KSK-Training (Archivbild) | dpa

Bundeswehr-Elitetruppe KSK-Reformpläne "sehr richtig"

Stand: 01.07.2020 08:47 Uhr

Eine Kompanie wird aufgelöst, Übungen eingestellt: Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer baut die Eliteeinheit KSK um. Lob für ihre Pläne kommt von der Wehrbeauftragten. Kritik gibt es aber auch.

Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer steht heute im Verteidigungsausschuss Rede und Antwort, um den Abgeordneten ihre Pläne zur Reform der Elitetruppe KSK (Kommando Spezialkräfte) zu erläutern. Anschließend will sie auf einer Pressekonferenz mit Generalinspekteur Eberhard Zorn der Öffentlichkeit Einzelheiten darlegen.

Nach mehreren rechtsextremistischen Vorfällen in der Truppe kündigte sie am Dienstag an, das KSK grundlegend umzustrukturieren und teilweise sogar aufzulösen. Ihr Plan sieht vor, dass das KSK alle Übungen und internationale Kooperationen einstellt sowie weitgehend aus laufenden Einsätzen zurückgezogen wird.

Eine ganze Kompanie wird aufgelöst. Zudem soll dem KSK die Oberhoheit über die Ausbildung genommen werden. Bis zum 31. Oktober soll die Elitetruppe Zeit bekommen, sich zu bewähren. Gelingt das nicht, droht die komplette Auflösung.

Wehrbeauftragte hat noch mehr Ideen

Die Wehrbeauftragte Eva Högl begrüßte die Reformschritte. Sie finde die Vorschläge "sehr richtig" und konsequent, sagte die SPD-Politikerin dem RBB. Man müsse aber schauen, wie die Maßnahmen wirkten. "Ich hätte auch noch zwei, drei Ideen darüber hinaus", fügte sie hinzu. Nicht vernachlässigt werden dürfe, dass jeder einzelne Fall sorgfältig aufgeklärt werde.

Auch sollte man darüber nachdenken, wie man mehr Vielfalt in die KSK bekommen und für mehr Transparenz sorgen könne. Högl bezeichnete es zugleich als richtig, dass die Spezialeinheit nicht ganz aufgelöst werden solle, sondern nur eine Kompanie. Die Truppe, die im kommenden Jahr ihr 25-jähriges Bestehen begehe, werde gebraucht und leiste mehrheitlich eine hervorragende Arbeit.

Lobende Worte fand die stellvertretende Grünen-Fraktionschefin Agnieszka Brugger: "Annegret Kramp-Karrenbauer belässt es mit den angekündigten Maßnahmen nicht bei kosmetischen Schritten", sagte sie und ergänzte: "Das Ministerium scheint nach viel zu langer Zeit den Ernst der Lage endlich begriffen zu haben."

FDP unzufrieden

Die FDP-Verteidigungsexpertin Marie-Agnes Strack-Zimmermann sagte dagegen, das Maßnahmenpaket sei nicht der große Wurf. "Besser wäre gewesen, alle Spezialkräfte der Bundeswehr zusammenzufassen und dem Verteidigungsministerium zu unterstellen."

Linken-Verteidigungsexperte Alexander Neu sagte, er glaube nicht an die Reformierbarkeit des KSK. "Die vollständige Auflösung dieser Truppe ist alternativlos." Der AfD-Außenpolitiker Georg Pazderski kritisierte dagegen, Kramp-Karrenbauer bekräftige mit dieser Entscheidung "den unsäglichen und völlig unbegründeten Generalverdacht gegen alle unsere Soldaten".

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 01. Juli 2020 um 04:57 Uhr.

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KOMMENTARE

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harry_up 01.07.2020 • 13:22 Uhr

@ eine_anmerkung, um 11:58

re um 11:28 von Mister_X “Wenn dies denn tatsächlich stimmt, haben Sie natürlich recht.“ Bei diesem Satz hätten Sie es belassen sollen. Ihre Zweifel sind angesichts der glaubwürdigen Schilderungen und der Konsequenzen, die AKK - sicherlich nicht aus einer Laune heraus- zieht, hehr, aber nicht angebracht.