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Offener Brief an Bischöfe Theologe ruft zu Widerstand gegen Papst auf

Stand: 15.04.2010 18:40 Uhr

Der Tübinger Theologe Hans Küng hat die Bischöfe in einem offenen Brief zu Widerstand gegen den Papst aufgerufen. Sie dürften nicht wie "Statisten ohne Recht und Stimme wirken". Es sei dringend nötig, dass Reformen in der Kirche notfalls gegen den Willen des Papstes angeschoben würden. Denn Benedikt XVI. finde keine Wege, die Kirche aus der tiefsten Vertrauenskrise seit der Reformation zu führen.

Die Bischöfe hätten zwar einen Gehorsamseid gegenüber dem Papst abgelegt - sie wüssten aber auch, "dass uneingeschränkter Gehorsam nie einer menschlichen Autorität, sondern Gott allein geschuldet ist", heißt es in dem Brief. Sie sollten keine Ergebenheitsadresse, sondern Reformforderungen nach Rom schicken.

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Küng: "Bischöfe sollen keine Ergebenheitsadresse, sondern Reformforderungen nach Rom schicken."

Konkret forderte der 82 Jahre alte Theologe zum Ungehorsam im Umgang mit dem Zölibat auf. "Ein Priester, der nach reiflicher Überlegung zu heiraten gedenkt, müsste nicht automatisch von seinem Amt zurücktreten, wenn Bischof und Gemeinde hinter ihm stehen", argumentierte Küng.

Die Deutsche Bischofskonferenz und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken wollten Küngs Schreiben nicht kommentieren.