Hochgestellte Stühle in einem Klassenzimmer | Bildquelle: dpa

Bei Lockdown Kultusminister offen für Schulschließungen

Stand: 11.12.2020 13:02 Uhr

Eine flächendeckende Schließung der Schulen rückt näher. Sollten Bund und Länder einen harten Lockdown beschließen, wollen die Kultusminister den Regelbetrieb einschränken. Manche Bundesländer gehen bereits ab Montag diesen Weg.

Die Bildungsminister der Länder stellen sich im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus auf eine Schließung von Schulen ein. Wenn die Ministerpräsidenten am Wochenende einen harten Lockdown beschließen sollten, seien die Bildungsminister "auch bereit, unseren Teil beizutragen", sagte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK) und rheinland-pfälzische Bildungsministerin, Stefanie Hubig, während der letzten regulären Sitzung in diesem Jahr.

Wenn es notwendig sein sollte, müsse es dann auch Einschränkungen des Regelbetriebs an den Schulen geben. Auch ein Wechsel von Präsenz- und Fernunterricht sei möglich. Wichtig sei aber, dass die Einschränkungen möglichst kurz gehalten werden. Daher sprachen sich die Minister auch gegen eine Verlängerung der Weihnachtsferien aus. "Wir sind der Auffassung, dass die Ferien nicht verlängert werden sollen", sagte Hubig. Es müssten bei den Entscheidungen von Bund und Ländern am Sonntag alle Lebensbereiche in den Blick genommen werden. "Es kann nicht sein, dass es nur die Schulen, nur die Kitas sind."

Regelungen der Bundesländer

Einige Bundesländer gehen bereits unabhängig von der Entscheidung am Sonntag eigene Wege. So sollen in Sachsen ab kommenden Montag Schulen, Kitas und Horte geschlossen werden. Schleswig-Holstein kündigte an, dass es ab Montag ab der 8. Klasse keinen Präsenzunterricht geben soll. Für die Klassen 1 bis 7 gilt der Appell an die Eltern zu prüfen, ob ihre Kinder zu Hause bleiben können. In den Kitas gibt es zwar keine offizielle Einschränkung des Angebots. Ministerpräsident Daniel Günther appellierte aber an alle Eltern, ihre Kinder zu Hause zu betreuen, sofern dies möglich sei.

Ebenfalls ab Montag setzt Nordrhein-Westfalen den Präsenzunterricht an allen Schulen für ältere Klassen aus. Für Schüler aus den jüngeren Klassenstufen solle noch ein "regelhaftes Angebot" vorgehalten werden, sagte Ministerpräsident Armin Laschet. Eltern könnten ihre Kinder aber zu Hause behalten. Das sei als eine Art "Vorquarantäne" vor Weihnachten gedacht. Dann müssten noch härtere Maßnahmen folgen. Maßnahmenverschärfungen gibt es auch in Baden-Württemberg, allerdings muss hier noch geklärt werden, ob Schulen ab Montag schließen.

Trotz hoher Infektionszahlen sprach sich Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig gegen pauschale Schulschließungen vor Weihnachten aus. Vor allem Grundschulen, aber auch Kitas, müssten bis zum Ferienbeginn offen bleiben, sagte Schwesig im Deutschlandfunk. Das sei vor allem für Eltern, die in der Pflege oder in Krankenhäusern arbeiteten, eine große Entlastung. "Wenn man jetzt dort in die Notfallbetreuung geht, mischt man die Gruppen wieder neu", so die SPD-Politikerin weiter.

Peter Sonnenberg, SWR, erläutert die Beschlüsse der Kultusministerkonferenz
tagesschau24 11:00 Uhr, 11.12.2020

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Deutsches Kinderhilfswerk warnt vor Schulschließungen

Vor flächendeckenden Schul- und Kitaschließungen warnte auch das Deutsche Kinderhilfswerk. Mit einer Aussetzung der Schulpflicht oder einer Verlängerung der Schulferien werde ebenso wie mit Kita-Schließungen das Recht auf Bildung ausgehebelt, erklärte der Verband. Bei der Frage der Offenhaltung von Schulen und Kitas müssten neben dem Gesundheitsschutz auch soziale und kindheitspädagogische Aspekte berücksichtigt werden. 

Anstatt Bildungseinrichtungen komplett zu schließen, sollten Schulen und Kitas in Absprache mit den Gesundheitsämtern die Situation vor Ort abwägen, forderte das Kinderhilfswerk. Der Bund sei gefordert, die Länder sowie Schul- und Kitaträger bei der Offenhaltung der Einrichtungen auch finanziell zu unterstützen. 

Hingegen plädierte der Deutsche Lehrerverband für erneuten Distanzunterricht. Es sei klar, dass die Schulen bei der angestrebten Kontaktreduzierung ihren Beitrag leisten müssten, sagte Präsident Heinz-Peter Meidinger NDR Info. "Deswegen müssen wir auch in den Schulen handeln."

Über dieses Thema berichtete NDR 2 am 11. Dezember 2020 um 13:00 Uhr in den Nachrichten.

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