Ein Polizeiauto steht vor einer Unterkunft für Flüchtlinge in Leipzig. | dpa

Anschlag in Leipzig Unbekannte greifen Flüchtlingsunterkunft an

Stand: 27.08.2022 16:37 Uhr

Während in Rostock an die Angriffe von 1992 erinnert wird, ist in Leipzig ein Anschlag auf ein Flüchtlingswohnheim verübt worden. Er verlief glimpflich. Politiker sprechen trotzdem von einem Alarmzeichen.

Nach einem versuchten Brandanschlag auf ein Flüchtlingswohnheim in Leipzig verstärkt die sächsische Polizei die Überwachung aller Asylbewerberunterkünfte. Das teilte Innenminister Armin Schuster mit.

Der CDU-Politiker nannte es ein Alarmzeichen, "dass solch menschenverachtende Straftaten nicht der Vergangenheit angehören". Es sei auch den umsichtigen Sicherheitskräften der Unterkunft zu verdanken, dass keine Menschen zu Schaden gekommen und nur geringer Sachschaden entstanden sei.

Keine Menschen verletzt

In der Nacht hatten Unbekannte laut Landeskriminalamt (LKA) mehrere Brandsätze auf das Gebäude im Leipziger Stadtteil Lausen-Grünau geworfen. Ein "punktuelles Feuer" habe von den Wachleuten schnell gelöscht werden können. Verletzt worden sei niemand. Die Täter flüchteten unerkannt.

Die Gemeinschaftsunterkunft befindet sich in einem Plattenbau. Laut Stadt Leipzig hat sie 225 Plätze.

Das LKA schließt einen politischen Hintergrund nicht aus. Ihre "Task Force Gewalt" habe die Ermittlungen übernommen. Der Verdacht laute auf versuchte besonders schwere Brandstiftung.

Woche des Gedenkens an Angriffe von Rostock-Lichtenhagen

Der Angriff ereignete sich am Ende einer Woche, in der vielfach an die rassistischen Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen vor 30 Jahren erinnert wurde. Im August 1992 hatten Anwohner und Neonazis unter dem Applaus Tausender Menschen die Zentrale Aufnahmestelle für Asylsuchende und ein Wohnheim für vietnamesische Arbeiter angegriffen und teils in Brand gesetzt.

Am Nachmittag kamen in Rostock Tausende Menschen zu einer Demonstration zusammen. Aufgerufen hatte das Bündnis "Gedenken an das Pogrom. Lichtenhagen 1992".

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 27. August 2022 um 18:03 Uhr sowie Deutschlandfunk um 18:00 Uhr.