, könne für die Zeit kurz einen Pullover überstreifen. Nach dem Schließen der Fenster steige die Raumtemperatur rasch wieder an.

Laut den Experten des UBA hat das Lüften in Schulen neben einer geringeren Ansteckungsgefahr durch Aerosole noch andere Vorteile: Auch CO2, Feuchte und chemische Stoffe würden effektiv aus der Luft entfernt. CO2 kann bei zu hoher Konzentration im Innenraum müde machen und zu Konzentrationsschwächen führen. Zuviel Feuchte begünstigt Schimmel.

Die KMK-Präsidentin und rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig begrüßte die Empfehlungen. Sie böten Handlungssicherheit für alle Beteiligten an Schulen.

Über dieses Thema berichtete B5-aktuell am 15. Oktober 2020 um 11:34 Uhr.

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