Flugzeug im Landeanflug  | Bildquelle: dpa

Deutsche Flugsicherung Weniger Laserattacken auf Flugzeuge

Stand: 22.09.2018 09:47 Uhr

Laserangriffe auf Flugzeuge sind keinesfalls kleine Vergehen - den Tätern drohen lange Haftstrafen. Die Zahl der Blendungen ist laut einer Umfrage bei der Deutschen Flugsicherung im ersten Halbjahr zurückgegangen.

Immer wieder werden Piloten an deutschen Flughäfen von Laserpointern attackiert. Das kann im schlimmsten Fall zu einer Desorientierung des Piloten führen, der durch die Blendung kurzzeitig im Blindflug unterwegs ist. Vor allem nachts, wenn das Licht im Cockpit gedimmt ist, kann es zum zeitweisen Sehverlust kommen.

Nach Jahren mit steigenden Zahlen sind die Attacken im ersten Halbjahr 2018 jedoch zurückgegangen. Laut einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa bei der Deutschen Flugsicherung (DFS) gab es 113 Blendungen auf den großen deutschen Airports und damit 16 weniger als im Vorjahreszeitraum.

Deutlicher Anstieg in Frankfurt

An manchen Flughäfen sank die Zahl der registrierten Fälle laut DFS deutlich: München verzeichnete einen Rückgang von 13 auf fünf. Auch Hannover, Hamburg und Stuttgart meldeten weniger Attacken. Am Flughafen Frankfurt gab es hingegen einen deutlichen Anstieg: Die Zahl der Angriffe verdoppelte sich von elf auf 22. In Bremen gab es mit drei Vorfällen einen mehr als im ersten Halbjahr 2017.

Die Flugzeuge werden oft bei Start oder Landung ins Visier genommen. Es gebe aber auch Blendungen aus großen Höhen, sagte eine DFS-Sprecherin. Die Flugsicherung mit Sitz im hessischen Langen ist für die Flugverkehrskontrolle in Deutschland zuständig und überwacht bundesweit 16 internationale Airports.

War Aufklärungsarbeit erfolgreich?

Die Pilotenvereinigung Cockpit begründet den generellen Rückgang mit einer erfolgreichen Aufklärungsarbeit und möglichen Haftstrafen von bis zu zehn Jahren. "Vor einigen Jahren waren die Blendungen für einige Jugendliche ein hipper Streich", antwortet Cockpit-Sprecher Janis Georg Schmitt auf die Frage nach der möglichen Motivation für die Laserattacken. "Möglich ist auch, dass sich einige Menschen durch die viele Fliegerei gestört fühlen und so versuchen, sich zu wehren", sagt Schmitt, der selbst Pilot ist und nach eigenen Angaben dreimal Opfer von Laserpointer-Attacken wurde.

Haftstrafen von bis zu zehn Jahren

Da es für die Piloten eine Meldepflicht gibt, geht Schmitt davon aus, dass die Dunkelziffer nicht deutlich über den DFS-Zahlen liegt. "Den Tätern muss heute bewusst sein, dass sie konsequent verfolgt werden", sagt Schmitt. Er erinnert sich an einen Fall, bei dem ein Polizeihubschrauber den Angreifer kurz nach der Attacke auf ein Flugzeug stellen konnte. Laut dem Sicherheitsbericht des Luftfahrtbundesamts (LBA) drohen Haftstrafen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren.

Über dieses Thema berichtete hr-iNFO am 22. September 2018 um 10:00 Uhr.

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