Schneemassen in Zermatt | Bildquelle: AFP

Lawinengefahr in den Alpen Tausende vom Schnee eingeschlossen

Stand: 09.01.2018 16:39 Uhr

Heftiger Schneefall hat in mehreren Alpenregionen das öffentliche Leben teilweise lahmgelegt. In Zermatt sind Tausende Touristen vom Schnee eingeschlossen, im italienischen Sestriere verschüttete eine Lawine ein Wohngebäude. Auch in Frankreich gibt es Lawinengefahr.

Nach heftigen Schnefällen sind in den Alpen mehrere Orte weiterhin von der Außenwelt abgeschnitten. In Zermatt im Südosten der Schweiz sind etwa 13.000 Touristen vom Schnee eingeschlossen. Die Behörden hatten zeitweise eine Luftbrücke eingerichtet, um Touristen, die dies wollten, mit einem dreiminütigen Hubschrauberflug in den nahegelegenen Ort Täsch zu bringen, berichtete ein Polizeibeamter.

Höchste Lawinengefahr in italienischen Alpenregionen
tagesschau 15:00 Uhr, 09.01.2018

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Straßen und Gleise seien unter Schnee begraben, teilten Beamte mit. Ein örtlicher Hotelier sagte, die Behörden führten kontrollierte Explosionen durch, um Schneemassen zu beseitigen. So soll die gesperrte Bahnstrecke nach Zermatt bis Mittwochabend freigesprengt werden. Vorerst konzentriere man sich eher auf die Bahnstrecke als auf die ebenfalls gesperrte Zufahrtsstraße, sagte die örtliche Tourismussprecherin Janine Imesch .

Die Lage war in den vergangenen Tagen so prekär wie seit Jahren nicht mehr. Allerdings nicht für die Menschen im Dorf, versicherte die Gemeinde. Zermatt selbst ist nicht von Lawinen bedroht. "Es gibt keine Panik", sagte Imesch. "Die Stimmung ist gemütlich."

Skipisten, Wanderwege, Seilbahnen und Straßen waren als Vorsichtsmaßnahme ebenfalls geschlossen worden. Laut dem Tourismusbüro wurde die zeitweise zusammengebrochene Elektrizitätsversorgung in dem Ort wieder hergestellt. Wer allerdings dringend weg wolle, müsse nun warten, bis die Bahnstrecke wieder frei ist. Eine weitere Luftbrücke solle es am Mittwoch nicht geben.

Weitere Teile der Schweiz betroffen

Auch in anderen Dörfern in den Alpen hatte sich die Lage zugespitzt. In Visp mussten 20 Menschen in Sicherheit gebracht werden, weil Massen von Schlamm ihre Häuser bedrohten. Für Teile des Wallis, darunter neben Zermatt auch der Wintersport-Ort Saas-Fee, verhängte das Schnee- und Lawinenforschungsinstitut die höchste Lawinen-Gefahrenstufe. Diese wird nur selten ausgerufen.

Schneemassen vor dem Bahnhof von Zermatt | Bildquelle: AFP
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Der Bahnhof von Zermatt ist von Schneemassen eingeschlossen.

Lawine trifft Gebäude in Sestiere

Im italienischen Sestriere fiel binnen 48 Stunden mehr als zwei Meter Neuschnee. Dort stürzte eine Lawine in ein fünfstöckiges Apartmentgebäude nahe der Ski-Station und hinterließ Schneemassen in einigen Wohnungen. Von den 29 Menschen, die sich dort aufhielten, wurde niemand verletzt.

Im Ort Susa starb in der Nacht zum Dienstag eine 70-jährige Patientin auf dem Weg ins Krankenhaus. Ein Baum, der unter dem Gewicht der Schneemassen umgestürzt war, blockierte eine Zufahrtsstraße, so dass der Rettungswagen nicht mehr rechtzeitig in der Klinik eintraf.

Gefahr auch in Frankreich

Die Lawinengefahr in zahlreichen Alpenmassiven an der französisch-italienischen Grenze erreichte ein neues Höchstniveau. In Italien waren deswegen zahlreiche Straßen gesperrt. Laut italienischen Medien waren etwa 5000 Menschen von der Außenwelt abgeschnitten.

Im Département Savoyen im Osten Frankreichs fiel innerhalb von 36 Stunden bis zu 1,80 Meter Schnee. Die Lawinengefahr ging dort aber leicht zurück. Dies ermöglichte es den Rettungskräften, eine Suchaktion für einen vermissten britischen Skifahrer zu starten.

Durch Lawine zerstörte Bäume nahe Chamonix | Bildquelle: AFP
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Auch in Frankreich richteten Lawinen bereits Schäden an.

Dem französischen Wetterdienst zufolge sind die intensiven Schneefälle ein Ausnahmephänomen, das sich nur "einmal in 30 Jahren" ereignet. Grund für die Schneemassen sei die hohe Luftfeuchtigkeit in der italienischen Po-Ebene. Erreicht die feuchte Luft die Alpen, kondensiert sie und fällt als Schnee herab.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 09. Januar 2018 um 17:00 Uhr.

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