Küken in Mastfarm | Bildquelle: picture alliance / blickwinkel/M

Streit über Kükentötung Tiere als Wegwerfware

Stand: 29.03.2018 12:56 Uhr

Bei der Eierproduktion kommt es nur auf die Legehennen an. Die männlichen Küken werden bisher millionenfach aussortiert und getötet. Das soll sich ändern. Wie schnell und wie - darüber sind sich Bund und Länder bislang nicht einig.

Um das millionenfache Töten von männlichen Küken zu beenden, setzt Bundesagrarminister Christian Schmidt auf ein neues Verfahren zur Geschlechterbestimmung im Ei. Noch im Mai solle an der Universität Leipzig mit der Entwicklung für den praktischen Einsatz begonnen werden, sagte der CSU-Politiker bei einem Informationsbesuch in Leipzig. Sein Ziel sei, "dass wir bis 2017 kein Kükenschreddern mehr haben werden". Bisher werden in Deutschland jedes Jahr Millionen Küken, die männlich sind und keine Eier legen, getötet.

Christian Schmidt
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Agrarminister Schmidt setzt auf ein Verfahren der Uni Leipzig.

Das Verfahren der Leipziger Wissenschaftler ermöglicht es, 72 Stunden nach dem Legen das Geschlecht des Embryos im Ei zu bestimmen. Nur die weiblichen Tiere könnten dann auch ausgebrütet werden. Bisher wird das Geschlecht erst nach dem Schlüpfen von Experten bestimmt und die männlichen Küken werden dann aussortiert.

NRW dringt auf Eile

Mehreren Bundesländern geht das nicht schnell genug. So kündigte Nordrhein-Westfalens Umweltminister Johannes Remmel von den Grünen an, über den Bundesrat schnellstmöglich das Kükentöten verbieten zu wollen. Er warf Schmidt vor, sich hinter Absichtsbekundungen und Forschungsvorhaben zu verstecken. Auch Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer, ebenfalls von den Grünen, kritisierte, mit reinen Forschungsaufträgen sei es bei diesem Thema nicht getan.

Legehennen stehen in einem Betrieb für die Produktion von Eiern aus Freilandhaltung
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Bei der Eierproduktion kommt es nur auf Legehennen an, männliche Küken werden getötet.

"Kein Mensch will Tiere am ersten Tag töten"

Lob hingegen für das Leipziger Projekt kommt von Geflügelproduzenten. Es sei wichtig, dass die angewendete Methode für die Tiere schonend sei, erklärte der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft. Die Geschlechterbestimmung im Ei scheine am besten geeignet. Es könne ein großes ethisches Problem gelöst werden, sagte Rudolf Preisinger, Geschäftsführer eines führenden Geflügelzuchtunternehmens. Kein Mensch wolle Tiere am ersten Tag töten.

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