Karl Lauterbach | dpa

Ankündigung von Lauterbach Positivliste mit Schnelltests für Omikron

Stand: 09.01.2022 20:24 Uhr

Das Paul-Ehrlich-Institut erarbeitet laut Gesundheitsminister Lauterbach eine Liste mit Schnelltests, die Omikron früh erkennen können. Im Bericht aus Berlin ergänzte er, dass weitere Maßnahmen im Kampf gegen Corona notwendig würden.

Vor dem Hintergrund der Diskussion um die Qualität und Aussagekraft von Schnelltests hat Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach eine Positivliste für Schnelltests angekündigt.

Im Gespräch mit dem ARD-Hauptstadtstudio sagte er, er habe das Paul-Ehrlich-Institut veranlasst, eine solche Aufstellung vorzubereiten "mit Tests, die für Omikron besonders geeignet sind bzw. Omikron früh erkennen. Dies wird allerdings einige Zeit in Anspruch nehmen."

Damit solle eine bessere Orientierung bei der Testauswahl ermöglicht werden. Die Erkenntnisse zu Tests, die in den vergangenen Monaten ausgewertet wurden, könne man nicht direkt auf Omikron übertragen. Sinnvoll sei es, aktuell Schnelltests gegebenenfalls mehrfach durchzuführen, sagte der SPD-Politiker weiter.

"Weitere Maßnahmen notwendig"

Im Bericht aus Berlin macht der Gesundheitsminister deutlich, dass er weitere Einschränkungen im Kampf gegen Omikron für notwendig hält. Die am Freitag von Bund und Ländern getroffenen Beschlüsse - Stichwort 2G-Plus - seien zwar "ein wichtiger Schritt nach vorne", sagt er im Bericht aus Berlin der ARD. Das werde aber nicht reichen, um Omikron zu besiegen. "Daher werden weitere Maßnahmen noch notwendig werden zu gegebener Zeit."

Vor allem gebe es Grund zur Annahme, dass Ungeimpfte mit Omikron schwerer erkranken könnten. "Eine Durchseuchung wäre viel zu riskant."

Minister will nicht Druck auf Bundestag ausüben

In der Debatte um den Beginn einer allgemeinen Impfpflicht lehnte es Lauterbach ab, ein konkretes Datum zu nennen. Da wolle er nicht spekulieren. "Ich habe nie ein zeitliches Ziel vorgegeben. Ein Minister sollte dem Deutschen Bundestag in einer Bundestagsangelegenheit keine Zeitfristen geben - das gehört sich nicht", sagte der SPD-Politiker im Bericht aus Berlin.

Der Bundestag müsse selbst entscheiden, wann und in welcher Form debattiert werde, "das ist ja keine Regierungsaufgabe", so Lauterbach weiter. Sein Ministerium unterstütze allerdings mit seiner Expertise die Abgeordneten bei der Ausarbeitung von Gruppenanträgen.

Zuvor war bekannt geworden, dass das von Bundeskanzler Olaf Scholz genannte Impfpflicht-Versprechen bis Anfang März offenbar nicht zu halten ist. Die Gründe dafür seien der Zeitplan des Bundestags und des Bundesrats sowie komplizierte juristische Fragen, berichtete der "Tagesspiegel" unter Berufung aus Koalitionskreisen.

Mit der Impfpflicht "den Spuk weitgehend beenden"

Lauterbach wies daraufhin, dass die Omikron-Welle mit einer Impfpflicht ohnehin nicht gebrochen werden könne. Sie sei aber entscheidend für die zweite Jahreshälfte: "Wir können damit erreichen, dass wir im Herbst nicht vor dem gleichen Problem stehen." Er gehe davon aus, dass man mit der Impfpflicht "den Spuk weitgehend beenden können".

Was die neuen Corona-Quarantäneregeln betrifft, rechnet der Gesundheitsminister damit, dass diese schnell gültig werden. Die Regeln würden von den Bundesländern umgesetzt. "Das wird von Land zu Land etwas unterschiedlich sein, aber es wird sehr schnell gelten."

Über dieses Thema berichtete der Bericht aus Berlin am 09. Januar 2022 um 18:00 Uhr.