Bei der Razzia sichergestellte Waffen und Embleme. | Bildquelle: dpa

Rechtsextremismus Großrazzia gegen "Ku-Klux-Klan"-Gruppe

Stand: 16.01.2019 15:47 Uhr

In acht Bundesländern ist die Polizei mit Razzien gegen eine Gruppe von Rechtsextremisten vorgegangen. Laut den Ermittlern nennen sie sich "Ritter des Ku-Klux-Klans" und hegen Gewaltfantasien.

Mit einer Großrazzia ist die Polizei in acht Bundesländern gegen ein mutmaßlich gewaltbereites kriminelles Netzwerk bekennender Nationalsozialisten vorgegangen. Im Zentrum der Ermittlungen stehen 17 Beschuldigte im Alter von 17 bis 59 Jahren. Sie sollen eine Vereinigung unter dem Namen "National Socialist Knights of the Ku Klux Klan Deutschland" ("Nationalsozialistische Ritter des Ku-Klux-Klans Deutschland") gebildet haben.

"Die Mitglieder eint ihre rechte Gesinnung, die sich unter anderem in einer Glorifizierung des Nationalsozialismus äußert", teilten die Ermittler mit. Teile der Gruppe hätten Gewaltfantasien gehegt und geplant, sich zu bewaffnen. Bundesweit gehe es um 40 Beschuldigte.

Chatprotokolle ausgewertet

Bei der Razzia kamen rund 200 Beamte zum Einsatz, darunter Spezialeinheiten. Sie beschlagnahmten mehr als 100 Waffen. Darunter waren neben zahlreichen Messern, Macheten und Schwertern auch Schreckschuss- und Luftdruckwaffen. Durchsucht wurden den Angaben zufolge zwölf Wohnungen in Baden-Württemberg, Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Von Festnahmen oder Haftbefehlen war zunächst nichts bekannt. Die Ermittler seien den Beschuldigten bei der Auswertung von Chatprotokollen eines Handys auf die Spur gekommen. Das Gerät war im Zusammenhang mit einem Ermittlungsverfahren wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen beschlagnahmt worden.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 16. Januar 2019 um 15:15 Uhr in den Nachrichten.

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