Das Buch von Armin Laschet «Die Aufsteiger Republik-Zuwanderung eine Chance» steht auf einem Tisch.  | dpa

Fehlende Quellenangabe Plagiatsprüfer entlastet Laschet

Stand: 31.07.2021 14:25 Uhr

Nach Kritik an einem von Laschet veröffentlichten Buch hat der Plagiatsprüfer Weber den Unions-Kanzlerkandidaten entlastet: Er habe keine Plagiatsfragmente entdeckt. Laschet hatte zuvor eine fehlerhafte Quellenangabe eingeräumt.

Nach Kritik an einer fehlerhaften Quellenangabe im Buch "Die Aufsteigerrepublik. Zuwanderung als Chance" hat der österreichische Plagiatsprüfer Stefan Weber Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet entlastet. Nach eigener Prüfung erkennt er in dem 2009 erschienenen Werk "keine weiteren Plagiate", so Weber. Eine entsprechende Analyse veröffentlichte der Medienwissenschaftler bereits am Freitag auf seiner Website.

Weber hatte eine Reihe von Textähnlichkeiten zwischen dem Buch der Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock "Jetzt. Wie wir unser Land erneuern" und anderen Publikationen öffentlich gemacht. Zur Untersuchung des Buchs von Unions-Kanzlerkandidat Laschet, der selbst einen Link zu einer Online-Version seines Buchs verbreitet hatte, mit Hilfe einer Prüfsoftware schrieb Weber: "Mein Ergebnis ist entlastend für Laschet: Ich habe nach Durchsicht aller eingefärbten Textübereinstimmungen keine einzige Stelle gefunden, die ich als Plagiatsfragment bezeichnen würde."

Weber führte aus: "Eine einzige Stelle ist der Debatte (noch) nicht wert und deren Veröffentlichung verwässert eher das Problem. Bei der Plagiatsidentifikation geht es immer um die Suche nach einem Muster und nicht um Singularität." Das sei nicht mit dem von ihm untersuchten Buch Baerbocks zu vergleichen, die Fundstellen dort hätten "quantitativ und qualitativ hingegen ein völlig anderes Gewicht".

Laschet entschuldigte sich

In der Nacht zum Freitag war auf Twitter eine Gegenüberstellung des Plagiatssuchers Martin Heidingsfelder veröffentlicht worden, die eine auffallende Ähnlichkeit zwischen einer Passage des Laschet-Buchs und einer anderen Publikation zeigte. Der betroffene Wissenschaftler Karsten Weitzenegger hatte sie öffentlich gemacht.

Laschet räumte daraufhin den Fehler ein und sagte: "Mindestens ein Urheber des im Buch verwendeten Materials wird weder im Fließtext noch im Quellenverzeichnis genannt." Um zu klären, ob es weitere Fehler gebe, werde er unverzüglich die Prüfung veranlassen. Für die Fehler bat er um Entschuldigung, denn "sorgfältiges Arbeiten beim Verfassen von Werken und die Achtung des Urheberrechts sind für mich auch eine Frage des Respekts vor anderen Autoren", so Laschet.

Er hatte das Werk nach eigenen Angaben in seiner damaligen Funktion als nordrhein-westfälischer Integrationsminister verfasst.

Über dieses Thema berichtete Bayern 2 am 30. Juli 2021 um 12:54 Uhr in den Nachrichten.