Brötchen | Bildquelle: picture alliance / ZB

ARD-Themenwoche Unser täglich weggeworfenes Brot

Stand: 14.11.2018 13:49 Uhr

Frisches Brot, krumme Gurken, fleckige Äpfel: Jedes Jahr werden in Deutschland elf Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Diese Verschwendung von Essen hat weltweite Auswirkungen.

Von Alice Hasters, ard-aktuell

Wer zum Bäcker geht, der findet dort normalerweise immer volle Brotregale. Die Zeiten, an denen man früh morgens da sein musste, bevor alles vergriffen ist, sind lange vorbei.

Ein volles Brotregal sieht attraktiver aus und vermittelt den Eindruck frischer Ware. Ein einsames Brot hingegen scheint so, als ob es bereits stundenlang dort liegt. Älter als einen Tag, sollen Backwaren nicht sein, so der vermeintliche Wunsch der Kunden. Diese Ansprüche führen jedoch dazu, dass nach Angaben des WWF mittlerweile jede fünfte Backware im Müll landet.

ARD-Themenwoche: Food Waste
12.11.2018

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Auf dem Acker statt im Supermarkt

Doch es ist nicht nur Brot. Viele Lebensmittel werden aussortiert, bevor sie über die Ladentheke wandern - wenn sie es überhaupt so weit schaffen: Schätzungsweise 50 Prozent der Erntebestände werden bereits vor dem Verkauf aussortiert. Der Grund: Sie entsprechen den Standards des Handels nicht. Ist eine Karotte zu klein, verwachsen oder krumm, schafft sie es nicht in den Supermarkt.

Damit Landwirte und Handelsketten trotzdem keine Verluste machen, bezahlen Kunden die aussortierte Ware quasi mit. Das führt dazu, dass zum Beispiel Getreide auch auf den Weltmarkt teurer wird. Für die Endkunden in Deutschland bedeutet das einen Unterschied von ein paar Cent. In anderen Teilen der Welt sind diese paar Cent gravierend. Sie führen dazu, dass sich Menschen in ärmeren Regionen kein Mehl leisten können.

Belastetes Wasser

Der Anspruch vieler Supermärkte, immer volle Regale mit frischen Waren zu haben, führt nicht nur zur wirtschaftlichen Ungerechtigkeit. Der Anbau von Lebensmitteln ist umweltbelastend: Um ein Kilogramm Fleisch, Kaffee, Avocados oder Bananen zu produzieren, braucht es Tausende Liter Wasser. Ein Aspekt, der mit akuten und drohenden Wasserkrisen weltweit immer dringlicher scheint. Auch die Anwendung von Antibiotika in der Massentierhaltung und der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft wirken sich belastend auf die Wasserversorgung aus.

Avocados werden in einem mexikanischem Packhaus gewaschen und sortiert | Bildquelle: dpa
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Durstiges Superfood: Avocados werden nach der Ernte in Mexiko gewaschen und sortiert.

Prekäre Arbeitsverhältnisse

Welche Auswirkungen die hohe Nachfrage nach günstigen und frischen Lebensmitteln haben, wird zum Beispiel bei Google Maps deutlich, wenn man sich die spanische Region Almeria anschaut: Dort ist eine weiße Plastiklandschaft aus Gewächshausern zu sehen - es ist das größte Gemüseanbaugebiet der Welt. Die Arbeitsbedingungen sind prekär. Etwa 138.000 Menschen arbeiten im spanischen Gemüseanbau. 40.000 davon sind illegal beschäftigt, ohne Papiere und somit auch ohne Schutz.

Elf Millionen Tonnen an Lebensmitteln werden jährlich in Deutschland weggeworfen, so die aktuelle Schätzung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Vieles davon geht auf die Rechnung der Großhändler, jedoch ist die Menge der Lebensmittel pro Haushalt ebenfalls beachtlich. In Deutschland sind es 55 Kilo pro Kopf. Das macht 4,4 Millionen Tonnen pro Jahr.

Anmerkung der Redaktion: In einer ersten Version dieses Artikels hatten wir berichtet, dass laut einer Erhebung von Foodwatch jede fünfte Backware im Müll lande. Diese Zahl stammt jedoch vom WWF. Wir haben den Artikel entsprechend angepasst.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 13. November 2018 um 12:00 Uhr.

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