CDU-Chef Laschet. | dpa
Liveblog

Coronavirus-Pandemie ++ Laschet warnt vor Grenzschließungen ++

Stand: 15.02.2021 23:18 Uhr

NRW-Ministerpräsident Laschet warnt vor negativen Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft durch Grenzschließungen. Die WHO hat dem Impfstoff von AstraZenca die Notfall-Zulassung erteilt. Die Entwicklungen vom Montag zum Nachlesen.

  • Laschet warnt eindringlich vor Grenzschließungen
  • Österreich: Weitere Öffnungen frühestens Ostern
  • Großbritannien: Vorsichtiger Ausstieg aus Lockdown
  • Dänemark verschärft Einreisebeschränkungen
  • 4426 Neuinfektionen und 116 weitere Todesfälle in Deutschland
  • Lange Lkw-Staus an deutsch-tschechischer Grenze
15.2.2021 • 23:18 Uhr

Ende des Liveblogs

Für heute schließen wir den Liveblog. Vielen Dank für Ihr Interesse!

15.2.2021 • 22:21 Uhr

England: Strafe für Vogel-Fans

Mehrere Vogel-Fans sind in der englischen Grafschaft Devon bei einer verbotenen Reise erwischt worden, auf der sie eine seltene Vogelart fotografieren wollten. Fünf Menschen mussten Strafe zahlen, nachdem die Polizei über den Bruch der Corona-Regeln verständigt worden war, wie die Devon and Cornwall Police mitteilte. Im aktuellen Lockdown sind Reisen bis auf wenige Ausnahmen verboten. Die Menschen in England dürfen das Haus zwar für Sport oder Spaziergänge verlassen, sollen dabei aber im eigenen Viertel bleiben. Die Vogel-Fans hatten sich auf den Weg in das Seebad Exmouth in Devon gemacht, um einen Blick auf die sogenannte Spottdrossel zu erhaschen. Üblicherweise kommt die Spottdrossel eher in Kanada, Mexiko oder den USA vor. Ein Anwohner in Exmouth hatte Fotos von dem Vogel in seinem Garten auf Twitter geteilt und damit für Begeisterung in der Beobachter-Szene gesorgt.

Der britische Premierminister Boris Johnson spricht sich für ein weltweites Pandemie-Abkommen aus. Damit solle sichergestellt werden, dass die Unterzeichnerstaaten "alle ihre Daten beisteuern" auch um zukünftige Seuchen zu verhindern. EU-Ratspräsident Charles Michel begrüßt in einer ersten Reaktion den Vorschlag.

Trotz wiederholter Warnungen vor zugefrorenen Gewässern waren in Berlin-Kreuzberg Tausende am Urbanhafen auf dem Eis - zum Teil ohne Maske und ohne die Abstandsregeln einzuhalten. Polizisten haben die nicht genehmigte Veranstaltung am Sonntagnachmittag aufgelöst. Zwischen 2000 und 2500 Menschen seien bei Musik auf dem Eis unterwegs gewesen, sagte eine Polizeisprecherin. Weil nur wenige Beamte vor Ort waren, habe man einzelnen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz nicht nachgehen können.

Der Urbanhafen ist ein Binnenhafen des Landwehrkanals, der keine Hafenfunktionen mehr hat. Polizisten hätten die Anwesenden über Lautsprecherdurchsagen dazu aufgefordert, das Eis zu verlassen - daraufhin habe sich die Menschenmenge schnell wieder zerstreut.

Auf Twitter sorgte ein Video der RBB-Abendschau für Aufsehen, auf dem zu sehen ist, wie dutzende Menschen ausgelassen zu Techno-Musik tanzen und auf dem Eis springen. Auf Nachfrage bestätigte die Polizei, dass die Szenen von der Veranstaltung am Urbanhafen stammen.

Die französische Gesundheitsbehörde meldet 4376 neue Infektionen mit dem Coronavirus binnen 24 Stunden. Das sind etwas weniger als am Montag vor einer Woche mit 4317 Fällen. Am Sonntag waren 16.547 Neuinfektionen gemelden worden. Nach dem Wochenende werden typischer Weise weniger Fälle registriert. Seit Beginn der Pandemie zählt das Land 3,47 Millionen Corona-Infektionen. Die Zahl der Todesfälle liegt mit 412 neuen Fällen bei insgesamt 82.226.

Der neue CDU-Bundesvorsitzende Armin Laschet hat sich eindringlich gegen eine Bevormundung der Bürger im Kampf gegen die Corona-Pandemie ausgesprochen. "Populär ist glaube ich immer noch die Haltung, alles verbieten, streng sein, die Bürger behandeln wie unmündige Kinder", sagte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident beim digitalen Neujahrsempfang des baden-württembergischen Landesverbands des CDU-Wirtschaftsrats. Das trage aber nicht auf Dauer, sagte Laschet. Man müsse das Virus und seine Mutationen zwar ernst nehmen. Aber man müsse zu einer abwägenden Position zurückkommen. Kinder, die monatelang nicht in Schule oder Kita gehen, erlitten vielleicht Schaden fürs ganze Leben.

Laschet warnte vor einem zu einseitigen Fokus auf den Inzidenzwert. "Man kann nicht immer neue Grenzwerte erfinden, um zu verhindern, dass Leben wieder stattfindet", sagte er. "Wir können unser ganzes Leben nicht nur an Inzidenzwerten abmessen." Man müsse all die anderen Schäden etwa für die Gesellschaft und die Wirtschaft genauso im Blick haben wie die Inzidenzzahlen.

Die Finanzminister der Euro-Zone wollen im April besprechen, wie der Übergang von Hilfen für alle Unternehmen zu gezielteren Maßnahmen vollzogen werden kann. Das gibt der irische Finanzminister und Euro-Gruppen-Chef Paschal Donohoe nach Gesprächen mit seinen Amtskollegen bekannt. Dabei werde auch besprochen, wie Firmen ausfindig gemacht werden sollten, die man kontrolliert in Konkurs gehen lassen werde. Allgemein sei man sich einig, dass die Staatshilfen in der Pandemie so lange wie nötig gewährt werden sollten.

Beim Impfen läuft es nicht rund, nun will die Regierung Schnelltests für zu Hause vorantreiben. Anfang März könnten sie zugelassen werden. Die FDP macht Druck auf die Bundesregierung.

In Großbritannien haben mehr als 90 Prozent der über 70-Jährigen eine erste Impfung gegen das Coronavirus bekommen. "Das ist ein einzigartiger, nationaler Erfolg", sagte der britische Premier Boris Johnson in London. Seine Regierung hat mit 15 Millionen Corona-Impfungen ihr Etappenziel für Mitte Februar erreicht. "Das ist jedoch kein Moment zum Entspannen", sagte Johnson. "Die Gefahr bleibt sehr real." Noch immer würden mehr Menschen mit Covid-19 in britischen Krankenhäusern behandelt als während der ersten Corona-Welle im April. Bis Ende April wollen die Briten allen über 50-Jährigen eine erste Impfdosis verpasst haben. Die Zahl der Neuinfektionen fällt im Vereinigten Königreich seit einigen Wochen drastisch ab, ist aber weiter auf hohem Niveau. In den vergangenen sieben Tagen zählte das Land pro 100.000 Einwohnern knapp 150 Neuinfektionen.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet warnt vor negativen Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft durch Grenzschließungen und setzt sich damit von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) ab. Man erlebe momentan, dass Lieferketten vor allem für die deutsche Automobilindustrie wieder gefährdet würden, sagt Laschet beim virtuellen Neujahrsempfang des Wirtschaftsrates Baden-Württemberg. "Wir müssen höllisch aufpassen, dass wir nicht mit 'Ersatzmaßnahmen' die gesamten Lieferkettenprozesse im Binnenmarkt zerstören." Eine Grenzschließung verursache riesige Schäden, man sehe die Probleme bereits jetzt an der tschechischen Grenze. "Wir müssen aufpassen, dass wir jetzt nicht den gleichen Fehler wieder machen", fügte er in Anspielung auf das Frühjahr 2020 hinzu.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr erwartet weiterhin keine schnelle Erholung des Luftverkehrs in der Corona-Krise. Bislang sei keine Entspannung zu spüren, stattdessen gebe es zusätzliche Reisebeschränkungen, sagte der Manager in einem Online-Gespräch der London School of Economics. In den kommenden Wochen werde es daher sehr schwache Passagierzahlen geben und auch ab dem Sommer rechne er nur mit 40 bis 60 Prozent des Vorkrisen-Niveaus. Allein diese Spanne bedeute für sein Unternehmen eine große operative Herausforderung bei der Einsatzplanung für Personal und Jets. Der Airline-Chef sprach sich erneut für den stärkeren Einsatz von Corona-Tests vor Flugantritt aus. Es fehle aber weiterhin an behördlichen Vorschriften, während sich Lufthansa auf den Testeinsatz vorbereitet habe. Weltweit werde sich die Auffassung durchsetzen, dass Flugpassagiere entweder geimpft oder getestet sein müssten.

Flugzeuge der Lufthansa stehen auf dem Frankfurter Flughafen. | REUTERS

Seit Monaten in der Krise: Die Flotte wird von rund 800 auf 650 Flugzeuge schrumpfen, heißt es bei der Airline. Bild: REUTERS

In rund der Hälfte der 21 Länder im östlichen Mittelmeerraum sind inzwischen Corona-Impfkampagnen angelaufen. "Bisher wurden mehr als 6,3 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs in zwölf Ländern der Region verabreicht", erklärte Ahmed al-Mandhari, Leiter des Regionalbüros der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für den östlichen Mittelmeerraum. Die Region erstreckt sich von Nordafrika bis in den Nahen Osten und umfasst laut WHO rund 600 Millionen Menschen. Seit Beginn der Pandemie wurden dort mehr als sechs Millionen Infektionsfälle und rund 140.000 Todesfälle verzeichnet. Saudi-Arabien begann seine Impfkampagne demnach Mitte Dezember, Marokko und Ägypten Ende Januar, der Libanon vergangenen Sonntag. Israel, das bereits mehr als 3,8 Millionen seiner Einwohner geimpft hat, ist nicht in der WHO-Statistik enthalten. Neun Länder - darunter Irak und Tunesien - haben noch nicht mit der Immunisierung begonnen. Im Palästinensergebiet und in Tunesien sollen laut al-Mandhari "in den kommenden Wochen" über die Covax-Initiative, die sich für eine faire Verteilung von Corona-Impfstoffen einsetzt, die ersten Impfdosen eintreffen.

Die konservative Vereinigung Werte-Union hat Bundeskanzlerin Angela Merkel aufgefordert, wegen der schleppenden Auszahlung der Corona-Hilfen Wirtschaftsminister Peter Altmaier zu entlassen. "Viele Selbstständige haben die seit Monaten zugesagten Corona-Hilfeleistungen das Staates nicht bekommen, sondern nur unzulängliche Abschlagszahlungen und stehen deshalb vor dem wirtschaftlichen Ruin", erklärte der Vorsitzende der Werte-Union, Alexander Mitsch . Altmaier habe dafür "persönlich die Verantwortung zu tragen". Die Kanzlerin dürfe "dieses Versagen des zuständigen Ministers" nicht tolerieren, so Mitsch. "Die Kanzlerin muss Peter Altmaier von seinen Aufgaben entlassen."

Die Werte-Union versteht sich als konservative Basisbewegung von CDU und CSU. Sie hatte im Rennen um den CDU-Vorsitz den Kandidaten Friedrich Merz unterstützt. Eine offizielle Parteigliederung ist die Werte-Union nicht.

Jordanien hat als erstes Land der Welt ein Corona-Impfzentrum in einem Flüchtlingslager eröffnet. Die Einrichtung im Saatari-Camp für syrische Flüchtlinge sei die erste dieser Art weltweit, sagte Mohammed Hawari, Sprecher des UN-Hochkommissariats für Flüchtlinge (UNHCR) in Jordanien. Rund 2000 der 80.000 Bewohner des Lagers an der Grenze zu Syrien haben sich demnach für eine Impfung angemeldet. Und etwa 1200 von ihnen erfüllten die notwendigen Kriterien, um bevorzugt geimpft zu werden, fügte Hawari hinzu. In Jordanien werden zunächst über 65-Jährige, Menschen mit Vorerkrankungen und Mitarbeiter des Gesundheitswesens geimpft.

Impfzentrum im jordanischen Flüchtlingslager Saatari. | AFP

Jordanien hat insgesamt 663.000 bei der UNO registrierte syrische Flüchtlinge aufgenommen. Nun startete die Regierung ein Programm zur Impfung registrierter Flüchtlinge im Saatari-Lager. Bild: AFP

Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC hat davor gewarnt, Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus und dessen Varianten zum jetzigen Zeitpunkt zu lockern. Die epidemiologische Lage bleibe sehr besorgniserregend, die Belegung der Krankenhaus- und Intensivbetten auf einem hohen Niveau, teilte ECDC-Direktorin Andrea Ammon mit. Sollten die Maßnahmen zur Virus-Eindämmung nicht beibehalten oder gar verstärkt werden, müsse man Studien zufolge mit einem beträchtlichen Anstieg der Infektions- und Todesfallzahlen rechnen. Unmittelbare, strikte und entschiedene Maßnahmen seien entscheidend, um die Virus-Übertragungen zu kontrollieren und die Kapazitäten des Gesundheitswesen zu schützen, erklärte das ECDC in seiner neuen Corona-Risikobewertung. Während die meisten Länder im Europäischen Wirtschaftsraum derzeit sinkende Infektionszahlen verzeichneten, habe die Einführung und zunehmende Verbreitung der zuerst in Großbritannien, Südafrika und Brasilien bemerkten Virus-Varianten Besorgnis ausgelöst.

Angesichts fehlender Impfstoffdosen setzt die brasilianische Metropole Rio de Janeiro die Impfungen gegen das Coronavirus aus. "Ich habe die Nachricht erhalten, dass neue Dosen nicht angekommen sind", schrieb Bürgermeister Eduardo Paes auf Twitter. "Wir werden unsere Kampagne morgen unterbrechen müssen." Demnach soll Rio die neue Charge von Impfstoffen kommende Woche erhalten. Auch andere Städte im Bundesstaat Rio de Janeiro und in Brasilien hatten schon einen Impfstoffmangel gemeldet oder die Impfungen gestoppt.

Hamburgs Obdachlose erhalten Corona-Schutz aus Taiwan: Die buddhistische Hilfsorganisation Tzu Chi Foundation hat der Hamburger Diakonie 200 FFP2-Masken, 12.000 Stück medizinischen Mundschutz sowie Einmalhandschuhe und Schutzkittel gespendet, wie die Diakoniemitteilte. Weil Taiwan relativ unbeschadet durch die Corona-Krise gekommen ist, fühlten viele Taiwaner und Taiwanerinnen verantwortlich, diese schwere Zeit mit allen Menschen der Welt gemeinsam zu meistern.

15.2.2021 • 18:36 Uhr

US-Immunologe Fauci erhält Preis

Der renommierte US-Immunologe Anthony Fauci ist für seine Rolle während der Corona-Krise mit dem israelischen Dan-David-Preis ausgezeichnet worden. Sein Preisgeld beläuft sich auf eine Million Dollar (etwa 825.000 Euro), wie die Stiftung mitteilte. Fauci sei auch für seinen Einsatz gegen das Aidsvirus ausgezeichnet worden, aber "insbesondere für seinen Kampf um Anerkennung für neue Ansätze, wie mRNA-Impfungen, die nun Millionen weltweit verabreicht werden, und für die mutige Verteidigung der Wissenschaft gegen unwissende Opposition während der herausfordernden Corona-Krise", teilte die Jury mit.

Nach dem Abgang des Ex-US-Präsidenten Donald Trump im Weißen Haus hatte Fauci gesagt, es habe bei Trump Momente gegeben, in denen Dinge kommuniziert wurden, die nicht auf wissenschaftlichen Fakten basierten. Er habe auch nicht das Gefühl gehabt, dass er Trump ohne negative Folgen widersprechen konnte. Jetzt berät Fauci den neuen Präsidenten, den Demokraten Joe Biden.

Anthony Fauci | dpa

US-Immunologe Anthony Fauci: Ausgezeichnet im Bereich Öffentliche Gesundheit. Bild: dpa

Eine Corona-Infektion schützt einer Studie aus Österreich zufolge zumeist vor einer erneuten Ansteckung. Nach einem Abstand von ungefähr sieben Monaten zur Erstinfektion hätten Menschen mit einer bereits durchgemachten Sars-CoV-2-Infektion ein um 91 Prozent niedrigeres Risiko für eine Ansteckung aufgewiesen, berichteten Forscher von der Med Uni Graz im "European Journal of Clinical Investigation". Die Ergebnisse seien aber noch vorsichtig zu interpretieren, hieß es von der Universität. Für die Studie wurden in der zweiten Infektionswelle von September bis November des vergangenen Jahres Menschen, die sich in der ersten Infektionswelle mit dem Virus infiziert hatten, mit der übrigen österreichischen Allgemeinbevölkerung verglichen. "Diese Daten zeigen eine sich aufbauende Immunität gegen Sars-CoV-2 in der österreichischen Bevölkerung, wobei wir aktuell noch nicht wissen, inwieweit diese Immunität auch auf diverse Sars-CoV-2-Virusmutationen umzulegen ist, beziehungsweise wie lange und in welcher Stärke dieser Re-Infektionsschutz über größere Zeiträume anhält", sagte Franz Allerberger von der Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit.

Nach einem Beschluss des Sozialgerichts Karlsruhe muss ein Jobcenter einen Klienten mit FFP2-Masken ausstatten. Der Mann hatte einen Eilantrag eingereicht. Er muss nun zusätzlich zum Regelsatz entweder als Sachleistung wöchentlich 20 FFP2-Masken zugesandt oder als Geldleistung hierfür monatlich 129 Euro zusätzlich ausgezahlt bekommen, entschied das Gericht. Der Beschluss ist rechtskräftig. Das Gericht ist der Auffassung, dass der Arbeitssuchende einen besonderen Mehrbedarf an wöchentlich 20 FFP2-Masken glaubhaft machen konnte. Ohne Mund-Nasen-Bedeckungen dieses Standards seien er und alle Empfängerinnen und Empfänger von Grundsicherungsleistungen in ihrem Grundrecht auf sozialen Teilhabe in unverhältnismäßiger Weise eingeschränkt.

AZ: S 12 AS 213/21 ER

Um die Produktion von Coronavirus-Schnelltests anzukurbeln, hat Grünen-Chef Robert Habeck für eine staatliche Abnahmegarantie plädiert. Selbst-Schnelltests könnten ein wichtiger Bestandteil einer Lockerungsstrategie sein, sagte Habeck in Berlin. Es brauche solche Tests für Schulen, Kitas und andere Bereiche des öffentlichen Lebens in ausreichender Menge. Aus der "nicht glücklich gelaufenen" Impfstoff-Beschaffung müssten Lehren gezogen werden, verlangte Habeck. Bei den Schnelltests wie auch in früheren Phasen der Pandemie habe die Bundesregierung aber zu spät und wenig vorausschauend agiert. Derzeit sind solche Tests noch im Prüfverfahren für eine Zulassung. Die Idee bei einer Abnahmegarantie: Wenn staatliche Stellen schon zuvor den Einkauf bestimmter Mengen zusichern, könnten Hersteller bereits vor der Zulassung mit der Produktion beginnen und wüssten, dass sich die Investition lohnt.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz erhofft sich vom schnellen Impfen Schub für die wirtschaftliche Erholung nach der Corona-Krise. Deshalb sei keine Zeit zu verlieren, sobald genügend Corona-Impfstoff vorhanden sei, sagte der SPD-Politiker vor einer Tagung der Eurogruppe. In Deutschland müssten dann auch rasch Haus- und Betriebsärzte in die Kampagne einbezogen werden.

Olaf Scholz während einer Rede. | AFP

Bundesfinanzminster Olaf Scholz hofft einen wirtschaftlichen Schub durch Corona-Impfungen. Bild: AFP

Das Deutsche Rote Kreuz in Sachsen bietet "allein in dieser Woche 17.700 freie Termine für die Erstimpfung" in 13 Impfzentren an. Man rechne durch die angekündigt kontinuierlich steigende Impfstoffmenge mit mehr Terminangeboten in den kommenden Wochen, teilte das DRK im Freistaat mit. Man gehe davon aus, dass die 17.700 Termine schnell ausgebucht seien. Die Meldung ist ein Hinweis darauf, dass sich die Impfdebatte in den kommenden Wochen umkehren könnte: Statt des Impfmangels muss dafür gesorgt werden, dass die gelieferten Impfmengen auch verimpft werden.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hält es mit Blick auf die Corona-Lage für verfrüht, sich beim Thema Osterurlaub schon jetzt festzulegen. "Wir müssen abwarten, wie sich die Inzidenzen in Deutschland und auch der sogenannte R-Wert, also die Zahl der Menschen, die ein Infizierter im Schnitt ansteckt, weiter entwickeln werden", sagte Weil in Hannover. Zudem sei noch nicht abzusehen, wie schnell und wie intensiv sich die Virusmutationen verbreiten werden. "So gerne ich den an einer Reise Interessierten und dem Beherbergungsgewerbe Orientierung geben würde - definitive Aussagen sind leider noch nicht möglich."

Die Bemühungen der EU um weitere Corona-Impfdosen haben Insidern zufolge zunächst gemischte Ergebnisse gebracht. Mit dem US-Pharmakonzern Moderna stehe man in Verhandlungen über 150 Millionen weitere Dosen, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters von zwei hochrangigen EU-Vertretern. Ferner würde ein Vertrag mit Novavax über 200 Millionen Dosen vor dem Abschluss stehen, sagten sie. Darüber hatte Reuters vergangene Woche berichtet. Dagegen sollen die Verhandlungen mit AstraZeneca stocken. Bei dem jüngsten Treffen habe der britisch-schwedische Pharmakonzern die Möglichkeit ins Spiel gebracht, Impfdosen aus Indien oder den USA nach Europa zu importieren.

Nach dem BioNTech-Corona-Impfstoff empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) jetzt auch den Impfstoff von AstraZeneca für den Einsatz. Die WHO erteilte eine Notfallzulassung, wie sie in Genf berichtete. Sie folgte damit der Empfehlung ihres unabhängigen Impfrats (SAGE). Neben der Wirksamkeit und Sicherheit prüft die WHO für eine solche Zulassung auch die Qualität der Fabriken, in denen das Serum hergestellt wird.

Die WHO-Notfallzulassung (EUL - Emergency Use Listing) ist die Voraussetzung, damit UN-Organisationen den Impfstoff einkaufen und verteilen können. Ebenso können Länder, die keine eigenen Kapazitäten für wissenschaftlichen Prüfungen haben, aufgrund der Vorarbeit der WHO eine Zulassung in ihrem Land erteilen.

Für Länder wie Großbritannien, die USA oder die Mitglieder der EU und viele weitere spielt die WHO-Notfallzulassung keine Rolle. Sie machen selbst Risikoanalysen und entscheiden über eine Zulassung. Viele Länder haben bereits mehrere Corona-Impfstoffe zugelassen, darunter auch die von BioNTech und AstraZeneca.

Zwischen Ampullen mit dem Corona-Impfstoff liegt eine Einmal-Spritze, im Hintergrund das Logo des Vakzin-Herstellers AstraZeneca. | REUTERS

Durch die WHO-Notfallzulassung für den Impfstoff von AstraZeneca können mehr Entwicklungsländer auf den vergleichsweise billigen Impfstoff zurückgreifen. Bild: REUTERS

Die Regierung in Österreich rechnet mit weiteren Öffnungsschritten frühestens um Ostern herum. Die Entscheidung darüber werde am 1. März fallen, kündigte Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) in Wien an. Es sei "nach wie vor große Vorsicht notwendig", meinte der Regierungschef. Vor einer Woche hatten in Österreich alle Geschäfte, Friseure und andere körpernahen Dienstleister wieder geöffnet. Für den Besuch der Dienstleister ist ein negativer Corona-Test nötig. Trotz dieser Öffnung sei die Lage stabil, meinte Kurz. Er verwies erneut auf die Millionen von Tests, mit denen das Geschehen unter Kontrolle gehalten werden soll. "Wenn wir testen, testen, testen - dann ist das die Alternative zum Lockdown", betonte der Landeschef der Steiermark, Hermann Schützenhöfer (ÖVP). Auf eine Öffnungs-Perspektive wartet vor allem die seit Monaten geschlossene Hotellerie und Gastronomie. 

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) betonte den drastischen Rückgang bei der Zahl der Todesfälle. Inzwischen gebe es im Vergleich zum November nur noch einen Bruchteil der Fälle in Alten- und Pflegeheimen. Das habe dazu geführt, dass - nach 3000 Toten im Dezember - im Januar nur noch 1500 Covid-Opfer gezählt worden seien. Auch im Februar sei der Trend weiter stark rückläufig. In Österreich liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei 107. In Tirol, in dem zuletzt vermehrt Fälle der Südafrika-Variante des Virus aufgetreten sind, ist sie mit 73 Fällen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen besonders niedrig.

Kanzler Kurz nimmt Maske ab | dpa

Es sei "nach wie vor große Vorsicht notwendig", sagte Österreichs Kanzler Kurz. Bild: dpa

Die neue Generaldirektorin der Welthandelsorganisation (WTO), Ngozi Okonjo-Iweala, kündigt an, den wirtschaftlichen und gesundheitlichen Folgen der Corona-Krise Priorität einräumen zu wollen. "Eine starke WTO ist entscheidend, wenn wir uns vollständig und schnell vom Schaden der Covid-19-Pandemie erholen wollen", erklärte sie nach der Ernennung.

Die nigerianisch-amerikanische Ökonomin wurde heute vom Allgemeinen Rat der Organisation in Genf einstimmig für eine Amtszeit von vier Jahren ernannt. Okonjo-Iweala tritt das Amt am 1. März an und wird die erste Afrikanerin und die erste Frau an der Spitze der WTO. Wegen einer Blockade der früheren US-Regierung gegen die 66-Jährige war die Organisation mehrere Monate ohne Führung.

Die Bundesregierung will sich in der Frage möglicher Lockerungen der Corona-Regeln zu Ostern derzeit noch nicht festlegen. Es sollten die nächsten Wochen abgewartet werden, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Er betonte zugleich, die Bundesregierung "arbeitet daran, dass Ostern 2021 schon wieder ein etwas anderes Fest wird, als Ostern 2020 war." Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) erklärte, die Branche erwarte eine Öffnung von Hotels und Gaststätten "vor Ostern".

Seibert sagte, es spreche "vieles dafür, dass wir jetzt erstmal die Entwicklung der nächsten Wochen abwarten und dann bewerten, welche Lockerungen zu welchem Zeitpunkt möglich sind". Zur Zeit gebe es eine Lage, die sich in vieler Hinsicht positiv entwickele, sagte er mit Blick auf den Rückgang der Neuinfektionen und der Zahl der intensivmedizinischen Behandlungen. Auch die hohe Zahl der Todesfälle gehe endlich vorsichtig zurück. 

"Aber diese Lage ist noch unsicher", betonte der Regierungssprecher. Die Mutationen stellten eine reale Gefahr dar, deren großflächige Ausbreitung in Deutschland müsse verhindert werden. Die Debatte war am Wochenende von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) angestoßen worden. Er sagte der "Bild am Sonntag", Osterurlaub in Deutschland könne es dieses Jahr leider nicht geben. Durch eine zu große Mobilität würden die Erfolge bei der Pandemie-Bekämpfung zerstört.

Die Gesundheitsbehörden in Dänemark gehen davon aus, nahezu alle dazu bereiten Menschen im Land noch vor den Sommerferien gegen das Coronavirus geimpft zu haben. Das geht aus dem wöchentlich aktualisierten Impfkalender der dänischen Gesundheitsverwaltung hervor. Die in Kopenhagen ansässige Behörde rechnet demnach damit, dass Dänemark vor dem Sommer knapp eine Million Impfdosen mehr als bislang angenommen erhält.

Besonders der US-Konzern Pfizer wolle ab April deutlich mehr Dosen liefern, während das britisch-schwedische Unternehmen AstraZeneca mitgeteilt habe, seine Lieferzahlen nach unten justieren zu müssen. Insgesamt bedeute dies, dass sich Dänemark darauf freuen könne, rund 900.000 Impfdosen mehr als vorige Woche erwartet zu bekommen, erklärte Behördendirektor Sören Broström. Seine Behörde rechne deshalb damit, alle, die dies wünschten, bis zum 27. Juni gegen Covid-19 geimpft zu haben. Das wäre noch einmal eine Woche früher als zuvor angedacht.

Die Gesundheitsverwaltung unterstrich, dass es sich auch jetzt um Prognosen handele, die sich wieder ändern könnten. In dem Fünf-Millionen-Einwohnerland haben bis zum 9. Februar mehr als 200.000 Menschen ihre erste und fast 150.000 auch ihre zweite Impfdosis erhalten. Im europäischen Vergleich der EU-Gesundheitsbehörde ECDC zählt Dänemark zu den Ländern in Europa, in denen bislang am meisten Erwachsene geimpft worden sind.

Mutmaßliche Verstöße gegen den Corona-Lockdown in Malaysia haben nach Regierungsangaben zu 1111 Festnahmen an einem Tag geführt. Ein Drittel davon habe Menschen betroffen, die am Sonntag versucht hätten, die Grenzen zwischen den 13 Bundesstaaten zu überqueren, teilte Verteidigungsminister Ismail Sabri Yaakob am Montag mit. Viele wurden demnach wegen Regelverstößen zur Wahrung körperlicher Distanz oder zum Tragen von Gesichtsmasken in Gewahrsam genommen. Die Zahl der täglichen Festnahmen wegen Corona-Verstößen bewegt sich in der Regel im dreistelligen Bereich. Die meisten Betroffenen werden meist nach der Zahlung einer Geldstrafe wieder auf freien Fuß gesetzt.

Nach einem deutlichen Anstieg der Fallzahlen seit Dezember hatte die Regierung des südostasiatischen Landes im Januar einen Lockdown verhängt. Anfang Februar wurde dieser um zwei Wochen verlängert und gilt derzeit für weite Teile des Landes außer dem Bundesstaat Sarawak auf Borneo. Die Bewohner müssen soweit wie möglich im Homeoffice arbeiten und dürfen sich nur noch in einem Radius von zehn Kilometern von ihren Wohnungen bewegen. Die Überquerung der Grenzen zwischen den Bundesstaaten ist untersagt.

Am Montag vermeldete das Gesundheitsministerium mit knapp 2200 Neuinfektionen den niedrigsten Tageswert seit Anfang Januar. In dem Land mit seinen knapp 32 Millionen Einwohnern haben sich bislang insgesamt mehr als 266.000 Menschen infiziert, 975 starben in Verbindung mit dem Virus.

Die Schwarzarbeit hat 2020 deutlich zugenommen. Und auch die Schattenwirtschaft ist zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder gewachsen. Der Hauptgrund: Corona

Mehr als 200.000 Impfungen gegen das Coronavirus sind in Israel zu Spitzenzeiten pro Tag vorgenommen worden. Das Land gehört mit seiner Kampagne zu den weltweiten Vorreitern. Doch zuletzt nahm die Piks-Bereitschaft der Israelis deutlich ab. Zwei Städte wollen nun auf kulinarischem Weg Anreize für Impfmuffel schaffen.

In Tel Aviv sollen Gratis-Mahlzeiten Unentschlossene am Dienstag in mobile Impfstationen in den Stadtteilen Jaffa und Kirjat Schalom locken. Wer sich dort impfen lässt - und eine Einwohnerkarte vorweisen kann oder sich dafür registrieren lässt -, der erhält dazu in Jaffa Hummus und Knafeh beziehungsweise in Kirjat Schalom Pizza und Kaffee. Beide Gegenden weisen hohe Infektionszahlen auf.

Ähnlich geht Bnei Brak bei Tel Aviv vor, eine vor allem von strengreligiösen Juden bewohnte Stadt. Wer sich dort impfen lässt, erhält "zur Belohnung" eine Portion des klassischen jüdischen Sabbatgerichts Tschulent. Das Essen gilt als wichtiger Teil der jüdischen Kultur.

In Tel Aviv bekommen Menschen, die sich mit dem BioNtech/Pfizer-Impfstoff impfen lassen, eine Pizza geschenkt. | AFP

In Tel Aviv bekommen Menschen, die sich mit dem BioNtech/Pfizer-Impfstoff impfen lassen, eine Pizza geschenkt. Bild: AFP

Wegen der neuen Corona-Regeln für die Reise durch Österreich haben sich auf Italiens Brennerautobahn am Montag lange Staus gebildet. Nördlich von Verona staute sich der Verkehr auf bis zu zehn Kilometer, teilte die Betreibergesellschaft der A22 mit. Man habe dort Reisende abfangen wollen, die ohne die nötigen Dokumente nach Österreich unterwegs waren, um zu verhindern, dass sie an der Grenze abgewiesen werden. Außerdem sollten damit lange Staus am Brennerpass entzerrt werden, da die Temperaturen dort unter dem Gefrierpunkt liegen.

Rund 200 Kilometer nördlich staute sich der Verkehr vor dem Brennerpass bei Sterzing. Dem Betreiber zufolge konnten nur 40 bis 50 Fahrzeuge je Stunde die Strecke passieren, während auf der Gegenspur die zehnfache Auslastung möglich war. In Sterzing hatten die Behörden zudem eine Station für Antigen-Schnelltests eingerichtet. Die österreichischen Behörden hätten am Sonntag den Brennerpass abgeriegelt, schrieb die Brennerautobahngesellschaft. Für die Durchreise brauche es bis auf weiteres einen negativen Corona-Test, der nicht älter als 48 Stunden ist.

Der italienische Verband der Transportbranche Conftrasporto warnte vor Chaos für den Güterverkehr auf der Straße. Für Fahrer, die außerhalb ihrer Heimat unterwegs sind, sei es schwer, Tests bei zertifizierten Labors zu machen. Laut Verband fahren mehr als 7000 Laster täglich auf der Nord-Süd-Verbindung.

Nach dem Ausbruch einer ansteckenderen Corona-Variante am Vivantes-Klinikum in Berlin-Spandau ist die Zahl der bestätigten Fälle auf 60 gestiegen. Unter den Infizierten seien 21 Mitarbeiter, teilte der landeseigene Klinikkonzern mit. In der Vorwoche waren 55 Fälle der Variante B.1.1.7 bekannt geworden.

Bei Tests von 1200 Mitarbeitern wurden nach Vivantes-Angaben neun weitere Corona-Infektionen bei Menschen ohne Symptome gefunden. Die positiven Tests würden nun auch auf Virusvarianten untersucht. Bis 25. Februar gilt ein Aufnahmestopp an dem 600-Betten-Haus. "Die Rettungsstelle ist gesperrt und wird von der Notfallrettung nicht mehr angefahren", erklärte Vivantes.

Die Diskussion um Urlaubsreisen an Ostern in Deutschland verärgert Gastgewerbe und Tourismus. "Die pauschale Absage des Osterurlaubs ist völlig inakzeptabel und ein erneuter Schlag ins Gesicht der Branche", kritisierte Guido Zöllick, Präsident des Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga). Vorstöße wie die des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer sorgten für massive Empörung. Der Deutsche Tourismusverband kritisierte: "Immer wieder neue Spekulationen über Öffnungstermine für den Tourismus an Ostern sind unverantwortlich."

Kretschmer sieht keine Chance für Urlaubsreisen zu Ostern. "Ich bin dafür, Wahrheiten auszusprechen: Osterurlaub in Deutschland kann es dieses Jahr leider nicht geben", hatte der CDU-Politiker der "Bild am Sonntag" gesagt. Der Hotel- und Gaststättenverband forderte konkrete Öffnungsperspektiven für die Branche. Spätestens bei der nächsten Bund-Länder-Runde zum weiteren Vorgehen in der Pandemie am 3. März müsse es einen Fahrplan geben, wann, wie und unter welchen Voraussetzungen, die Betriebe wieder Gäste empfangen dürften. Einer aktuellen Dehoga-Umfrage zufolge fordern 83,6 Prozent der Betriebe eine Öffnung vor Ostern.

Bei Corona-Kontrollen an den Grenzen zu Österreich und Tschechien hat die Bundespolizei in den ersten 30 Stunden in fast 5.000 Fällen die Einreise nach Deutschland untersagt. Etwa jeder Dritte der Kontrollierten sei wegen Verstößen gegen die verschärften Einreisebedingungen abgewiesen worden, teilte die Bundespolizei in einer ersten Bilanz in Potsdam mit. Die Regeln gelten seit Sonntag um Mitternacht. Ziel ist, die Ausbreitung von ansteckenderen neuen Varianten des Coronavirus zu verhindern.

Grünen-Parteichef Robert Habeck hat keine großen Erwartungen an den Gipfel, zu dem Wirtschaftsminister Peter Altmaier am Dienstag Vertreter von etwa 40 Verbänden eingeladen hat. Wenn Gipfel inflationär veranstaltet würden, führe dies zu einem "Dauerzustand der Sauerstoffarmut, um im Bergsteigerbild zu bleiben", sagt Habeck.

Die "gehäuften Gipfel" seien Ausdruck davon, dass das normale Regierungshandwerk nicht gut funktioniere. Wäre "das Wirtschaftsministerium in der Lage, seine Computerprogramme vernünftig zu fahren", bräuchte es den Gipfel nicht. Habeck spielt damit darauf an, dass sich die Antragsstellung und erste Auszahlungen etwa für Corona-Hilfen wegen der Programmierung der Software hingezogen hatten.

Deutschland liege bei der Impfquote international auf dem letzten Platz: Diesen Eindruck vermittelt eine Grafik, die unter anderem SPD-Politikerin Schwesig geteilt hat. Tatsächlich sind die EU und Deutschland global gesehen weit vorne.

Die Auszahlung der Überbrückungshilfe III an Firmen wegen der andauernden Corona-Beschränkungen läuft weiter an. Nach dem Start in der vergangenen Woche seien nunmehr 34,6 Millionen Euro an Abschlagszahlungen durch den Bund geflossen, wie eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums in Berlin mitteilte. Abgeschlossen seien 2619 Anträge von Unternehmen, weitere seien im System bereits angelegt. Firmen, die von Pandemie und Lockdown stark betroffen sind, können für die Zeit bis Ende Juni 2021 Hilfen von monatlich bis zu 1,5 Millionen Euro erhalten. Erstattet werden fixe Betriebskosten.

Angesichts von Kritik an schleppenden Zahlungen und Forderungen nach konkreten Plänen für die Lockerung von Corona-Beschränkungen hat Minister Peter Altmaier (CDU) an diesem Mittwoch einen "Wirtschaftsgipfel" einberufen. Eingeladen sind Vertreter von mehr als 40 Verbänden. Themen sollen die aktuelle Lage der Wirtschaft, die jüngsten Beschlüsse von Bund und Ländern, die Hilfen und mögliche Öffnungsperspektiven sein. Die Verlängerung des Lockdowns bis 7. März war von betroffenen Branchen heftig kritisiert worden. Bei den Hilfen für November und Dezember seien inzwischen sechs Milliarden Euro an Abschlagszahlungen und regulären Zahlungen geflossen, hieß es.

Südafrika hat seine Landgrenzen zu Nachbarländern wieder geöffnet - mindestens 20 Grenzposten machten heute auf. Es gebe Vorkehrungen, um Massenansammlungen von Reisenden an den Schaltern zu vermeiden, teilten Behördenvertreter mit. Südafrika wolle in Zusammenarbeit mit den Nachbarn einen reibungsloseren Personenverkehr sicherstellen, ergänzte Innenminister Aaron Motsoaledi. Er wollte heute die Öffnung des Kontrollpostens Lebombo an der Grenze zu Mosambik inspizieren. Zugänglich sind zudem wieder Grenzübergänge zu Zimbabwe, Lesotho, Botsuana, Namibia und das früher als Swasiland bekannte Eswatini.

Südafrika hatte seine Grenzen im Januar wegen einer Zuspitzung der Corona-Lage geschlossen, zuletzt aber einige strenge Lockdown-Maßnahmen dank rückläufiger Fallzahlen aufgehoben. Das Aufkommen der Mutante 501Y.V2 hat dem Tourismus schwer geschadet, da etliche Länder und Airlines Flüge in das Land eingeschränkt haben. Vor den Grenzschließungen hatte es Berichte über Reisende mit mutmaßlich gefälschten Corona-Tests gegeben. Wer an einem Grenzposten mit einem Fake-Nachweis aufgegriffen werde, riskiere ein mindestens fünfjähriges Einreiseverbot, drohte Motsoaledi.

Nach dem Einstieg in die Produktion eines Corona-Impfstoffes rechnet der Pharmakonzern Bayer im Dezember mit ersten Lieferungen. "Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir noch vor Jahresende - wenn alles gut geht - auch die ersten Impfstoffe sogar ausliefern können", sagte Bayer-Chef Werner Baumann in Wuppertal, nachdem er Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) den Standort gezeigt hatte. Vor zwei Wochen hatte der Leverkusener Konzern bekanntgegeben, einen Teil der Herstellung des vom Tübinger Unternehmen Curevac entwickelten Vakzins zu übernehmen.

Wegen der Beschaffung und Validierung von Geräten sowie aufwendiger Qualifizierungsstudien dauert es noch einige Monate, bis die Bayer-Anlage startklar ist - hergestellt wird in einem "Reinraum", in dem selbst kleinste Verschmutzungen verhindert werden müssen. Eine zweistellige Zahl von Arbeitsplätzen soll neu aufgebaut werden. Es wäre das erste Mal, dass Bayer einen Impfstoff herstellt.

Für den Curevac-Impfstoff läuft derzeit noch die Phase-III-Studie - die Daten dieser Studie sind nötig für grünes Licht von den Behörden. "Angepeilt wird eine Zulassung im zweiten Quartal", sagte Bayer-Pharmavorstand Stefan Oelrich. "Genaueres können wir Ihnen erst sagen, sobald die Daten vorliegen." Die ersten Chargen sollen woanders produziert werden, im Dezember könnte Bayer einsteigen - 2022 will der Konzern 160 Millionen Impfdosen herstellen.

Armin Laschet, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, und Werner Baumann, Chef der Bayer AG, vor einem Konzern-Logo. | REUTERS

Armin Laschet, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, und Werner Baumann, Chef der Bayer AG, vor einem Konzern-Logo. Bild: REUTERS

Der britische Premierminister Boris Johnson kündigte einen vorsichtigen Ausstieg aus dem Lockdown an. "Wir müssen sehr klug sein, und was wir sehen wollen, das ist ein vorsichtiger, aber unumkehrbarer Fortschritt", sagte er vor Reportern. "Wenn wir können, werden wir Termine festlegen."

Er werde alles tun, damit die Schulen am 8. März wieder geöffnet werden könnten. Der Ausstieg müsse behutsam vonstattengehen, damit das Ganze nicht ins Gegenteil umschlage, so Johnson. Die Schlüsselfrage sei, wie sehr sich eine Lockerung auf die Infektionszahlen auswirke. Die Bevölkerung wolle nicht, dass man nach einer Lockerung gezwungen sei, die Maßnahmen gleich wieder zu verschärfen.

Innenminister Herbert Reul (CDU) ist als erster Minister der nordrhein-westfälischen Landesregierung bei einem Schnelltest positiv auf das Coronavirus getestet worden. "Dem Minister geht es den Umständen entsprechend gut, er führt die Amtsgeschäfte von zu Hause aus", teilte eine Ministeriumssprecherin mit.

Aus Sorge vor mutierten Varianten des Coronavirus verschärft Dänemark seine Einreisevorschriften für Menschen aus den Grenzgebieten. Wer aus Schleswig-Holstein oder den südschwedischen Grenzregionen nach Dänemark einreisen möchte, muss ab Mittwoch neben einem triftigen Einreisegrund auch einen maximal 72 Stunden alten negativen Corona-Test vorweisen können. Das gilt auch für Grenzgänger, die ihren Arbeitsplatz oder Wohnsitz in den Gebieten haben, teilte die dänische Regierung mit. Bislang hatte für die Einwohner der Grenzgebiete ein maximal sieben Tage alter negativer Corona-Test gereicht.

Die dänischen Ministerien für Justiz und Gesundheit begründeten den Schritt mit einem in den Grenzgebieten erhöhten Risiko der Ausbreitung der zunächst in Südafrika aufgetauchten Variante. "Es ist wichtig, dass Leute, die im Grenzland wohnen und arbeiten, die Grenze überqueren können", erklärte Gesundheitsminister Magnus Heunicke. "Es ist aber auch wichtig, Dänemark gegen Virusvarianten zu beschützen, die eine größere Unsicherheit in der Epidemie schaffen können."

In Dänemark sind die Corona-Zahlen nach den Höchstwerten des Dezembers mittlerweile wieder deutlich zurückgegangen. Die Zahl der wöchentlichen Neuinfektionen im Land zählt derzeit zu den niedrigsten in ganz Europa. Dennoch befinden sich die Däninnen und Dänen weiter weitgehend im Lockdown. Grund dafür ist die Sorge vor besagten Virusvarianten. Besonders die zuerst in England aufgetauchte Variante ist mittlerweile stark im Umlauf.

Als Ersatz für den pandemiebedingt abgesagten Karnevalszug sind acht Mottowagen durch Düsseldorf gerollt. Die vom Wagenkünstler Jacques Tilly modellierten Großplastiken fuhren ab dem Mittag rund zwei Stunden lang durch die Innenstadt, wie das Comitee Düsseldorfer Carneval mitteilte. Damit sich am Straßenrand keine Zuschauergruppen bilden, waren die Wagen nicht im Konvoi, sondern einzeln auf drei verschiedenen Routen unterwegs.

"Den Rosenmontagszug 2021 mussten wir leider absagen, aber die Narrenfreiheit lassen wir uns nicht nehmen", erklärte Michael Laumen, Präsident des Karnevalskomitees bereits am Freitag. Die "hochpolitischen" Großplastiken von Tilly seien "seit vielen Jahren das Markenzeichen des Düsseldorfer Karnevals und die Höhepunkte jedes Rosenmontagszugs". Diese Tradition solle auch in der Corona-Pandemie bewahrt werden.

Mit der Initiative wollten die Karnevalisten demnach ein "Zeichen für Meinungsfreiheit auch in schwierigen Zeiten" setzen. Die Wagen persiflierten neben der Corona-Pandemie unter anderem auch die sogenannten Querdenker sowie den CDU-Vorsitz des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet.

Karnevalswagen in Düsseldorf | AFP

Bild: AFP

Karnevalswagen in Düsseldorf | AFP

Bild: AFP

In der Debatte um Strategien für die Lockerung weiterer Corona-Beschränkungen mahnt die Bundesregierung zu einem vorsichtigen Vorgehen. Öffnungen dürften nicht unmittelbar danach wieder zu einem raschen Anstieg der Infektionszahlen führen, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Wichtig sei deswegen, vor folgenden Öffnungsschritten zunächst die Auswirkungen über einen Infektionszyklus von 14 Tagen hinweg abzuwarten.

Gefragt nach den Aussichten für den diesjährigen Osterurlaub sagte Seibert, zunächst sei die Entwicklung der nächsten Wochen abzuwarten. Dann sei zu bewerten, welche Lockerungen zu welchem Zeitpunkt möglich seien. "Die Bundesregierung insgesamt arbeitet daran, dass Ostern 2021 schon wieder ein etwas anderes Fest wird, als Ostern 2020 war." Die Zahl der Neuinfektionen und die Belegung der Intensivstationen gingen zurück. Diese Lage sei aber "noch unsicher", betonte Seibert mit Blick auf neue, ansteckendere Virusvarianten.

Die Interessenvertretungen der Krankenhausbeschäftigten haben an Gesundheitsminister Jens Spahn appelliert, den Kliniken bedarfsgerechte Personalvorgaben zu machen. In einem offenen Brief fordern die Betriebs- und Personalräte sowie Mitarbeitervertretungen, das Personalbemessungsinstrument PPR 2.0 kurzfristig auf den Weg zu bringen, wie die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di mitteilte. "Für weitere Verzögerungen gibt es kein Verständnis mehr", heißt es in dem Schreiben. "Unsere Geduld ist aufgebraucht."

Das Instrument zur Personalbemessung in der Krankenhauspflege berechnet einen zeitlichen Wert für die Betreuung von Patienten, woraus sich ein bestimmter Personalbedarf ergibt.

"In der Pandemie dürfte auch dem Letzten klar geworden sein: Es besteht dringender Handlungsbedarf", erklärte der Vorsitzende des Konzernbetriebsrats der Asklepios Kliniken, Martin Simon Schwärzel. "Die Beschäftigten der Krankenhäuser geben alles, um die Versorgung in der Corona-Pandemie aufrechtzuerhalten. Doch es macht sich zunehmend Frust breit", berichtete der Interessenvertreter. "Wir brauchen jetzt das Signal, dass sich die Arbeitsbedingungen kurz-  und mittelfristig verbessern. Sonst flüchten noch mehr aus ihrem Beruf - weil sie einfach nicht mehr können."

Ein Viertel der Erwerbstätigen arbeitet im aktuellen Corona-Lockdown in Deutschland zu Hause. In einer Umfrage der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung gaben 24 Prozent an, Ende Januar vorwiegend oder ausschließlich im Homeoffice gearbeitet zu haben. Damit folgten sie der Empfehlung der Bundes- und Landesregierungen, in der Pandemie auch die beruflichen Kontakte aufs Nötigste zu beschränken.

Während des ersten Lockdowns im April 2020 lag deren Anteil bei 27 Prozent. Am Ende des vergangenen Jahres sah es hingegen anders aus: Lediglich 14 Prozent waren im November laut Erhebung im Homeoffice und 17 Prozent im Dezember. Die wissenschaftliche Direktorin des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Stiftung, Bettina Kohlrausch, sagte im Rückblick auf diese "irritierend niedrige Quote", dass erst der öffentliche Druck und schließlich die Verordnung zum Homeoffice zu mehr mobiler Arbeit geführt hätten.

Rund ein Drittel der Befragten, die aktuell zu Hause arbeiten, gab in der Umfrage an, dass die Beschlüsse der Bundesregierung ein Grund für ihren Wechsel ins Homeoffice gewesen seien. Häufig, weil ihr Arbeitgeber dann erst Heimarbeit ermöglicht habe, zum Teil jedoch wohl auch, weil sie selbst nun konsequenter zu Hause arbeiten.

Nach Party-Exzessen im polnischen Wintersportort Zakopane erwägt die Regierung in Warschau, die probeweise eingeführte Lockerung des Lockdowns zurückzunehmen. Gesundheitsminister Adam Niedzielski rügte das "dumme und verantwortungslose" Treiben der Feiernden.

"Solch ein Verhalten wie in Zakopane kann dazu führen, dass wir die Einschränkungen verschärfen müssen." Er wolle nicht, dass die Bemühungen der Mediziner zunichte gemacht würden und dass die Party von Zakopane zum Startpunkt einer dritten Welle der Corona-Pandemie werde, sagte Niedzielski.

Polen hatte am Freitag Hotels und Skigebiete für eine Testphase von zwei Wochen erneut geöffnet. Zakopane war auch deshalb das wichtigste Ziel der Vergnügungswilligen, weil dort am Valentinstag ein Weltcup-Skispringen stattfand. Fernsehaufnahmen vom Wochenende zeigten dicht gedrängte Gruppen von Feiernden, die tanzend und singend durch die Einkaufs- und Vergnügungsstraße Krupowki zogen. Viele trugen keine Maske. Nach Angaben von Niedzielski musste die Polizei mehr als hundert Bußgeldbescheide ausstellen.

Laut Bundesinnenministerium sind die Grenzkontrollen zu Tschechien und Tirol der "absolute Ausnahmefall". Sie seien vorübergehend nötig, um die Gesundheitssysteme nicht mit Corona-Mutationsfällen zu überfordern. Es komme deswegen zu Staus und Wartezeiten. Die Bundespolizei habe bislang 10.000 Personen kontrolliert und die Hälfte davon zurückgewiesen.

Mitte der Woche sollten behördliche Bescheinigungen für Berufspendler vorliegen, die als systemrelevant eingeschätzt werden. Eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums sagte, der Lieferverkehr müsse weiter rollen. Dies werde ständig beobachtet. Bei Problemen müsse es Anpassungen geben.

Das Bundesgesundheitsministerium erwartet nach Angaben eines Sprechers eine Zulassung von Schnelltests für Privatpersonen ab März. Die Bundesregierung wolle sichergehen, dass die Tests die entsprechende Qualität hätten, sagte ein Sprecher in Berlin.

Die Corona-Unterstützung sei unzureichend und komme zu spät, bemängelt das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW). "Die vollmundig angekündigten staatlichen Hilfen fließen weiterhin nur spärlich. Das gefährdet Existenzen und die Glaubwürdigkeit der Politik", so das Institut. Jede Unterstützung, die momentan ausgezahlt werde, sei besser als keine. "Von schneller Hilfe kann angesichts der Umsetzungsprobleme aber nicht gesprochen werden. Dabei ist Schnelligkeit bei Hilfe in akuter Not entscheidend."

Die Deutsche Bahn stellt nach dem Fernverkehr auch den Nahverkehr nach Tschechien und Tirol wegen des neuen deutschen Grenzregimes ein. Damit fahren die Regionalzüge zwischen Garmisch und Innsbruck beziehungsweise Reutte in Tirol nicht mehr, teilte die Bahn mit. Auch die Verbindung zwischen Kempten und Reutte wird eingestellt.

Nach Tschechien gilt dies für die Strecken von Rumburk nach Decin und Nürnberg nach Cheb. Dass die ICE- beziehungsweise EC-Verbindungen zwischen München und Verona sowie Hamburg und Prag nicht mehr fahren, hatte die Bahn bereits vergangene Woche angekündigt.

Nach dem närrischen Motto "Wir lassen uns von der Obrigkeit nichts sagen" sind rund 25 Narren im mittelalterlichen Stadtzentrum von Rottweil durch das Schwarze Tor gesprungen. Punkt 8 Uhr wurde es trotz Corona wieder laut: Die Narren johlten und Peitschen knallten. Nach Auskunft der Polizei fanden sich bei klirrender Kälte rund 450 Zuschauer ein.

Die Abstände wurden größtenteils eingehalten und die Masken waren sichtbar, erklärte ein Polizeisprecher. Einzelne seien angesprochen worden, alles in allem musste die Polizei aber nicht einschreiten: "Mit Kanonen auf Spatzen zu schießen, war nicht verhältnismäßig. Wir haben nicht die große Keule geschwungen", so der Sprecher.

Der Narrensprung gilt als einer der traditionsreichsten Höhepunkte der schwäbisch-alemannischen Fasnacht. Etwa 4000 Teilnehmer laufen laut Narrenzunft normalerweise jedes Jahr mit.

Corona grassiert in Deutschland offenbar vor allem in den Sozialberufen. Wie die Barmer Krankenkasse mitteilte, waren im vierten Quartal 2020 7,6 von 1000 versicherten Erwerbstätigen in der Altenpflege wegen einer Covid-19-Infektion krangeschrieben. Nur knapp dahinter folgen Beschäftigte in Gesundheits- und Krankenpflege, Rettungsdienst, Geburtshilfe sowie Erwerbstätige in Erziehung, Sozialarbeit und Heilerziehungspflege mit jeweils 7,3 Krankgeschriebenen je 1000 Menschen, die bei der Barmer versichert sind. Bei den Beschäftigten in den Arztpraxen habe die Quote bei 5,5 gelegen. Deutlich geringer seien die Covid-19-Fallzahlen in Branchen, in denen der direkte Kontakt mit anderen Personen nicht zwingend erforderlich sei.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey erhofft sich von den neuen Schnelltests zur Selbstanwendung einen grundlegenden Wechsel hin zu mehr Öffnungen von Kitas und Schulen. "Ich halte das für einen Weg, um die Zeit bis zum Impfen zu überbrücken", sagte sie beim Besuch einer Kita in Potsdam, wo ein Modellprojekt mit mehr Schnelltests läuft. 

Giffey bezeichnete die Tests als "echten Game-Changer", durch den wieder mehr Kinder in den Regelbetrieb zurückgebracht werden könnten. Sie sprach von Spucktests, die sehr einfach zu handhaben seien. Wenn diese stärker angewandt würden, könnten mehr Kinder in den Regelbetrieb zurückkehren. "Es ist eine Perspektive da." 

Die wegen der Corona-Pandemie bereits mehrmals verschobene Deutschlandpremiere des Theaterstücks "Harry Potter und das verwunschene Kind" ist nun für den 5. Dezember in Hamburg geplant. "Die Entwicklung der Corona-Pandemie zwingt uns erneut dazu, die Premiere zu verschieben. Eine Wiederaufnahme vor Ende November 2021 erscheint aus unserer Sicht nicht möglich", sagte Produzent Maik Klokow. Die Voraufführungen sollen den Angaben zufolge am 23. November im Mehr!-Theater am Großmarkt starten. Zuletzt war die Premiere der deutschsprachigen Aufführung auf April 2021 verschoben worden.

Die Schauspieler des Stücks "Harry Potter und das verwunschene Kind" stehen bei einer Probe auf der Bühne. | dpa

Ursprünglich sollte das Stück im März 2020 seine Deutschlandpremiere feiern. Bild: dpa

Österreich hat auch auf diplomatischer Ebene die neuen deutschen Einreisebeschränkungen kritisiert. Der deutsche Botschafter in Wien, Ralf Beste, sei am Sonntagabend bei einem Gespräch im Außenministerium auf die aus österreichischer Sicht Unverhältnismäßigkeit der deutschen Schritte hingewiesen worden, sagte eine Sprecherin des Ministeriums. Das sachliche Gespräch habe in guter Atmosphäre auf hoher Beamtenebene stattgefunden, hieß es.

Österreichs Außenminister Alexander Schallenberg hatte für Augenmaß geworben. "Die Maßnahmen haben ganz schwerwiegende Auswirkungen auf ganz Österreich und stehen daher in einem klaren Widerspruch zu den 'lessons learned' aus dem letzten Frühjahr."

Die bayerischen Autobauer BMW und Audi haben bisher keine größeren Probleme durch die Grenzkontrollen wegen der Corona-Pandemie. "Unsere Werke sind derzeit versorgt und produzieren planmäßig", hieß es von BMW. "Erste Lieferungen konnten bereits die Grenzen passieren und sind ohne größere Verzögerungen in unseren Werken angekommen." Ein Audi-Sprecher erklärte: "Wir produzieren aktuell ohne Einschränkungen, beobachten die Lage und die weitere Entwicklung."

In Brasilien sind in der vergangenen Woche so viele Menschen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben wie nie zuvor seit Beginn der Pandemie. Rund 1105 Corona-Tote gab es im Durchschnitt pro Tag, wie ein Zusammenschluss der größten Medien unter Berufung auf die Gesundheitsbehörden mitteilte. Insgesamt wurden seit Beginn der Pandemie 239.294 Todesfälle in Zusammenhang mit Corona registriert

Vor dem Wirtschaftsgipfel bei Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier fordert der Handelsverband HDE einen Stufenplan zur Wiedereröffnung aller Geschäfte und Änderungen bei den staatlichen Corona-Hilfen. "Die Politik muss jetzt das liefern, was sie schon lange zugesagt hat: einen fairen und sich an transparenten Kriterien orientierenden Plan zum Ausstieg aus dem Lockdown", bekräftigte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Der Einzelhandel habe zuletzt bewiesen, dass der Einkauf auch bei Inzidenzen von über 50 oder 35 mit Hygienekonzepten nicht zum Hotspot werde.

Eine Datenanalyse in Israel zum Einsatz des BioNTech/Pfizer-Impfstoffes gegen Corona bescheinigt dem Präparat eine hohe Wirksamkeit. Die Krankenkasse Clalit hatte 600.000 Menschen in die Untersuchung einbezogen, deren zweite Impfung mindestens eine Woche zurücklag. Nach Angaben einer Clalit-Sprecherin gab es in der Gruppe der Geimpften 94 Prozent weniger symptomatische Infektionen wie in einer Kontrollgruppe noch nicht geimpfter Menschen. Bei denjenigen, die sich trotz Impfung infizierten, gab es 92 Prozent weniger schwere Verläufe.

Eine andere Analyse hatte zuvor bereits ergeben, dass Menschen, die sich nach einer Corona-Impfung mit dem Erreger Sars-CoV-2 infizieren, anscheinend weniger Viren als Ungeimpfte reproduzieren - und damit womöglich weniger ansteckend sind. Das gelte schon nach einer einzigen Impfdosis, berichteten israelische Forscher über die vorläufigen Daten.

Der südafrikanische Krisenstaat Simbabwe hat am Montag 200.000 Dosen des chinesischen Sinopharm-Impfstoffs gegen das Coronavirus erhalten. Die Spende traf am Morgen in Gegenwart von Vize-Präsident Constantino Chiwenga auf dem Flughafen der Hauptstadt Harare ein und soll vorrangig an das Personals des Gesundheitswesens gehen. Das Land will innerhalb eines Jahres rund zehn Millionen Einwohner impfen. Nach Angaben von Chinas Botschafter Guo Shaochun ist Simbabwe eins der ersten von 58 Ländern, die Impfstoff-Spenden aus China erhalten.

Kisten mit dem chinesischen Sinopharm-Impfstoff werden in Simbabwe aus einem Flugzeug geladen. | REUTERS

200.000 Dosen des chinesischen Sinopharm-Impfstoffs sind in Simbabwe angekommen. Bild: REUTERS

Frankreichs Europaminister Clement Beaune hat die deutsche Entscheidung für Grenzkontrollen an den Grenzen zu Tirol und Tschechien als "hart" bezeichnet. Eine solche Entscheidung in der Mitte Europas habe weitreichende Folgen, sagt er im Sender France Info. Er hoffe nicht, dass man selbst zu solchen Maßnahmen greifen müsse. Verstärkte Kontrollen an den Grenzen zu Frankreich sieht die Bundesregierung derzeit nicht vor.

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus hat in der Debatte um Öffnungskonzepte im Corona-Lockdown vor verfrühten Lockerungen gewarnt. "Die Öffnungsperspektive kommt dann, wenn wir stabil bei sehr, sehr niedrigen Zahlen sind - und da sind wir noch nicht", sagte Brinkhaus im RBB. Er verwies auf einen Corona-Inzidenzwert "signifikant über 50" und damit deutlich über der angestrebten Zahl von 35. Deshalb dürfe man keine falschen Hoffnungen machen.

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans hat im Blick auf mögliche Corona-Grenzkontrollen eine enge Abstimmung mit den Nachbarländern versprochen. Strengere Kontrollen der Menschen, die sich über die Grenzen bewegten, seien nicht auszuschließen, sagte er am Montag im Landtag in Saarbrücken. "Wir werden aber alles in unserer Macht Stehende tun, um Grenzkontrollen wie im Frühjahr 2020 zu verhindern."

15.2.2021 • 09:38 Uhr

Österreich weitet Testangebot aus

Österreich weitet sein Corona-Testangebot weiter aus. Ab 1. März werden in Apotheken gratis Corona-Selbsttests für zu Hause, die sogenannten Wohnzimmer-Tests, erhältlich sein. Von diesen sollen bis zu fünf Stück pro Person pro Monat zur Verfügung stehen, berichtete die österreichische Nachrichtenagentur APA. Sie sind allein für die Eigenkontrolle gedacht und können nicht als Zutrittstests für den Besuch von Friseuren oder anderen körpernahe Dienstleistern genutzt werden.

Die Europäische Union will bis Ende des Sommers allen Bürgern, die das wollen, ein Impfangebot unterbreiten. Das sagte EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton dem französischen Fernsehsender BFM. Es sei dazu kein Impfstoff zusätzlich zu den für die EU bereits geplanten Mitteln nötig.

In Italien könnten nach Einschätzung der Arzneimittelbehörde Aifa auch bis zu 65-Jährige mit dem Vakzin von AstraZeneca geimpft werden. Bislang geschieht dies nur bei 18- bis 55-Jährigen. Italien entspricht damit der Empfehlung, die die europäischen Arzneimittelbehörde EMA bei der Zulassung des Mittels im Januar ausgesprochen und mit mangelnden Daten über die Wirksamkeit bei Älteren begründet hat.

"Das Vakzin ist angezeigt für alle Altersstufen", sagt Aifa-Präsident Giorgio Palu der Zeitung "Corriere della Sera". Wegen des Mangels an Impfdosen sei es nicht falsch, eine Verabreichung auch an bis zu 65-Jährige vorzuschlagen. Dies geschieht bereits unter anderem in Deutschland, Frankreich und Portugal.

In den USA geht die Zahl der täglich erfassten Corona-Neuinfektionen weiter zurück. Die Behörden meldeten am Sonntag 64.194 neue Fälle, wie aus den Daten der Johns Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore von Montagmorgen (MEZ) hervorging. Am Sonntag der Vorwoche waren noch 89.581 neue Infektionen gemeldet worden. Der bisherige Tagesrekord war am 2. Januar mit 300.282 neuen Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet worden.

In dem Land mit seinen rund 330 Millionen Einwohnern haben sich bislang mehr als 27,6 Millionen Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert, rund 485.000 Menschen starben. In absoluten Zahlen gemessen sind das mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Im Corona-Jahr 2020 haben die Beschwerden von Verbrauchern zu Flugreisen ein Rekordhoch erreicht. Wie die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) berichteten, zählte die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP) in diesem Bereich 34.652 Beschwerden - 60 Prozent mehr als im Jahr davor. Größtenteils ging es demnach um die Erstattung von Kosten für annullierte Flüge, die in Folge der Pandemie ausfielen.

15.2.2021 • 08:41 Uhr

Lkw-Staus an Grenze zu Tschechien

Vor den Autobahn-Grenzübergängen nach Deutschland haben sich in Tschechien kilometerlange Staus gebildet. Die Bundesregierung hatte das Nachbarland zum Virusvariantengebiet erklärt und stationäre Grenzkontrollen wiedereingeführt. Auf der Autobahn E55/D8 Prag-Dresden stauten sich die Lastwagen am Montagvormittag bis nach Usti nad Labem (Aussig an der Elbe) zurück. Die Polizei regulierte die Einfahrt in die Tunnel. Auf der E50/D5 in Richtung Nürnberg bildete sich vorübergehend eine mehr als 20 Kilometer lange Lkw-Kolonne. Das ging aus den Angaben der Autobahnverwaltung und des Verkehrsfunks hervor.

In Baden-Württemberg sollen in den kommenden zwei Wochen alle positiven Corona-Proben auf Virusvarianten untersucht werden. Mit dieser flächendeckenden Bestimmung sei Baden-Württemberg im Ländervergleich ihres Wissens nach Vorreiter, teilte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer mit. Ziel sei es, die Verbreitung bestimmter Varianten gezielt einzudämmen. Bislang werden alle Proben in Baden-Württemberg mit einer PCR-Untersuchung lediglich auf bestimmte Abweichungen als Hinweis auf vorhandene Mutanten geprüft. Um die genaue Variante zu bestimmen, ist ein aufwendigeres Verfahren notwendig, die Vollgenomsequenzierung - also die Entzifferung des gesamten Erbguts.

Mehr als die Hälfte der japanischen Unternehmen plädiert einer Umfrage zufolge für eine Verschiebung oder Absage der Olympischen Sommerspiele in Tokio. 56 Prozent seien für einen solchen Schritt, ergab eine Online-Befragung des Instituts Tokio Shoko Research von Anfang Februar. Im August waren es noch 53,6 Prozent. Nur 7,7 Prozent der befragten Unternehmen vertraten die Einschätzung, dass die Sportgroßveranstaltung in diesem Jahr wie geplant stattfinden sollte. In der vorherigen Umfrage äußerten noch 22,5 Prozent diese Meinung. Die Olympischen Spiele waren wegen der Corona-Pandemie 2020 um ein Jahr verschoben worden und sollen am 23. Juli eröffnet werden.

Die Kontrollen an den Grenzen zu Tschechien und Tirol sorgen für Kritik im In- und Ausland. Testkapazitäten sollen rasch ausgebaut werden, damit etwa auch Lkw-Fahrer die Grenze passieren können. Die FDP fragt: Warum klappt die Testausweitung an Schulen nicht in dieser Geschwindigkeit? Michael Strempel aus dem ARD-Hauptstadtstudio mit einer Einschätzung:

Der Berliner Bund der Anästhesisten warnt eindringlich vor zu schnellen Lockerungen der Corona-Maßnahmen. Auch wenn sich die Lage auf Intensivstationen in der Hauptstadt etwas entspannt habe, bereite die Ausbreitung von Corona-Mutationen dem Vorsitzenden Jörg Weimann Sorgen. "Wenn sich das doch erheblich ausbreitet - Stichwort England, Stichwort Portugal, Irland -, dann geht das alles wieder von vorne los. Und dann kann das eine ganz neue Dimension annehmen, mit der dann erneut das Gesundheitswesen erheblich in Bedrängnis kommen könnte", sagte er dem rbb-Inforadio.

Die deutschen Amtsärzte warnen davor, die Gesundheitsämter in der Corona-Pandemie weiter zu überlasten. "Man hätte die Gesundheitsämter längst aufrüsten und dauerhaft mit mehr Personal ausstatten können - und nicht nur kurzfristig mit Hilfskräften, wenn die Infektionszahlen steigen", sagte die Vorsitzende des Bundesverbands der deutschen Amtsärzte, Ute Teichert, den "Stuttgarter Nachrichten" und der "Stuttgarter Zeitung".

"Einzelne Ämter haben ein paar Stellen bekommen, aber flächendeckend ist noch nicht allzu viel passiert. Das reicht noch lange nicht aus." Es seien auch nach wie vor zu viele Bundeswehrsoldaten zur Hilfe in den Ämtern nötig. "Den Kurs, mit Hilfskräften aufzustocken, hat man noch nicht verlassen", kritisierte Teichert.

Nach drei Corona-Fällen in Auckland hat heute in der größten Stadt Neuseelands ein dreitägiger Lockdown begonnen. Bei den Fällen handele es sich um die ansteckendere, zuerst in Großbritannien entdeckte Variante, teilten die Gesundheitsbehörden mit. Genomtests hätten keine Verbindung zu zuvor bekannt gewordenen Fällen ergeben, hieß es. Die neuseeländische Ministerpräsidentin Jacinda Ardern hatte den Lockdown nach einer Dringlichkeitssitzung von Kabinettsmitgliedern angekündigt. Der bis Mittwoch geltende Lockdown ist der erste im Land seit sechs Monaten.

Überall in der EU fehlt es an Corona-Impfstoff. Gleichzeitig exportieren Unternehmen aus der EU in zahlreiche Länder außerhalb - auch nach Großbritannien und in die USA. Das belegen ARD-Recherchen.

Während der Abwärtstrend bei den Corona-Neuinfektionen in Kalifornien anhält, bleiben die Todeszahlen in dem US-Staat auf hohem Niveau. 408 Menschen starben nach Angaben der Behörden vom Sonntag zuletzt innerhalb von 24 Stunden. Seit Beginn der Pandemie zählte Kalifornien mehr als 46.840 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19. Das sind mehr als in jedem anderen US-Staat. Gleichzeitig sank die Zahl der Patienten in Krankenhäusern auf unter 9000 - etwa ein Drittel weniger als noch vor zwei Wochen.

In einem Ortsteil der Stadt Marienberg im sächsischen Erzgebirgskreis haben sich mehrere Personen ohne Beachtung von Hygienemaßnahmen zum Ski-Fasching versammelt. Nach Angaben eines Polizeisprechers gab es Hinweise, dass es sich dabei um etwa 100 Personen gehandelt habe. Die Feier am Sonntagnachmittag sei ohne Mund-/Nasen-Bedeckungen und ohne Einhalten der Abstandsregeln abgehalten worden.

Mit dem Eintreffen der Polizei konnte ein Großteil der Feiernden die Veranstaltung zügig auf ihren Skiern verlassen. Die genaue Personenanzahl könne deshalb nicht bestätigt werden. Die Polizei ermittelt nun wegen Nichteinhaltung der sächsischen Corona-Schutzverordnung.

Die Zahl der bestätigten Neuinfektionen in Deutschland geht weiter zurück. Das Robert-Koch-Institut meldete am Sonntag binnen 24 Stunden 4426 neue Fälle in Deutschland. Das sind 1688 Ansteckungen weniger als am Vortag. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 58,9 von zuletzt 57,4. 116 weitere Menschen sind dem RKI zufolge in Verbindung mit dem Virus gestorben. Insgesamt sind nun in Deutschland über 2,338 Millionen Ansteckungen bestätigt und 65.076 Todesfälle in Verbindung mit dem Virus registriert.

US-Präsident Joe Biden will bei einem online abgehaltenen Treffen der G7 über die Bewältigung der Corona-Pandemie sprechen. Dabei soll es am Freitag nach Angaben des Weißen Hauses auch um die globale Verteilung von Impfstoffen gehen. Es wird erwartet, dass sich Biden zudem erneut für den Multilateralismus stark macht.

Die außenpolitischen Initiativen des 78-Jährigen stehen bislang in scharfem Kontrast zur isolationistischen Politik seines Vorgängers Donald Trump, unter dem sich die USA aus zahlreichen internationalen Verträgen und Organisationen zurückgezogen hatten.

Mehr als 2,5 Millionen Menschen sind Reuters-Berechnungen zufolge weltweit bisher im Zusammenhang mit dem Virus gestorben. Demnach haben sich knapp 109 Millionen Menschen mit den Virus infiziert. Die meisten Todesfälle und Infektionen gab es in absoluten Zahlen in den USA. Bei den Todesfällen rangiert Brasilien auf Platz zwei, bei den Ansteckungen folgt Indien auf die USA.

Australien kann Regierungsangaben zufolge mit den Impfungen gegen das Corona-Virus beginnen. "Der Adler ist gelandet ("The eagle has landed")", so teilt Gesundheitsminister Greg Hunt mit dem seit der ersten Mondlandung geflügelten Wort die Ankunft des Impfstoffs mit. Die Impfkampagne werde kommende Woche mit den ersten 142.000 Dosen des BioNTech/Pfizer-Vakzins starten.

Mehr Menschen wenden sich im Lockdown an die Telefonseelsorge. Im ersten Monat dieses Jahres seien mehr als 6200 Seelsorge- und Beratungsgespräche mehr geführt worden als im Vorjahreszeitraum, berichtete die "Bild". Demnach hätten sich im Januar 87.144 Menschen an die Krisenhelfer gewandt. 

Besonders groß war die Zunahme dem Bericht zufolge im November des vergangenen Jahres mit einem Plus von 14,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr sowie in der Osterwoche mit einem Plus von 25 Prozent. Der Anteil der Menschen, die wegen Einsamkeit anriefen, habe sich um 20 Prozent erhöht. 

Großbritannien verschärft die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus für Reisende. Einreisende aus Ländern auf der Roten Liste müssen nach Angaben der britischen Regierung ab Montag für 14 Tage in Hotel-Quarantäne. Die Einhaltung werde überwacht, ein Verstoß könne mit hohen Geldstrafen und Gefängnisstrafen mit bis zu zehn Jahren geahndet werden, erklärt Gesundheitsminister Matt Hancock.

Zu den Ländern auf der Roten Liste gehören Südafrika und Brasilien - in beiden Ländern sind Varianten des Virus aufgetreten, die möglicherweise die Wirksamkeit bestehender Impfstoffe verringern könnten. Reisende aus Ländern, die nicht auf der Liste stehen, müssen sich zu Hause für zehn Tage isolieren und zwei negative Covid-19-Tests vorweisen.

Japans Wirtschaft hat ihre Erholung im Schlussquartal 2020 fortgesetzt. Nach vorläufigen Daten der Regierung in Tokio vom Montag legte die vor Deutschland drittgrößte Volkswirtschaft der Welt auf das Jahr hochgerechnet um 12,7 Prozent zu. Im Vorquartal war Japans BIP bereits um 22,9 Prozent gestiegen. Es war das erste Mal nach drei Quartalen, dass die Wirtschaft des Landes wieder zulegte, nachdem Japan im Zuge der Corona-Pandemie in eine schwere Rezession gerutscht war. Bezogen auf das gesamte Kalenderjahr schrumpfte Japans Wirtschaft um 4,8 Prozent. Das war der erste Rückgang seit einem Einbruch um 5,7 Prozent im Jahr 2009. Experten erwarten jedoch, dass es noch Jahre dauern wird, bis sich die japanische Wirtschaft vollständig von den Auswirkungen der globalen Pandemie erholen wird.

Die serbische Polizei hat nach einer Party mit mehr als 1000 Besuchern in Belgrad die mutmaßlichen Veranstalter festgenommen. Sie hätten gegen die Corona-Regeln verstoßen, teilte die Polizei mit. Einer Mitteilung zufolge sollten die drei Beschuldigten zunächst für zwei Tage im Gewahrsam bleiben. Bars, Restaurants und Clubs dürfen in der serbischen Hauptstadt mit eingeschränkter Besucherzahl bis 20 Uhr öffnen. Die Gesundheitsbehörden haben jedoch kürzlich vor zahlreichen Verstößen gewarnt.

  • Französische Kliniken wechseln laut Medienbericht in den Krisenbetrieb
  • Mehr als 25.000 Verdachtsfälle wegen Betrugs bei Corona-Soforthilfen
  • Italien verschärft Auflagen in mehreren Regionen
  • Sanofi mit neuem Impfstoff-Rückschlag

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 15. Februar 2021 um 12:00 Uhr.