Nikolas Löbel | picture alliance/dpa

Vorwurf der Untreue Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Löbel

Stand: 31.03.2021 12:48 Uhr

Vor gut drei Wochen verabschiedete sich Nikolas Löbel wegen der Affäre um Corona-Schutzmasken aus dem politischen Geschäft. Jetzt schaltet sich die Justiz in anderer Sache ein. Ihm wird unter anderem Untreue vorgeworfen.

Die Staatsanwaltschaft Mannheim hat gegen den ehemaligen CDU-Bundestagsabgeordneten Nikolas Löbel ein Ermittlungsverfahren unter anderem wegen Untreue eingeleitet. Die Behörde teilte mit, "dass im Zusammenhang mit der Anmietung von Räumlichkeiten in der Geschäftsstelle des CDU-Kreisverbandes Mannheim, der Vergütung von Personal und einer dem Beschuldigten zuzurechnenden GmbH ein Anfangsverdacht für die Begehung mehrerer Straftaten" bestehe.

Keine Ermittlungen wegen Maskenaffäre

Wegen der Maskenaffäre wird hingegen nicht gegen Löbel ermittelt. Den Vorwurf der Bestechlichkeit von Mandatsträgern im Zusammenhang mit der Vermittlung von Maskengeschäften habe die zuständige Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart geprüft, aber mangels Anfangsverdachts kein Ermittlungsverfahren eingeleitet, hieß es in der Mitteilung weiter. "Im Gegensatz zu anderen in der Presse berichteten Vorgängen besteht vorliegend kein unmittelbarer Zusammenhang zwischen der privaten Vermittlungstätigkeit des Nikolas Löbel und dessen Tätigkeit als Bundestagsabgeordneter."

In der Masken-Affäre ging es um Provisionen von rund 250.000 Euro für Löbels Firma. Sie soll die Gelder kassiert haben, weil sie Kaufverträge über Corona-Schutzmasken zwischen einem baden-württembergischen Lieferanten und zwei Privatunternehmen in Heidelberg und Mannheim vermittelt hat. Nach heftiger Kritik an diesem Geschäft trat Löbel zunächst aus der CDU aus und zog sich nach anfänglichem Zögern auch aus dem Parlament zurück.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 31. März 2021 um 12:00 Uhr.