Ein Luchs streift durch den Wald | Bildquelle: www.imago-images.de

Bundesamt für Naturschutz Mehr Luchse in den Wäldern

Stand: 05.06.2019 17:42 Uhr

Wegen ihres Pelzes wurden Luchse gnadenlos verfolgt, sie galten in Deutschland als ausgerottet. Jetzt sind sie wieder vermehrt zurück und streifen durch die Wälder. Die Situation der Wildkatzen ist aber immer noch kritisch.

In Deutschland sind wieder mehr wildlebende Luchse unterwegs. 135 Tiere wurden im vergangenen Jahr gezählt. Das hat das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mitgeteilt. Mindestens so viele streiften also durch die Wälder. Im Vorjahr meldete das Amt noch 114 Tiere.

Der Anstieg ist laut BfN vor allem auf ein Auswilderungsprojekt in Rheinland-Pfalz zurückzuführen. Dort wiesen die Luchsbeauftragten erstmals zwei Jungtiere nach.

Ein Luchs mit drei Jungtieren | Bildquelle: imago/blickwinkel
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Luchse zeugen wenig Nachwuchs - die Katzen brauchen hierfür mehr Ruhe und größere Rückzugsräume.

Außerdem gibt es in Deutschland zwei größere Vorkommen: Eine Population lebt in Ostbayern, eine zweite findet sich vom Harz bis nach Nordhessen und Nordrhein-Westfalen. Die Beobachter wiesen 43 Jungtiere und 85 ältere Luchse nach, bei sieben Tieren konnten sie das Alter nicht bestimmen.

Einzelne Luchsmännchen sind - den Experten zufolge - in Hessen, Baden-Württemberg, Brandenburg, Sachsen und Thüringen unterwegs. Hier fehlen meistens die Weibchen, die laut BfN größere Distanzen und insbesondere ungeeignete Lebensräume meiden.

Kritische Lebensbedingungen

Es sei aber weiterhin kritisch, die Tiere zu erhalten, sagt BfN-Präsidentin Beate Jessel. "Vor allem durch die Zerschneidung von Lebensräumen und durch illegale Tötungen ist die Art hierzulande nach wie vor stark gefährdet."

Außerdem zeugten die Luchse wenig Nachwuchs. Die Katzen bräuchten hierfür mehr Ruhe und größere Rückzugsräume. Die Umweltorganisation WWF kritisierte deshalb die Zerschneidung der Lebensräume durch Siedlungen, Industriegebiete und Straßen.

Todesursache Straßenverkehr

Bei 20 Weibchen konnten die Beobachter im vergangenen Monitoringjahr Nachwuchs feststellen - elf Muttertiere wurden im Harz nachgewiesen, acht im Bayerischen Wald und eines im Pfälzer Wald. Die Haupttodesursache für Luchse war der Straßenverkehr.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) fordert größere Anstrengungen für den Erhalt. Es müssten unter anderem mehr Querungshilfen über Straßen geschaffen werden, illegale Tötungen seien konsequent zu verfolgen.

Der Eurasische Luchs ist in Deutschland streng geschützt und war lange ausgerottet. Die Tiere gelten als stark gefährdet und kommen nach Informationen des BfN entweder aus Wiederansiedlungsprojekten oder sind aus Nachbarländern zugewandert. Luchse ernähren sich hauptsächlich von Rehen.

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell Radio am 05. Juni 2019 um 19:30 Uhr.

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