Kardinal Lehmann | Bildquelle: dpa

Kardinal Lehmann ist tot Lob für den "Brückenbauer"

Stand: 11.03.2018 12:28 Uhr

Führende Politiker und Kirchenvertreter haben Kardinal Lehmann nach dessen Tod gewürdigt. Bundespräsident Steinmeier beschrieb ihn als Brückenbauer, Kardinal Marx als großen Theologen und Menschenfreund.

Als Brückenbauer und Mann klarer Worte hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den verstorbenen Kardinal Karl Lehmann gewürdigt. Lehmann habe "bei aller Nachdenklichkeit und Konzilianz" auch die politische Kontroverse nicht gescheut, wenn es um zentrale Fragen des Zusammenlebens gegangen sei, so Steinmeier.

"Er war einer der wichtigen Brückenbauer zwischen den Konfessionen und Religionen. Dass er dabei nicht nur den eigenen Kräften vertraut hat, sondern auch mit der Gnade Gottes rechnete, merkten die Menschen, die ihm begegneten", so Steinmeier. Lehmann habe Zuversicht und tiefe gläubige Fröhlichkeit ausgestrahlt. "Jedes Gespräch mit ihm war eine Bereicherung, sein Rat für mich von besonderem Wert."

Lehmann starb am frühen Morgen im Alter von 81 Jahren in Mainz. Er wurde 81 Jahre alt. Von 1987 bis 2008 war Lehmann Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz.

Kardinal Lehmann im Alter von 81 Jahren verstorben
tagesthemen 22:45 Uhr, 11.03.2018, Vera Schmidberger/Peter Sonnenberg, SWR

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"Ein Mensch voll bodenständiger Lebensfreude"

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel reagierte mit Trauer. Sie würdigte Lehmann als wichtigen Vermittler. "Ich denke heute mit tiefer Dankbarkeit an unsere guten Gespräche und Begegnungen über viele Jahre. Er hat mich mit seiner intellektuellen und theologischen Kraft begeistert und war dabei immer auch ein Mensch voll bodenständiger Lebensfreude", sagte sie.

Kardinal Lehmann sei ein "begnadeter Vermittler, zwischen den deutschen Katholiken und Rom, im Geist der Ökumene zwischen den christlichen Kirchen, genauso aber zwischen Christen und den Gläubigen anderer Religionen" gewesen, so Merkel. Er habe gemäß seinem Wahlspruch als Bischof "Steht fest im Glauben" gelebt und gewirkt. "Ich verneige mich vor seinem Lebenswerk und werde ihn in dankbarer Erinnerung behalten."

Der Mainzer Bischof Karl Lehmann (r) wird am 21.2.2001 auf dem Petersplatz in der Vatikanstadt durch Papst Johannes Paul II. (l) zum Kardinal ernannt. | Bildquelle: picture alliance / dpa
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Der Mainzer Bischof Karl Lehmann, rechts, wird am 21.2.2001 auf dem Petersplatz in Rom durch Papst Johannes Paul II. zum Kardinal ernannt.

Prägende Gestalt, überzeugter Europäer

Mit großer Betroffenheit und Trauer reagierte die Deutsche Bischofskonferenz auf die Nachricht vom Tod Kardinal Lehmanns. "Ein großer Theologe, Bischof und Menschenfreund geht von uns", sagte Kardinal Reinhard Marx, Vorsitzender der Bischofskonferenz und Erzbischof von München und Freising. Er beschrieb Lehmann als einen warmherzigen und menschlichen Bischof von großer Sprachkraft. "Die Kirche in Deutschland verneigt sich vor einer Persönlichkeit, die die katholische Kirche weltweit wesentlich mit geprägt hat", heißt es in der Mitteilung der Bischofskonferenz.

Lehmann habe "Höhen und Tiefen erfahren", sagte Marx. Dazu gehörten Momente wie die "Kölner Erklärung" von 1988, das Ringen um den richtigen Weg in der Schwangerenkonfliktberatung und das Bekanntwerden von Fällen sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche. Verdienste habe sich Lehmann auch bei der Ökumene erworben. Mit dem Tod von Karl Lehmann verliere die Kirche in Deutschland eine prägende Gestalt und einen überzeugten Europäer.

Mitstreiter für die Ökumene

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, würdigte Lehmann als "Mitstreiter für das ökumenische Miteinander". Für die evangelische Kirche sei er ein ganz wichtiger Ansprechpartner gewesen. "Wir werden ihn alle sehr vermissen", so Bedford-Strohm. Lehmann habe sich seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-65) auf vielfältige Weise für die Verständigung und Annäherung der beiden Kirchen eingesetzt, schrieb der EKD-Ratsvorsitzende in einem Kondolenzbrief. Damit habe er ein "weltweit beachtetes Zeichen für die Verständigung der beiden großen Konfessionen" gesetzt.

"Durch seine herausragende theologische Kompetenz, gepaart mit einem weiten Herzen, hat er die Ökumene entscheidend vorangebracht", so Bedford-Strohm. Nicht zuletzt im Jahr des 500. Gedenkens an die Reformation habe sich Lehmann um das katholisch-evangelische Miteinander verdient gemacht: "Es ging ihm immer darum, Christus neu zu entdecken. Genau das war die Grundlage dafür, dass wir das Reformationsjahr in so wunderbarer Weise in ökumenischem Geist feiern konnten."

Fest an der Seite der jüdischen Gemeinschaft

Der Zentralrat der Juden in Deutschland erklärte, Lehmann habe sich stets mit Sensibilität und Klugheit für ein gutes Verhältnis von Christen und Juden eingesetzt. Dabei sei es ihm auch gelungen, Missverständnisse oder Unstimmigkeiten auszuräumen. "Kardinal Lehmann gehörte zu jenen Vertretern der katholischen Kirche, die einen besonders wichtigen Beitrag zur Versöhnung leisteten und fest an der Seite der jüdischen Gemeinschaft standen", würdigte der Zentralrat den Verstorbenen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 11. März 2018 um 12:00 Uhr.

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