Armin Laschet | dpa

Kanzlerkandidat der Union Laschet für Dialog mit China

Stand: 11.06.2021 12:45 Uhr

Unions-Kanzlerkandidat Laschet hat sich für einen Dialog mit China ausgesprochen. Deutschland müsse auch mit Ländern im Gespräch bleiben, die andere Gesellschaftsbilder hätten. Die USA seien darin ein Vorbild.

Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet hat vor einer zu starken Abgrenzung Deutschlands gegenüber China gewarnt. "China ist Systemwettbewerber und Partner", sagte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident.

Deshalb sei "die rein innenpolitisch argumentierende Abgrenzung zu China der falsche Weg". Man müsse Menschrechtsfragen ansprechen, sagte Laschet. "Aber wir dürfen nicht alle Beziehungen abbrechen wegen möglicherweise unterschiedlicher Gesellschaftsbilder."

Eigene Interessen müssen vertreten werden

Man dürfe Außenpolitik nicht nur mit Ländern betreiben, die so dächten wie Deutschland, so der CDU-Politiker. Eigene Interessen und Prinzipien müssten auch im Dialog mit Staaten wie Russland, der Türkei und China vertreten werden.

Die USA etwa sähen dies sehr pragmatisch, sagte Laschet. Die neue US-Regierung von Präsident Joe Biden rede sowohl mit China über Klima als auch mit Russlands Präsident Wladimir Putin. "Ich glaube, dass wir diese Dialogformen brauchen", so Laschet.

Er sehe sich in dieser Frage in Kontinuität mit der Kanzlerin, die diesen Kurs "gegen manche Kritik" aufrecht erhalten habe, sagte Laschet. Hintergrund der Äußerungen ist eine Debatte sowohl in Deutschland als auch mit den USA, ob man gegenüber China härter auftreten sollte.