Skifahrer sitzen in einem Lift über einem Skigebiet in Ponte Di Legno in Italien. | dpa
Liveblog

Coronavirus-Pandemie ++ Italienische Skigebiete bleiben geschlossen ++

Stand: 14.02.2021 23:34 Uhr

Die Regierung in Italien hat die Öffnung der Skigebiete gestoppt. Tschechien verhängt erneut den Notstand. Die Kommunen wollen mit Corona-Selbsttests einen Lockdown-Ausstieg ermöglichen. Die Entwicklungen vom Sonntag zum Nachlesen.

  • Französische Kliniken wechseln laut Medienbericht in den Krisenbetrieb
  • Mehr als 25.000 Verdachtsfälle wegen Betrugs bei Corona-Soforthilfen
  • Japan lässt BioNTech-Impfstoff zu
  • Italien verschärft Auflagen in mehreren Regionen
  • Sanofi mit neuem Impfstoff-Rückschlag
14.2.2021 • 23:34 Uhr

Ende des Liveblogs

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Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sagte in der ARD, es werde "sehr schnell Öffnungsschritte" geben, sollten sich die Corona-Mutationen nicht stark in Deutschland ausbreiten. Die neue Koppelung für Öffnungen von Unternehmen an eine niedrigere Inzidenz von 35 Infektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb einer Woche sei als Puffer gegen Mutationen gedacht gewesen. Sollten sich die Mutationen allerdings in der Fläche ausbreiten, würden sich viele Pläne nach hinten verschieben.

Unter den Länderchefs wächst die Kritik, dass die Corona-Hilfen für Unternehmen nur mit Verzögerung ausgezahlt werden. Die Bundesregierung stehe in der Pflicht, ihre Zusage einzulösen, sagte Sachsen-Anhalts Landeschef Haseloff im Bericht aus Berlin.

Der Covid-19-Impfstoff von BioNTech und Pfizer ist einer israelischen Studie zufolge "extrem effektiv". Die Gesundheitsorganisation Clalit erklärte, die Corona-Infektionen, bei denen Symptome auftreten, seien nach der Verabreichung von zwei Impfstoff-Einheiten um 92 Prozent gesunken. Dies habe eine Auswertung unter 600.000 Personen ergeben. Zwar hätten schon klinische Studien eine hohe Wirksamkeit des Vakzins gezeigt. Jetzt sehe man aber, dass dies auch "in der realen Welt" so sei.

Die Durchschnittszahl der täglichen Corona-Neuinfektionen in den USA ist erstmals seit Monaten unter die Marke von 100.000 gesunken. Solche Zahlen hatte es das letzte Mal Anfang November gegeben. Rochelle Walensky von der Seuchenkontrollbehörde CDC mahnte dennoch zur Vorsicht. "Wir sind immer noch bei etwa 100.000 Fällen täglich. Wir haben weiter rund 1500 bis 3500 Todesfälle am Tag", sagte sie dem Fernsehsender NBC. Das sei immer noch mehr als zweieinhalbmal so viel wie im Sommer. Walensky sagte, neue Virus-Mutationen würden aus mehr als 30 US-Staaten gemeldet. "Wir können die Schutzschilde noch nicht herunter nehmen", sagte sie. "Wir müssen weiter Masken tragen."

Österreichs Regierung hat die neuen deutschen Einreisebeschränkungen scharf kritisiert. Außenminister Alexander Schallenberg warnte vor "überschießenden Schritten, die mehr schaden als nützen". Das habe Minister seinem Berliner Kollegen Heiko Maas mitgeteilt. Außerdem werde der deutsche Botschafter Ralf Beste zu einem Gespräch im Wiener Außenministerium erwartet, berichtete die Nachrichtenagentur APA. Wiens Innenminister Karl Nehammer beschwerte sich zudem, dass die Reisebeschränkungen für Tirol den innerösterreichischen Verkehr zwischen Tirol und dem Osten Österreichs behinderten, weil die Strecke über das sogenannte Deutsche Eck in Bayern de facto gesperrt sei. Dies sei inakzeptabel. "Diese Maßnahme von Bayern ist unausgegoren und löst nur Chaos aus", sagte er.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hat bis zur nächsten Ministerpräsidentenkonferenz Anfang März die Vorlage eines Stufenplans für Öffnungsschritte in der Corona-Pandemie versprochen. "Es muss ausgehend von dem, was wir jetzt als Basis haben, auch von den Erfolgen, die wir in den letzten sieben Wochen erreicht haben, muss es ein weiteres stufenweises Vorgehen geben, an dem man sich auch langfristig orientieren kann», sagte der SPD-Politiker im ZDF. Auf die Frage, ob er versprechen könne, dass bis zum Bund-Länder-Treffen am 3. März ein solcher Plan vorliege, antwortete er: "Da bin ich mir ganz sicher."

Angesprochen auf die Aussage von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU), dass in diesem Jahr kein Osterurlaub möglich sein werde, antwortet Müller: "Das teile ich so pauschal nicht. Und ich glaube, es ist auch verfrüht, das so festzulegen."

Der Berliner Bürgermeister Michael Müller | REUTERS

"Warum soll es uns nicht jetzt gelingen, in den nächsten sechs, sieben Wochen bis Ostern noch einmal 30 Punkte runterzukommen", sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller. Man habe es in den letzten sechs, sieben Wochen geschafft, doch um 100 Punkte runterzukommen. Bild: REUTERS

Das sonnige Wetter hat Hunderte Ausflügler an die Ostseeküste der Insel Usedom gelockt. Knapp 200 Fahrzeuge mussten aber wieder umkehren. Wie ein Polizeisprecher erklärte, hatten die Beamten wegen der immer noch hohen Infektionszahlen in der Region Kontrollen an den beiden einzigen Inselzufahrten in Wolgast und bei Anklam eingerichtet. Dort liegt der Wochen-Wert bei 185 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Die Autofahrerinnen und Autofahrer mussten wieder umkehren.

Kurz vor der geplanten Öffnung vieler Skiregionen in Italien hat die Regierung in Rom den Start der Aktivitäten wieder gestoppt. Gesundheitsminister Roberto Speranza verlängerte das bestehende Wintersport-Verbot für Freizeitsportler. Als Grund nannte er in seiner Anordnung erhöhte Risiken durch neue Virus-Varianten. Eigentlich hatte die Regierung erlaubt, dass der Skibetrieb in den sogenannten Gelben Zonen des Landes, wo das Corona-Risiko als mäßig gilt, wieder losgehen sollte.

Die britischen Behörden haben Vorbereitungen für die nächste Phase der landesweiten Corona-Impfkampagne getroffen. Fortan sollen alle 65- bis 69-Jährigen sowie Risikopatienten geimpft werden. In der ersten Phase war insgesamt 15 Millionen Menschen der am meisten gefährdeten Bevölkerungsgruppen die erste Impfdosis verabreicht worden. Premierminister Boris Johnson sprach in einer Videobotschaft von einer außergewöhnlichen Leistung. "Wir haben das zusammen geschafft", sagte Johnson. Bis Mai will die Regierung alle über 50-Jährigen und bis September alle Volljährigen geimpft haben. 

Großbritannien war weltweit unter den ersten, die rasch mehrere Corona-Impfstoffe zuließen. Inzwischen hat das Königreich eine der höchsten Impfraten der Welt. Nach der Einführung strenger Corona-Beschränkungen ist die Infektionsrate deutlich gesunken; zusätzlich tritt eine zehntägige Hotel-Quarantänepflicht für Rückkehrer aus 33 Risikoländern in Kraft.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff hat für das nächste Bund-Länder-Gespräch zur Corona-Krise einen "klaren Ausstiegsplan aus den bisherigen Regularien" gefordert. "Man muss planen können. Auch die Wirtschaftsunternehmen. Und deswegen brauchen wir beim nächsten Treffen am 3. März unbedingt einen Plan, der klar sagt, bei welcher Inzidenz wir was machen", sagte der CDU-Politiker in der ARD-Sendung Bericht aus Berlin. Massive Kritik übte Haseloff an der Auszahlung der Wirtschaftshilfen für Unternehmen. "Ich bekomme jeden Tag Nachrichten, dass es so nicht geht. Dass man auf das Geld angewiesen ist, dass eigentlich die Versprechungen anders gelautet haben. Und ich muss auch klar sagen: Wenn wir, die Ministerpräsidenten-Konferenzen, nicht ganz klar die Aussage zu unkonventionellen Hilfen des Bundes bekommen hätten, dann hätten wir sicherlich vieles so nicht mitgemacht."

Zugleich schloss sich Haseloff der Forderung seines sächsischen Amtskollegen Michael Kretschmer nach einem Verzicht auf Osterurlaub nicht an. Man könne zunächst Urlaub im eigenen Land in Ferienwohnungen zulassen, so der CDU-Politiker. "Man muss nicht gleich die gesamte Branche aufmachen. Man muss auch nicht bundes- und europaweit wieder alles fallen lassen", sagte er.

Kurz vor der geplanten Öffnung vieler Skiregionen in Italien mehren sich die Warnungen der Virologen wegen steigender Corona-Zahlen. Die Experten des wissenschaftlichen Komitees CTS, das die Regierung in Rom berät, hätten dagegen votiert, berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Hintergrund sei das Risiko der schnellen Ausbreitung von neuen Virus-Varianten. Der Berater des Gesundheitsministeriums, Walter Ricciardi, halte das Anfahren der Lifte für "nicht vereinbar" mit den Corona-Zahlen, die sich zuletzt verschlechtert hatten.

Bisher ist geplant, dass die Wintersportgebiete in mehreren Regionen am Montag loslegen dürfen. Bei Seilbahn-Betreibern und anderen Unternehmen in den betroffenen Alpen-Zonen liefen die Vorbereitungen für den Start. Von ihnen kam umgehend Protest gegen die Einschätzung der Experten.

Wolken liegen über dem Skigebiet des Riesenslalom-Weltcups der Herren in Alta Badia, Italien.

In Gebieten mit mäßigem Corona-Risiko dürfen die Skigebite von Montag an öffnen. Dazu zählen etwa die Pisten in der Lombardei, im Aosta-Tal und in Venetien. In Ligurien, dem Trentino und Südtirol bleiben sie vorerst geschlossen.

Der Ordnungsdienst in Köln hat am Karnevalswochenende viele Verstöße gegen die Coronaschutzverordnung geahndet. "Man hatte das Gefühl, es ist Hochsommer und wir fahren ohne Verschnaufpause von Veranstaltung zu Veranstaltung", zitierte die Stadt einen Mitarbeiter. Allein am Samstag seien 24 verbotene Zusammenkünfte im privaten Raum, darunter auch Partys, aufgelöst worden, teilte die Stadt mit. Auf 111 Personen komme ein Bußgeldverfahren zu. Auch im öffentlichen Raum seien Verstöße gegen das Ansammlungs- und Kontaktverbot geahndet worden.

Eine Karnevalistin in Köln | dpa

Karneval in Köln: Wer trotz Verbot in großer Runde feiert, riskiert ein Bußgeld in Höhe von 250 Euro pro Person. Auch an den kommenden Karnevalstagen werde Hinweisen auf verbotene Partys nachgegangen, erklärte die Stadt. Bild: dpa

14.2.2021 • 18:06 Uhr

Tschechien verlängert Notstand

Tschechien verhängt wegen der dramatisch hohen Corona-Infektionszahlen erneut einen Notstand. Er gelte von Montag an für 14 Tage, teilte die Minderheitsregierung unter Ministerpräsident Andrej Babis mit. Man entspreche damit einer Bitte der Vertreter aller 14 Verwaltungsregionen einschließlich der Hauptstadt Prag.

Der Corona-bedingte Ausnahmezustand sollte eigentlich in der Nacht zum Montag auslaufen. Mit ihrer Entscheidung stellt sich die Regierung gegen den Willen des Parlaments, das eine Verlängerung des seit Oktober geltenden Notstands abgelehnt hatte. Der Präsident des Senats, Milos Vystrcil, hatte ausdrücklich davor gewarnt, "die Kontrolltätigkeit des Parlaments auszuhöhlen". An den aktuellen Notstand sind zahlreiche Maßnahmen geknüpft wie Ausgangsbeschränkungen. Geschäfte des nicht-alltäglichen Bedarfs, Restaurants und Hotels sind geschlossen. Für Ausländer gilt ein weitgehender Einreisestopp.

Tische und Stühle eines Restaurants in Prag sind unter einer Schutzhülle zusammengestellt.  | dpa

Bars und Restaurants geschlossen, ebenso die Hotels: Tschechien hat den Corona-Notstand um zwei Wochen bis Mitte März verlängert. Bild: dpa

Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Alena Buyx, befürwortet Sanktionen gegen Impf-Vordrängler. Verstöße gegen die rechtlich festgelegte Reihenfolge beim Impfen gegen das Coronavirus zerstörten "das Vertrauen in das ganze Vorgehen", sagte Buyx der Sendung "ZDF heute". "Die Priorisierung ist ja keine Bitte. Die Impfverordnung ist geltendes Recht in den Ländern", sagte sie. "Und wenn die eklatant verletzt wird, ist es eine gute Idee, auch über Sanktionen nachzudenken." Buyx forderte zugleich einen Mechanismus, der den Umgang mit übrig gebliebenen Impfdosen regelt. Es dürfe keine Impfdosis verschenkt werden. "Aber es muss wirklich auch nachgewiesen werden können, dass man sich sehr bemüht hat, das innerhalb der Priorisierungsgruppen zu machen", so Buyx.

Alena Buyx | picture alliance/dpa

Alena Buyx, Vorsitzende des Deutschen Ethikrats: Keine Impfdosis verschenken. Bild: picture alliance/dpa

Die deutsche Autoindustrie befürchtet nach Darstellung des Branchenverbandes VDA durch die Kontrollen und eine Corona-Testpflicht an Grenzen erhebliche Lieferprobleme und Produktionsausfälle. Durch die zu erwartenden Probleme an den Grenzübergängen werde die Automobilproduktion größtenteils zum Erliegen kommen, hieß es.

In einem Krankenhaus im baden-württembergischen Rottweil haben sich zahlreiche Beschäftigte mit dem Coronavirus infiziert. Das Ordnungsamt ordnete deshalb nach Angaben der Klinik die sogenannte Absonderung an. Für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die selbst nicht infiziert sind, heißt das: Sie gelten als Kontaktpersonen der Kategorie 1, dürfen nur noch zwischen ihrem Wohnort und der Arbeit pendeln und müssen sich zu Hause von ihren Familien fernhalten, wie die Klinik erklärte. Laut Mitteilung sind inzwischen 55 Beschäftigte aus verschiedenen Berufsgruppen und zwei Patienten positiv getestet worden.

Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci hat die Verlängerung des Corona-Lockdowns um drei Wochen bis zum 7. März als notwendig verteidigt. Zwar sei das Infektionsgeschehen zuletzt stetig zurückgegangen auf zuletzt unter 60 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche, sagte die SPD-Politikerin in einer Sondersitzung des Abgeordnetenhauses. Sorge bereiteten allerdings Mutationen des Coronavirus. In Berlin liege der Anteil dieser Varianten an den PCR-Tests inzwischen bei über zehn Prozent. "Das können wir nicht ignorieren", sagte Kalayci. Sollten die Virus-Varianten die Überhand gewinnen, könne das Infektionsgeschehen eine andere Dynamik bekommen. Zudem sei der Anteil der Gestorbenen an den Infizierten mit 2,3 Prozent (Bund 2,8) weiter hoch. Auch die Lage in den Krankenhäusern und Intensivstationen sei sehr angespannt. "Es gibt hier nach wie vor keine Entwarnung", sagte die SPD-Politikerin.

14.2.2021 • 16:37 Uhr

Andrang auf polnische Skigebiete

In Polen haben am Wochenende Tausende Menschen die Öffnung der Wintersportgebiete genutzt. In der Stadt Zakopane und auf den Skipisten in deren Umgebung, dem größten Wintersportgebiet des Landes, herrschte Hochbetrieb. Während sich viele begeistert ins Skivergnügen stürzten, kam es nach Polizeiangaben auch zu Schlägereien, zudem wurden Geschäfte beschädigt und ein Auto brannte aus. "Ich kann mich nicht erinnern, dass Situation schon mal so aggressiv war", sagte ein Polizeisprecher dem Sender TVN 24.

Menschen gehen durch einen Eingang zum Skilift im Skigebiet Polana Szymoszkowa in Zakopane | dpa

Das Skigebiet Polana Szymoszkowa in Zakopane: Hochbetrieb am Skilift. Bild: dpa

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die schärferen Einreiseregeln an den Grenzen zu Tschechien und Österreich verteidigt. "Wir müssen unseren Landkreisen in der Grenzregion die Möglichkeit geben, zur Ruhe zu kommen", sagte Spahn der "Süddeutschen Zeitung". Er selbst sei sechs Kilometer von den Niederlanden entfernt aufgewachsen und wisse ein grenzoffenes Europa zu schätzen. "Aber es gibt Momente in einer Pandemie, in denen man solche Entscheidungen zur Sicherheit und Gesundheit aller treffen muss", so der Gesundheitsminister. Das Risiko sei sonst zu hoch, dass Corona-Mutationen verstärkt nach Deutschland kämen. Die Situation in Tschechien, der Slowakei und Tirol sei aus dem Ruder gelaufen. "Wir mussten reagieren", sagte Spahn.

An den Grenzen zu Tschechien und dem österreichischen Bundesland Tirol gelten wegen der dort verbreiteten ansteckenderen Varianten des Coronavirus seit Sonntag schärfere Einreiseregeln. Aus den betroffenen Gebieten dürfen nur noch Deutsche sowie Ausländer mit Wohnsitz und Aufenthaltserlaubnis in Deutschland einreisen.

In Vietnam ist erstmals seit fünf Monaten wieder ein Todesfall in Verbindung mit dem Coronavirus nachgewiesen worden. Ein 53-jähriger Japaner, der in einem Wohnblock in Hanoi starb, sei positiv auf das Virus getestet worden, teilten die Behörden mit. Das Gebäude wurde abgeriegelt, Bewohner und Verwaltungspersonal isoliert. Das südostasiatische Land mit fast 100 Millionen Einwohnern war bisher dank extrem strikter Maßnahmen mit sehr niedrigen Fallzahlen durch die Pandemie gekommen.

Ladenbesitzer in Hanoi, Vietnam | AP

Der jüngste Todesfall in Hanoi fällt mit den Neujahrsfest im Land zusammen. Nach offiziellen Angaben wurden bisher 2228 Virus-Infektionen und 36 Corona-Tote registriert. Bild: AP

Der französische Präsident Emmanuel Macron hat einen stärkeren internationalen Einsatz für Corona-Impfungen in ärmeren Ländern gefordert. Auch Frankreichs Impfprogramm stecke wegen verspäteter Lieferungen und bürokratischer Hürden in Schwierigkeiten, sagte Macron der Zeitung "La Journal du Dimanche". Doch "afrikanische Staaten fragen uns verständlicherweise wegen ihres Zugangs zu Impfungen", so Macron. Er hatte in den vergangenen Tagen mit Impfexperten und Chefs internationaler Pharmakonzerne über schnelle und möglichst gleichzeitige Impfungen gesprochen, um die Pandemie zu beenden und die Wirtschaft wieder in Gang zu setzen. Zu den Programmen, die für eine gleichberechtigte Impfstoffverteilung sorgen sollen, gehört das von den Vereinten Nationen unterstützte Covax. Es kommt aber wegen Finanzproblemen und fehlender Zusagen großer Staaten nur langsam vom Fleck.

Emmanuel Macron, Präsident von Frankreich. | dpa

"Wir müssen unseren Einsatz beschleunigen, weil jede Woche zählt», sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Auch Impfmittel aus China und Russland sollten in die internationalen Anstrengungen einbezogen werden. Bild: dpa

Die britische Regierung hat ihr selbst gestecktes Ziel erreicht, bis Mitte Februar mindestens 15 Millionen Einwohner gegen Corona zu impfen. Premierminister Boris Johnson sprach von einem Meilenstein. "Dieses Land hat eine außerordentliche Leistung erbracht", twitterte der Regierungschef. Der zuständige Staatssekretär Nadhim Zahawi twitterte: "15.000.000! Großartiges Team." Johnson hatte diese Zahl zu Jahresbeginn als Etappenziel für den 15. Februar ausgegeben. Die Einhaltung des Ziels gilt als erster echter Erfolg von Johnsons Regierung in der Corona-Pandemie. Großbritannien hatte am 8. Dezember mit der Massenimpfung begonnen. Mittlerweile werden drei Vakzine eingesetzt.

In Bayern sind laut Gesundheitsministerium fast alle Alten- und Pflegeheime mit der ersten Corona-Impfung versorgt. Mobile Impfteams hätten seit Ende Dezember in 98 Prozent der Einrichtungen Erstimpfungen verabreicht, teilte das Ministerium mit. Rund 98.000 Heimbewohnerinnen und -bewohner hätten eine Erstimpfung erhalten, das sind mehr als drei Viertel der Bewohner. Die Zweitimpfung und damit den vollen Immunschutz bekamen laut Ministerium rund 65.000 Bewohner - das ist mehr als die Hälfte. Auch beim Infektionsgeschehen in den Einrichtungen sei ein positiver Trend erkennbar, hieß es weiter. Aktuell seien 1,9 Prozent (2.411) der Bewohner an Corona erkrankt, erklärte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU). Verglichen mit den Zahlen vor einem Monat sei das ein Rückgang um fast zwei Drittel.

Nach dem weitgehenden Einreisestopp Deutschlands für Bürger aus dem Nachbarland hat eine Protestbewegung in Tschechien "Vergeltungsmaßnahmen" gefordert. Man rufe die Regierung in Prag dazu auf, die Grenzen für Deutsche komplett zu schließen, hieß es in einem auf Facebook verbreiteten Aufruf. Tschechisches Gesundheitspersonal, das in Sachsen und Bayern arbeite, solle am Grenzübertritt gehindert und in heimischen Krankenhäusern eingesetzt werden. "Die Deutschen verteidigen ihre eigenen nationalen Interessen, und wenn unsere Regierung Führungsstärke zeigen würde, täte sie das auch", hieß es. Hinter dem Aufruf steht die Bewegung "Chcipl Pes", die sich für die Lockerung der Corona-Maßnahmen einsetzt. Sowohl Regierungs- als auch Oppositionspolitiker in Prag halten sich bisher mit Äußerungen zur Einstufung Tschechiens als sogenanntes Virusvariantengebiet zurück.

Das französische Gesundheitsministerium hat Gesundheitsbehörden und Krankenhäuser einem Zeitungsbericht zufolge aufgefordert, ab 18. Februar im Krisenbetrieb zu arbeiten. Mit der Verschiebung nicht dringender Operationen und der Mobilisierung aller verfügbarer medizinischer Mitarbeiter solle einem möglichen Anstieg der Krankenzahlen infolge von Coronavirus-Mutanten begegnet werden, berichtet "Le Journal Du Dimanche".

Ärzte in einem Krankenhaus in Levallois-Perret im Norden von Paris. | AFP

Das Krankenhaus in Levallois-Perret im Norden von Paris: In der kommenden Woche sollen die französischen Kliniken landesweit wieder in den Krisenmodus wechseln. Bild: AFP

Nach ersten positiven Erfahrungen mit Corona-Spucktests pochen die Kommunen in Deutschland auf eine flächendeckende Selbsttest-Offensive von Bund und Ländern. "Gerade die Selbsttests haben ein immenses Potenzial und können ein wichtiges Mittel sein, um weitere Öffnungsperspektiven zu schaffen", sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Diese Tests sollten für öffentliche Einrichtungen wie Schulen und Kitas unentgeltlich von Bund und Ländern beschafft und schnell bereitgestellt werden.

Test per Speichelprobe | picture alliance/KEYSTONE

Corona-Test per Speichelprobe: Der Städte- und Gemeindebund dringt auf eine Selbsttest-Offensive für den Lockdown-Ausstieg. Bild: picture alliance/KEYSTONE

In Potsdam werden seit dem 1. Februar Spucktests von Kita-Erziehern genutzt, die sich zweimal wöchentlich vor der Arbeit selbst zu Hause testen müssen und nur bei negativem Ergebnis zur Arbeit gehen dürfen, wie es hieß. "Die Spucktests haben es uns ermöglicht, de facto zum 1. Februar in den Regelbetrieb zurückzukehren", sagte der Potsdamer Oberbürgermeister Mike Schubert der Zeitung. Allerdings sind diese Tests laut Bericht noch nicht für den Laiengebrauch zugelassen, sondern sollten von Fachpersonal durchgeführt werden. Die Erzieherinnen hätten eine Einweisung zur sachgerechten Nutzung durch den Hersteller erhalten.

Der weltgrößte Touristikkonzern Tui stellt sich auf eine rasche Erholung des eingebrochenen Reisegeschäfts ein. "Der Wunsch, spätestens im Sommer zu reisen, ist groß. Mit dem europaweiten Hochfahren der Impfungen wächst die Zuversicht, dass Reisen schon bald wieder möglich sind", sagte Marek Andryszak, Vorsitzender der Tui Deutschland Geschäftsführung. Während in der Vergangenheit die Kunden vor allem auf das Preis-Leistungs-Verhältnis geachtet hätten, stehe nun Flexibilität an erster Stelle. Laut Andryszak sind zwei Drittel aller Neubuchungen aktuell so genannte Flexbuchungen. Urlauber hätten damit die Möglichkeit, bis 14 Tage vor Anreise Flugpauschalreisen oder Unterkunftsbuchungen gebührenfrei umzubuchen oder zu stornieren.

Die verschärften Einreiseregeln an den Grenzen zu Tschechien und Österreich werden für bestimmte Berufspendler gelockert. Das teilten das Bundesinnenministerium und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder übereinstimmend mit. Demnach dürfen auch Pendler einreisen, die gebraucht werden, um die Funktionsfähigkeit ihrer Betriebe in systemrelevanten Branchen aufrecht zu erhalten. Sie müssen dafür in den kommenden Tagen ihren Arbeitsvertrag dabeihaben, bis Dienstag sollen die Länder Bayern und Sachsen Betriebe als systemrelevant definieren und individuelle Bescheinigungen ausstellen, die an der Grenze vorgezeigt werden sollen.

"Für Grenzpendler in systemrelevanten Berufsbranchen soll die Einreise möglich bleiben", sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer. "Wir gehen pragmatisch vor, wo immer das möglich ist." Bayerns Innenminister Joachim Herrmann sagte, zu den Ausnahmebranchen zählten etwa Wasser- und Elektrizitätswerke oder die Lebensmittelproduktion. Im Einzelnen müsse vor Ort darüber entschieden werden. Voraussetzung für die Einreise sei dann aber für alle ein maximal 48 Stunden alter negativer Test sowie eine Bescheinigung des Arbeitgebers. Zudem müssten sie sich digital vor der Einreise anmelden. Seit Mitternacht dürfen aus Tschechien und Tirol nur noch Deutsche sowie Ausländer mit Wohnsitz und Aufenthaltserlaubnis in Deutschland einreisen. Ausnahmen gab es bisher für Ärzte, Kranken- und Altenpfleger sowie für Lastwagenfahrer und landwirtschaftliche Saisonkräfte.

Bei der Suche nach einem Impfstoff muss der französische Pharmakonzern Sanofi einen erneuten Rückschlag einstecken. Das mit dem US-Partner Translate Bio entwickelte Vakzin werde in diesem Jahr nicht zur Verfügung stehen, sagte der Chef des Arzneimittelherstellers, Paul Hudson, der Zeitung "Le Journal du Dimanche". Bislang war Sanofi davon ausgegangen, dass eine Zulassung schon in der zweiten Jahreshälfte 2021 möglich sei. Der Kandidat basiert auf der neuartigen mRNA-Technologie, die auch Pfizer und BioNTech sowie Moderna für ihre bereits zugelassenen Impfstoffe nutzen. Klinische Studien sollten noch in diesem Quartal beginnen. "Dieser Impfstoff wird nicht in diesem Jahr fertig sein, aber er könnte zu einem späteren Zeitpunkt von Nutzen sein - umso mehr, wenn der Kampf gegen Mutationen weitergeht", sagte Hudson.

Ein Mitarbeiter der französischen Pharmafirma Sanofi in einem Labor. | REUTERS

Bild: REUTERS

14.2.2021 • 12:28 Uhr

Söder verteidigt Grenzkontrollen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat an der Grenze zu Tschechien die neuen Kontrollen in der Corona-Krise verteidigt. Sie seien richtig und wichtig, um die Ausbreitung der Mutationen einzudämmen, sagt der CSU-Chef. "Es ist ein strenges Einreiseregime." Es werde Kontrollen und auch Zurückweisungen geben. "Die Mutationen sind ja schon unterwegs." Bis Dienstag will Söder Ausnahmen für Pendler klären.

Markus Söder in Schirnding am deutsch-tschechischen Grenzübergang | dpa

Mögliche Ausnahmen für Pendler will Markus Söder klären, bis dahin gilt: "Es ist ein strenges Einreiseregime", so der bayerische Minsterpräsident. Bild: dpa

Wegen steigender Corona-Zahlen hat Italien in mehreren Regionen die Bewegungsfreiheit stärker als bisher eingeschränkt, etwa in der Toskana und in Ligurien. Außerdem betroffen sind die Region Abruzzen in Mittelitalien und die Alpenprovinz Trentino. Die verschärften Regeln gelten seit heute. Die Regierung in Rom hat schon vor Monaten eine Einteilung des Landes in Risikozonen eingeführt mit unterschiedlich strengen Sperren. In den vier jetzt zu sogenannten Orangen Zonen hochgestuften Gebieten mussten Restaurants und Bars wieder für Gäste schließen. Nur Außer-Haus-Verkauf ist erlaubt. Außerdem sollen die Bürger dort in der Regel ihre Städte und Gemeinden nicht verlassen. Die Verschärfung gilt zunächst für 15 Tage. Der große Teil des 60-Millionen-Einwohner-Landes gehört weiter zu den Gelben Zonen mit moderaten Beschränkungen. Dabei herrscht in ganz Italien eine nächtliche Ausgangssperre ab 22 Uhr. Ein Reiseverbot über Regionalgrenzen hinweg hatte die Regierung kürzlich bis 25. Februar verlängert. Ausnahmen gelten für die Arbeit und in Notfällen.

Ermittler gehen einem Bericht zufolge bundesweit mehr als 25.000 Verdachtsfällen wegen Betrugs bei Corona-Soforthilfen nach. Insgesamt lägen den 16 Landeskriminalämtern und der beim Zoll angesiedelten "Financial Intelligence Unit" derzeit rund 25.400 konkrete Verdachtsfälle vor, berichtete die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf eine eigene Umfrage. Aufgeführt seien Ermittlungsverfahren oder in Bearbeitung befindliche Anzeigen. Nach derzeitigem Ermittlungsstand hätten sich Betrüger auf Basis falscher Angaben Hilfen in signifikanter dreistelliger Millionenhöhe erschlichen. Allein mehr als ein Viertel der Verdachtsfälle sind den Angaben zufolge in Nordrhein-Westfalen und Berlin anhängig.

Zahlreiche Prominente beteiligen sich an einer Corona-Kampagne des Landes Nordrhein-Westfalen, die positive Signale senden soll. In den sozialen Medien machen etwa Astronaut Alexander Gerst, Musiker Till Brönner und Comedian Hape Kerkeling mit. Die Mutmacher-Kampagne unter dem Motto #nrwkanndas ging heute los. Bei der Aktion sind weitere Promis dabei wie etwa Marie-Luise Marjan, Otto Rehhagel, Armin Mueller-Stahl und Wolfgang Niedecken. Alle sind Trägerinnen und Träger des Verdienstordens des Landes Nordrhein-Westfalen und wurden laut Staatskanzlei von Ministerpräsident Armin Laschet angesprochen.

Angesichts einer schnell voranschreitenden Impfkampagne will Israel bei seiner Lockerung der Corona-Maßnahmen um den 9. März herum auch wieder Restaurants und andere Gastronomiebetriebe öffnen. Dies sagt der nationale Koordinator im Kampf gegen die Pandemie, Nachman Ash, dem Sender Ynet TV. Die Branche solle etwa zwei Wochen nach der teilweisen Wiedereröffnung von Hotels und Fitnessstudios folgen, die für vollständig Geimpfte und Menschen mit Immunität nach einer Covid-19-Genesung am 23. Februar vorgesehen sei. Es solle vorsichtig geöffnet werden, um eine neue Welle und einen neuen Lockdown zu vermeiden. Israel hatte in der vergangenen Woche damit begonnen, seinen dritten Lockdown zu lockern. Das Land will bis März 50 Prozent seiner neun Millionen Einwohner geimpft haben.

Der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Jürgen Dusel, fordert einen besseren Schutz von Menschen mit Behinderung, die zu Hause gepflegt werden. Sie müssten in der Pandemie stärker berücksichtigt werden, beispielsweise bei den Impfplänen, sagte Dusel den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Solange nicht genügend Impfstoff verfügbar sei, müssten zudem die vorhandenen Schutzmaßnahmen besser aufeinander abgestimmt werden, forderte Dusel: "Auf Menschen mit Assistenz- und Pflegebedarf bezogen sollten beispielsweise alle Kontaktpersonen mindestens mit Schutzmaßnahmen wie Masken und Schnelltests versorgt werden."

Gerade in der Pandemie würden bestehende Barrieren besonders sichtbar. So stießen etwa blinde Menschen beim Einkaufen im Internet auf nicht barrierefreie Seiten. "Noch gravierender: Etliche Arztpraxen sind nicht für alle zugänglich. Viele denken: Eine Rampe vor dem Eingang reicht, und eine Praxis ist behindertengerecht umgebaut." Nötig seien zum Beispiel Kommunikation in Gebärdensprache oder einfacher Sprache, auch in den Impfzentren. Als fatal bezeichnete Dusel zudem, dass viele Menschen mit Assistenzbedarf ihre Assistenten nicht mit ins Krankenhaus nehmen könnten. Die Kostenübernahme sei immer noch ungeklärt. Das führe zu einer "konkreten Schlechterstellung in der gesundheitlichen Versorgung von Menschen mit Behinderungen", sagte er.

Jürgen Dusel, Beauftrager der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen | Henning Schacht

Jürgen Dusel fordert einen besseren Schutz von Menschen mit Behinderung, die zu Hause gepflegt werden. Bild: Henning Schacht

Der Einsatz von Billig-Antibiotika bei der Beatmung abertausender Corona-Kranker weltweit könnte den Vormarsch multiresistenter Keime beschleunigen. Davor hat die Leiterin der Life Science and Health Abteilung bei der Europäischen Investitionsbank (EIB) in Luxemburg, Felicitas Riedl, in einem Interview mit dem Magazin "Spiegel" gewarnt. "Antibiotikaresistenzen könnten die nächste globale Gesundheitskrise auslösen", sagte Riedl. "Jeder intubierte Patient bekommt prophylaktisch ein Breitbandantibiotikum, damit er sich durch den Luftröhrenschnitt keine bakterielle Infektion einfängt."

Manche Obduktionen hätten ergeben, dass der Patient zwar Corona hatte, aber letztlich an einer bakteriellen Infektion gestorben sein könnte, weil das Antibiotikum schlicht nicht gewirkt habe. Wenn sich dieser Trend fortsetze, hätte das massive Konsequenzen. "Wir könnten wieder in ein Zeitalter geraten, wo wir an recht verbreiteten Infektionskrankheiten wie Scharlach sterben", warnte Riedl. Die Europäische Investitionsbank versuche daher, Anreize zu schaffen, damit sich die Entwicklung neuer Antibiotika lohne.

14.2.2021 • 10:00 Uhr

Japan lässt BioNTech-Impfstoff zu

Japan hat als ersten Impfstoff das Vakzin von BioNTech zugelassen. Das teilt das Gesundheitsministerium am Sonntag mit, nachdem ein Regierungsgremium am Freitag die Zulassung empfohlen hatte. Mit dem Impfstoff, den das Mainzer Biotech-Unternehmen gemeinsam mit seinem US-Partner Pfizer entwickelt hat und vertreibt, will Japan seinen Kampf zur Eindämmung einer dritten Infektionswelle im Vorfeld der Olympischen Sommerspiele verstärken.

Weil sich Melbourne aktuell in einem fünftägigen Lockdown befindet, finden die Spiele bei den Australian Open erst einmal ohne Zuschauer statt. Auf Unterstützung müssen die Tennisprofis in den großen Arenen aber dennoch nicht verzichten. Seit Sonntag spielen die Veranstalter Zuschauer-Applaus vom Band über die Lautsprecher ein. Sowohl beim Betreten des Platzes als auch nach jedem Punkt gibt es Applaus für die Spielerinnen und Spieler. "Wir wollen den Profis aber auch den Zuschauern vor den Fernsehern zumindest ein bisschen das Gefühl geben, wie es normalerweise wäre", sagte Turnierboss Craig Tiley.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat Urlaub in Deutschland über Ostern wegen der Corona-Pandemie ausgeschlossen. "Ich bin dafür, Wahrheiten auszusprechen. Osterurlaub in Deutschland kann es dieses Jahr leider nicht geben", sagte Kretschmer der "Bild am Sonntag". "Zu große Mobilität etwa durch Reiseverkehr und Tourismus bereits im April ist Gift. Wir würden alles zerstören, was wir seit Mitte Dezember erreicht haben." 

Eine Rückkehr zur Normalität wie im vergangenen Herbst würde zu einer "Explosion der Infektionszahlen" wie im November und Dezember führen, sagte Kretschmer. Die Folge wäre ein harter Lockdown im Frühjahr. Das müssen wir unbedingt vermeiden." Lockerungen müssten vorsichtig und Schritt für Schritt erfolgen, führte der CDU-Politiker aus. "Gaststätten und Hotels werden in Sachsen auch über Ostern geschlossen sein müssen. Auch der Spielbetrieb in Opernhäusern und Theatern kann frühestens erst nach Ostern wieder aufgenommen werden."

Michael Kretschmer

"Kleinste Veränderungen im Verhalten der Bevölkerung, beispielsweise eine höhere Mobilität und mehr Kontakte, führen sofort zu höheren Infektionszahlen", sagte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer. Das zeige die Erfahrung der vergangenen Monate.

Neuseeland verhängt nach den ersten lokal übertragenen Corona-Neuinfektionen seit Ende Januar einen neuen Lockdown über Auckland. Die Menschen in der größten Stadt des Landes müssten für drei Tage zu Hause bleiben, erklärte Ministerpräsidentin Jacinda Ardern. Nur für Ausnahmen wie Einkäufe und den Weg zur Arbeit dürften sie raus.

Laut Chris Hipkins, dem Minister für Corona-Maßnahmen, handelt es sich bei den Betroffenen um ein Paar samt Tochter in der Millionenstadt Auckland. Es wird nun getestet, ob die Infektionen von einer der neuen und besonders ansteckenden Corona-Varianten ausgelöst wurden. Vor den Fällen im Januar hatte Neuseeland über Monate keine lokal übertragenen Corona-Infektionen verzeichnet.

EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides lehnt Schließungen der EU-Binnengrenzen aus Furcht vor neuen Varianten des Coronavirus ab. "Die Furcht vor den Mutationen des Coronavirus ist verständlich, aber trotzdem gilt die Wahrheit, dass sich das Virus nicht von geschlossenen Grenzen aufhalten lässt", sagte sie der "Augsburger Allgemeinen". Gegen die Mutanten helfe nur "konsequentes Impfen sowie die Einhaltung der Hygiene-Regeln". 

"Ich halte es für falsch, dass wir wieder zu einem Europa mit geschlossenen Grenzen wie im März 2020 zurückkehren", sagte die EU-Politikerin. Sie forderte die EU-Staaten auf, stärker mit Sequenzierungen die Ausbreitung der Mutanten zu untersuchen. Andernfalls stehe die EU dem Problem "blind" gegenüber. An die Mutanten angepasste Impfstoffe sollen nach Worten der Gesundheitskommissarin zudem per Schnellverfahren zugelassen werden können. "Wir haben nun entschieden, dass ein Impfstoff, der vom Hersteller auf der Basis des bisherigen Vakzins zur Bekämpfung neuer Mutationen nachgebessert wurde, nicht mehr den ganzen Zulassungsprozess durchlaufen muss", sagte Kyriakides. 

14.2.2021 • 05:40 Uhr

RKI meldet 6114 Neuinfektionen

Die Zahl der bestätigten Neuinfektionen in Deutschland geht weiter zurück. Das Robert-Koch-Institut meldet 6114 neue Fälle binnen eines Tages in Deutschland. Das sind 2240 Ansteckungen weniger als am Vortag. 218 weitere Menschen starben dem RKI zufolge in Verbindung mit dem Virus, am Vortag waren es 551.

Die Sieben-Tage-Inzidenz geht weiter zurück auf 57,4 von zuletzt 60,1. Der Wert gibt an, wie viele Infektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb einer Woche verzeichnet wurden. Bund und Länder streben zunächst einen Wert unter 50 an, um das Gesundheitssystem zu entlasten. Ab einem dauerhaften Wert von unter 35 haben sie weitere Lockdown-Öffnungen in Aussicht gestellt.

Einem Medienbericht zufolge gibt es bundesweit mehr Verdachtsfälle wegen Betrugs bei den Corona-Soforthilfen als bisher angenommen. Den 16 Landeskriminalämtern sowie der beim Zoll angesiedelten Financial Intelligence Unit lägen derzeit rund 25.400 konkrete Verdachtsfälle vor, berichtete die "Welt am Sonntag". Demnach hätten sich Betrüger nach derzeitigem Ermittlungsstand auf Basis falscher Angaben Hilfen in "signifikanter dreistelliger Millionenhöhe" erschlichen.

Mehr als ein Viertel der Verdachtsfälle sind dem Bericht zufolge in Nordrhein-Westfalen und Berlin anhängig. In Düsseldorf seien es 4619 Vorgänge, in der Bundeshauptstadt 2600. In den übrigen Bundesländern sei die Zahl der Verdachtsfälle niedriger. Thüringen weise mit 70 die geringste Zahl auf. Die Zahlen könnten noch weiter steigen. Bei der Abteilung Wirtschaftskriminalität des LKA Berlin liegen laut der Zeitung mehr als 10.000 noch nicht bearbeitete Anzeigen zu Subventionsbetrug bei den Corona-Soforthilfen vor.

Die Grenzschließungen in Europa vor rund einem Jahr kamen einer Studie zufolge zu spät, um das Coronavirus nachhaltig aufzuhalten. Bereits am 8. März 2020 habe es in Europa etwa genauso viele lokale Ansteckungen mit dem Virus gegeben wie durch Reisende aus dem Ausland eingeschleppt wurden, berichten Forscher um die Mathematikerin und Biostatistikerin Tanja Stadler von der ETH Zürich im Fachmagazin «PNAS». Die EU schloss die Grenzen erst am 17. März. Die Forscher hatten die Ausbreitung des Erregers anhand sequenzierter Virus-Genome nachvollzogen. «Wenn man die Grenzen mit dem Ziel geschlossen hat, das Virus nicht reinzulassen: Dafür war es zu spät», sagte Stadler der Deutschen Presse-Agentur. Bei Infektionsgeschehen, wie es am 8. März bereits vorhanden war, sei eine Grenzschließung nur noch verbunden mit einer drastischen Einschränkung der Kontakte im Land sinnvoll. Dann trage die Reduzierung der Kontakte aus dem Ausland etwas dazu bei, die Ausbreitung zu bremsen.

Wegen des derzeitigen Lockdowns haben in Großbritannien einer Studie zufolge etwa 700.000 Selbstständige aufgegeben. Das entspreche etwa jedem Siebten und sei ein Anstieg von 50 Prozent im Vergleich zum ersten Lockdown im Frühling, teilte die Denkfabrik Resolution Foundation mit.

Die Corona-Pandemie habe die Lebensstandards stark beeinträchtigt: Mehr als zwei von fünf Selbstständigen hätten Einnahmeeinbußen von mehr als 25 Prozent zu verzeichnen, Hilfsmaßnahmen der Regierung erreichten viele nicht. "Die Regierung sollte die Zulassungskriterien für die Unterstützung erweitern, um denjenigen zu helfen, die bisher ausgeschlossen wurden", forderte die Finanzexpertin des Thinktanks, Hannah Slaughter. Zur Gegenfinanzierung könne die Regierung unter anderem zu hohe Zuschüsse für Arbeitnehmer in der Pandemie zurückfordern.

Seit Wochen gilt in Großbritannien zum wiederholten Mal ein Lockdown mit weitreichenenden Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen.

Neuseeland meldet mit drei lokal übertragenen Fällen die ersten Corona-Neuinfektionen seit Januar. Laut Chris Hipkins, dem Minister für Corona-Maßnahmen, handele es sich bei den Betroffenen um ein Paar und dessen Tochter in der Millionenstadt Auckland. Derzeit liefen Tests, um herauszufinden, ob die Infektionen von einer der neuen und besonders ansteckenden Corona-Varianten ausgelöst wurden.

"Unser System hat reagiert. Wir sammeln so schnell wie möglich alle Daten", sagte Hipkins auf einer eilig einberufenen Pressekonferenz in der Hauptstadt Wellington. "Und das System, das in der Vergangenheit so gut für uns funktioniert hat, macht sich nun erneut dafür bereit."

Es sind die ersten Fälle seit 24. Januar, als bei einer aus Europa eingereisten Person nach Entlassung aus der obligatorischen zweiwöchigen Quarantäne Symptome auftraten und sie positiv getestet wurde. Zuvor hatte Neuseeland zwei Monate lang keine lokal übertragenen Fälle verzeichnet.

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hat einen Aktionsplan zur Schließung von im Lockdown entstandenen Bildungslücken bei Schülern angekündigt. Nach der Pandemie werde das Schulsystem vor der "riesigen Herausforderung stehen, Bildungsdefizite abzubauen", sagte Karliczek der "Welt am Sonntag". Es müsse damit gerechnet werden, dass sich in der Pandemie die Lernzeit der Schüler verringert habe, insbesondere bei leistungsschwächeren Kindern und Jugendlichen. "Das wird sich vermutlich auch in Lernrückständen niederschlagen", sagte Karliczek. Mit der Präsidentin der Kultusministerkonferenz sei sie über einen gemeinschaftlichen Aktionsplan im Gespräch. Für den schulischen Bereich seien zwar die Länder verantwortlich, sie wolle aber Unterstützung anbieten.

Die letzten internationalen Vergleichsstudien fielen laut Karliczek alle eher durchschnittlich aus. Vor diesem Hintergrund müsse Deutschland aufpassen, "dass durch die Pandemie das Bildungsniveau mittelfristig nicht insgesamt sinkt", sagte die Ministerin. "Es muss eine Aufholstrategie entwickelt werden." 

Peru hat mit Oscar Ugarte den fünften Gesundheitsminister seit dem Beginn der Corona-Pandemie vor knapp einem Jahr ernannt. Ugarte legte seinen Amtseid bei einer kurzen Zeremonie mit Interimspräsident Francisco Sagasti ab, nachdem seine Vorgängerin Pilar Mazzetti am Freitag wegen eines Impfskandals zurückgetreten war. Der 76-Jährige Arzt war bereits unter Ex-Präsident Alan Garcia von 2008 bis 2011 Gesundheitsminister des lateinamerikanischen Landes gewesen.

Peru erlebt derzeit einen starken Anstieg an Corona-Neuinfektionen. Die Krankenhäuser in dem Andenstaat verzeichneten zuletzt mit mehr als 14.100 Corona-Patienten einen neuen Höchststand. Das peruanische Impfprogramm hatte am Dienstag begonnen, nachdem das Land 300.000 Impfdosen der chinesischen Firma Sinopharm erhalten hatte. 

Hintergrund von Mazzettis Rücktritt waren Berichte, wonach sich der frühere peruanische Präsident Martin Vizcarra nur wenige Wochen vor seiner Amtsenthebung im Herbst vergangenen Jahres heimlich gegen das Coronavirus impfen ließ. Zu diesem Zeitpunkt war in Peru noch kein Corona-Impfstoff zugelassen. Vizcarra verteidigte seine frühzeitige Impfung damit, dass er die "mutige Entscheidung" getroffen habe, den Corona-Impfstoff des chinesischen Staatsunternehmens Sinopharm als einer von 12.000 Freiwilligen zu testen.

Bei seinem ersten Video-Gespräch als Vorsitzender der G7 will der britische Premierminister Boris Johnson die anderen Staats- und Regierungschefs zu engerer Zusammenarbeit bei der Verteilung von Corona-Impfstoffen aufrufen. Gemeinsam solle ein neuer, globaler Ansatz verfolgt werden, um der "nationalistischen und spaltenden Politik" ein Ende zu setzen, die anfangs die Reaktion auf das Coronavirus beeinträchtigt habe, teilte die britische Regierung in London mit.

Das Online-Treffen der G7 sei für den kommenden Freitag geplant. Johnson werde darauf hinweisen, dass der Schutz der eigenen Bürger nicht auf Kosten einer einheitlichen Reaktion erfolgen dürfe, betonte die Regierung. "Die ersten zwölf Monate der Pandemie haben gezeigt, dass kein Land sicher sein kann, bis jedes Land sicher ist." Die Einführung von Impfstoffen biete eine neue Gelegenheit, den Wert internationaler Zusammenarbeit zu demonstrieren.

"Quantensprünge in der Wissenschaft haben uns die Impfstoffe ermöglicht, die wir brauchen, um diese Pandemie endgültig zu beenden", sagte Johnson der Mitteilung zufolge. Nun trügen die Regierungen die Verantwortung, diese Impfstoffe mithilfe weltweiter Kooperation bestmöglich zu nutzen.

Die Corona-Impfungen in den USA haben die Marke von 50 Millionen überschritten. Das teilte die US-Gesundheitsbehörde CDC mit. Die Angaben beziehen sich sowohl auf den Impfstoff von Moderna als auch auf den von Pfizer/BioNTech. Knapp 70 Millionen Dosen seien landesweit ausgeliefert worden. Nach CDC-Angaben haben rund 37 Millionen Menschen mindestens eine Dosis erhalten, über 13 Millionen bereits die zweite. Rund 5,7 Millionen Impfungen wurden demnach in Pflegeeinrichtungen verabreicht.

Bundesinnenminister Horst Seehofer hat bekräftigt, dass die ab heute geltenden Einreiseregeln streng kontrolliert werden. "Wer nicht zu einer der wenigen Ausnahmen gehört, kann nicht einreisen", sagte der CSU-Politiker der "Bild am Sonntag". Er rechne mit Verzögerungen. "Durch die Kontrollen kann es hier und da zu Wartezeiten kommen. Die Bundespolizei wird den Verkehr nicht einfach durchwinken."

Mit der Bundespolizei sei aber besprochen, die Kontrollen der Lage angepasst durchzuführen, um größere Rückstaus zu vermeiden. Einreisende müssten einen negativen Corona-Test vorlegen. Das gelte auch für alle Lastwagenfahrer, hieß es. An den Grenzen zu Tschechien und dem österreichischen Bundesland Tirol treten in der Nacht zum Sonntag schärfere Einreiseregeln in Kraft. Aus Angst vor den dort verbreiteten, ansteckenderen Varianten des Coronavirus wird an den entsprechenden Grenzübergängen in Bayern und Sachsen scharf kontrolliert.

Laut einer Verordnung des Bundesinnenministeriums dürfen aus den betroffenen Gebieten nur noch Deutsche sowie Ausländer mit Wohnsitz und Aufenthaltserlaubnis in Deutschland einreisen. Ausnahmen gibt es für Ärzte, Kranken- und Altenpfleger sowie für Lastwagenfahrer und landwirtschaftliche Saisonkräfte.