Karl Lauterbach | dpa

Lauterbach zu Corona "Grund zur Freude - aber keine Entwarnung"

Stand: 12.08.2022 11:01 Uhr

Die abklingende Sommerwelle ist laut Gesundheitsminister Lauterbach Grund zur Freude. Dennoch seien ab Herbst wieder mehr Infektionen zu erwarten. Es werde daher neue Corona-Auflagen geben - aber auch den neuen Omikron-Impfstoff.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat sich erfreut gezeigt über die abklingende Corona-Sommerwelle. "Wir haben eine günstige Entwicklung bei der Sommerwelle, mit einem robusten Rückgang der Infektionszahlen und einer geringeren Sterblichkeit", sagte er in der Bundespressekonferenz. Auch wenn die Dunkelziffer bei den Infektionen hoch sei: "Der Rückgang ist echt." Das zeigten unter anderem neue Daten des Robert Koch-Instituts. Laut dem jüngsten Wochenbericht ist der Zenit der aktuellen Welle überschritten.

Ein Grund zur Entwarnung sei dies aber nicht. Denn im Herbst, das zeigten Modellierungen, sei mit einem erneuten Anstieg der Fallzahlen zu rechnen. Das liege vor allem daran, dass das Leben dann wieder verstärkt in Innenräumen stattfinde.

Infektionsschutz: Zwei Stufen ab Oktober

Lauterbach warb daher erneut für das geplante Infektionsschutzgesetz, das Anfang September im Bundestag verabschiedet werden soll. Dieses sieht in der ersten Stufe vor, den Bundesländern ab 1. Oktober die Möglichkeit einzuräumen, weitere Auflagen für Innenräume zu erlassen. So könnte etwa bei einer angespannten Infektionslage das Tragen von Atemschutzmasken in Innenräumen wieder zur Pflicht werden. "Ich glaube, dass die Länder das alle machen werden", so der SPD-Politiker.

Ausnahmen sollen etwa für Gastronomiebetriebe gelten. Auch Menschen, die vor weniger als drei Monaten geimpft wurden, die einen frischen Test oder Genesenen-Nachweis haben, können mit Erleichterungen rechnen. Zur Begründung sagte er, dass drei Monate nach Impfung nicht nur ein sehr guter Schutz vor schwerem Verlauf bestehe, sondern auch vor einer Ansteckung.

In der zweiten Stufe können dann die Ausnahmen wegfallen und Obergrenzen für Versammlungen erlassen werden. Dazu seien weitere Parameter zu beachten, etwa die Zahl der Todesfälle oder die Situation auf Intensivstationen.

Neue Impfstoffe ab Ende September

Lauterbach erklärte weiter, der neue Omikron-spezifische Impfstoff sei kurz vor der Zulassung. "Die Europäische Zulassungsbehörde wird sich Anfang September mit dem neuen Vakzin beschäftigen. In der Folge kann voraussichtlich am 28. September mit der Auslieferung der Dosen in Deutschland begonnen werden." Deutschland habe den neuartigen Impfstoff, der auch gegen die Variante BA5 helfen soll, in hoher Menge bestellt, so dass schnell viele Menschen geimpft werden könnten.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 12. August 2022 um 10:30 Uhr.