Lauterbach zu Pflege-Betrug "Größter Skandal im Gesundheitssystem"

Stand: 18.04.2016 09:23 Uhr

Der SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach hat im ARD-Morgenmagazin die Betrügereien bei Pflegediensten als einen der größten Skandale im Gesundheitssystem bezeichnet. Die Pflegekassen müssten häufiger kontrollieren, entsprechende Gesetze noch in dieser Legislaturperiode umgesetzt werden.

Meldungen über großangelegte Betrügereien in der Pflegebranche lassen den Ruf nach schärferen Kontrollen laut werden. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach bezeichnete die nun bekannt gewordenen Betrügereien bei Pflegediensten als einen der größten Skandale im Gesundheitssystem, wenn sich der Verdacht bestätigen sollte.

Im ARD-Morgenmagazin sagte Lauterbach: "Mit dieser Dimension hat kein Fachmann gerechnet. Wir wussten, dass es solche Fälle gibt. Das ist vorher auch schon untersucht worden. Aber es war immer die Rede von Einzelfällen."

Patienten, die gar nicht existieren

Die drei wichtigsten Betrugsarten seien, dass Patienten abgerechnet würden, die nicht existierten, dass die erforderlichen Leistungen nicht erbracht würden, oder dass mehr Leistungen abgerechnet würden, als eigentlich erforderlich seien. Lauterbach forderte, dass Pflegekassen und Krankenkassen mehr kontrollierten.

"Die Pflegekassen müssen sehr viel besser kontrollieren, insbesondere unangemeldet." Reine bürokratische Überprüfung der Papiere reichten nicht aus. "Im Bereich der Krankenkassen, die also die Intensivpflege organisieren, da darf überhaupt nicht unangemeldet überprüft werden", beklagte Lauterbach. Das müsse dringend geändert werden. Er hoffe, dass dies noch in der laufenden Legislaturperiode geändert werde. Die Patienten und auch die Angehörigen hätten einen Anspruch darauf.

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