Eine FFP2-Maske liegt in einer ersten Klasse an einer Grundschule auf einem Tisch. | dpa

Kultusminister bestätigen Kurs Schulen sollen offen bleiben

Stand: 05.01.2022 17:21 Uhr

Präsenzlernen habe "höchste Priorität" - an dieser Linie halten die Kultusminister der Länder trotz der Omikron-Ausbreitung fest. Sie sprechen sich jedoch für neue Quarantäne-Regeln aus.

Die Kultusministerinnen und -minister der Länder haben ihre Linie bekräftigt, dass Schulen in der aktuellen Corona-Lage offengehalten werden sollen. "Das Präsenzlernen hat auch unter dem Eindruck der Omikron-Variante höchste Priorität", heißt es in einem Beschluss nach einer Sonderschalte der Minister.

"Auch wenn sich die Pandemie durch eine neue Virusvariante verändert, müssen wir die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen noch stärker in den Blick nehmen", sagte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Karin Prien. "Das bedeutet, dass wir die Schulen erst dann schließen, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind." Das sei wichtig, um den Zugang zu Bildung, sozialem Miteinander und Teilhabe zu sichern, so die CDU-Politikerin. Dass bei einem regionalen Ausbruch einzelne Lerngruppen oder sogar eine ganze Schule vorübergehend schließt, sei aber nicht ausgeschlossen.

Minister für neue Quarantäneregeln

Die Minister sprechen sich auch für überarbeitete Quarantäneregeln aus. Die Quarantänezeit sollte verkürzt werden, sagte Prien. Über die konkrete Dauer müssten aber die Gesundheitsminister entscheiden.

Laut Beschluss fordern die Minister bei dieser Frage eine Gleichbehandlung der Schulen mit Einrichtungen, die zur kritischen Infrastruktur zählen. Die Aufrechterhaltung des Schulbetriebs sei "für Kinder und Jugendliche systemrelevant und darüber hinaus eine Grundlage für die Sicherstellung der Arbeitsfähigkeit anderer kritischer Infrastrukturen", heißt es in dem Papier.

Appell auch von Stark-Watzinger

Vor der Schalte der Minister hatte auch Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger an die Runde appelliert, weiterhin auf Schulschließungen zu verzichten. "Ich hoffe sehr, dass sich die Kultusministerkonferenz dafür aussprechen wird, die Schulen auch mit Omikron offen zu halten", sagte sie der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Der Bund unterstütze mit allem, was notwendig sei, um das zu ermöglichen, so die FDP-Politikerin. Die Schulen seien durch Testen, Maskentragen und Hygienemaßnahmen weitgehend sichere Orte. Sie wirkten stabilisierend und seien bisher keine Pandemietreiber. Präsenzunterricht müsse trotz Omikron "absolute Priorität haben". 

In allen Ländern Präsenzunterricht geplant

In der Hälfte der Bundesländer gingen die Weihnachtsferien schon mit dem Beginn oder Mitte dieser Woche zu Ende. In acht Bundesländern geht die Schule in der kommenden Woche wieder los.

In allen Ländern ist Präsenzunterricht geplant. Flächendeckende Schulschließungen wie vor einem Jahr haben die Ampel-Parteien mit Änderungen am Infektionsschutzgesetz ausgeschlossen. Einige Bundesländer überlassen es den Einrichtungen nun selbst, wie sie vorgehen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 05. Januar 2022 um 17:00 Uhr.