Markus Söder | AFP

K-Frage in der Union Was macht Söder jetzt?

Stand: 20.04.2021 10:15 Uhr

Der CDU-Bundesvorstand hat sich für Laschet entschieden - bereits zum zweiten Mal. Zahlreiche CDU-Politiker sehen ihren Parteichef damit ausreichend als Kanzlerkandidaten der Union legitimiert. CSU-Chef Söder will sich am Mittag äußern.

Führende CDU-Politiker sehen nach dem Votum des Parteivorstands für Armin Laschet den Parteichef nun als Kanzlerkandidaten für hinreichend legitimiert. Alles in allem sei die Entscheidung "ganz klar" für Laschet gefallen, sagte CDU-Bundesvorstandsmitglied Henning Otte im RBB. "Weil es darum geht, nicht nur in Bayern, sondern für ganz Deutschland Politik zu machen. Und dafür steht Armin Laschet."

Otte geht davon aus, dass Laschet damit als Kanzlerkandidat der Union feststeht: "Die Abmachung war, dass wenn die CDU sich klar ausspricht für ihn, dann ist das auch die Entscheidung für eine Kanzlerkandidatur." Man habe auch die Meinungsumfragen diskutiert, aber am Ende gehe es darum, wie man sich als Union für die Bundestagswahl aufstelle, so Otte.

Der stellvertretende Vorsitzende der Unionsbundestagsfraktion, Thorsten Frei, erwartet daher noch heute eine Entscheidung in der K-Frage zwischen CDU und CSU. "Es ist jedenfalls eine glasklare Aussage, deswegen erwarte ich schon, dass es heute auch dazu kommt, dass zwischen den beiden Parteien diese Frage geklärt wird, und zwar einvernehmlich geklärt wird, wie es auch verabredet ist", sagte der CDU-Politiker Frei im Deutschlandfunk.

"Jetzt braucht man ein gemeinsames Programm"

Auch der baden-württembergische CDU-Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter geht nach eigenen Worten davon aus, dass die Frage der Kanzlerkandidatur in der Union entschieden ist. CSU-Chef Markus Söder habe nach einem Votum aus der CDU gefragt, und das habe er bekommen, sagt Kiesewetter im ZDF. Laschet habe dort in geheimer Abstimmung ein sehr gutes Ergebnis bekommen. Es lohne sich nicht zu spekulieren, was passiere, wenn Söder dieses Votum nicht akzeptiere. Jetzt brauche man ein gemeinsames Programm der Union.

"Das ist nun wirklich ein klares Ergebnis, das, denke ich, auch von allen akzeptiert wird", sagte der frühere Generalsekretär Ruprecht Polenz dem BR. "Die unterlegene Minderheit muss sich der Mehrheitsentscheidung anschließen", forderte er weiter.

Söder will sich am Mittag zur Kanzlerkandidatur der Union äußern. Er werde am Rande einer Sitzung der CSU-Landtagsfraktion im bayerischen Landtag in München ein Statement abgeben, teilte die CSU mit.

Klare Mehrheit im CDU-Vorstand

Im Machtkampf mit dem CSU-Chef um die Kanzlerkandidatur hatte sich der CDU-Vorstand erneut mit klarer Mehrheit hinter Laschet gestellt. In einer digitalen Sondersitzung der CDU-Spitze votierten in der Nacht nach Angaben eines CDU-Sprechers von 46 stimmberechtigten Vorstandsmitgliedern in geheimer Wahl 31 für eine Kandidatur Laschets. Neun stimmten für Söder, sechs enthielten sich.

Söder hatte die Entscheidung am Montag in die Hand der Schwesterpartei gelegt. Die CDU entscheide jetzt "souverän", sagte er in München nach einer CSU-Präsidiumssitzung. "Wir als CSU und auch ich respektieren jede Entscheidung."

Die CDU errechnete aus den Stimmen ein Ergebnis von 77,5 Prozent für Laschet und von 22,5 Prozent für Söder. Laschet hatte zum Auftakt des Online-Sondertreffens seine Bereitschaft zur Kanzlerkandidatur bekräftigt. "Es geht um die besten Antworten auf die drängenden Zukunftsfragen. Und ich bin bereit, für uns die Kandidatur zu übernehmen", sagte er nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa. "Wir sind heute in der Verantwortung, ein Zeichen zu setzen, wo der Wahlkampf hingeht."

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 20. April 2021 um 11:00 Uhr und 12:00 Uhr.