Kommando Spezialkräfte | Bildquelle: picture alliance / Franziska Kra

Rechtsextremismus bei Elitetruppe KSK reformieren - aber wie?

Stand: 29.06.2020 04:30 Uhr

Die Eliteeinheit KSK steht unter Druck, seit ein Offizier in einem Brief weit verbreiteten Rechtsextremismus in der Truppe anprangerte. Nun soll die KSK schnell reformiert werden. Eine Idee: ein zweiter Standort.

Von Kai Küstner, ARD-Hauptstadtstudio

Das Rechtsextremismus-Problem der Eliteeinheit KSK zu lösen, ohne sie handlungsunfähig zu machen oder gar ganz zu zerschlagen - das ist die große Herausforderung für die Bundesregierung. In der Union strebt man an, den bislang einzigen KSK-Standort im baden-württembergischen Calw durch einen zweiten zu ergänzen.

In einem Brief, den der verteidigungspolitische Sprecher der CDU-CSU-Fraktion im Bundestag, Henning Otte, Ende vergangener Woche an Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer sandte, schreibt Otte wörtlich: "Abhilfe kann nach meiner Überzeugung die Aufstellung einer zweiten KSK-Einheit, ggf. mit Schwerpunkt Luftlandekomponente, an anderem Ort schaffen." Auf diese Weise, heißt es in dem Brief, den das ARD-Hauptstadtstudio einsehen konnte, weiter, seien Versetzungen möglich, ohne die "Elitesoldaten in fachfremden Verwendungen einsetzen zu müssen."

"Verhärtete Strukturen aufbrechen"

Auch beim Koalitionspartner SPD hält man es für ein Problem, dass die streng abgeschirmte Truppe lediglich an einem Standort angesiedelt ist. Mit einer Entflechtung sei ein "Aufbrechen verhärteter Strukturen in der Truppe" zu erreichen, sagt die SPD-Verteidigungspolitikerin Siemtje Möller dem ARD-Hauptstadtstudio. Sie wirbt gleichzeitig dafür, auch Frauen in der Eliteeinheit unterzubringen, um eine größere Vielfalt innerhalb der Truppe herzustellen.  

Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer, die am heutigen Montag das KSK besucht, hatte angekündigt, mit "eisernem Besen" gegen Rechtsextremismus in der abgeschotteten Spezialeinheit vorgehen zu wollen. Und sie hatte bewusst keine Maßnahme von vornherein ausgeschlossen.

Vor wenigen Wochen hatte der Brandbrief eines KSK-Soldaten für Aufsehen gesorgt. Der Hauptmann berichtete in dem Schreiben an die Verteidigungs-Ministerin, dass rechtsextreme Tendenzen in dem Kommando geduldet und teilweise vertuscht würden.

KSK reformieren - aber wie?
Kai Küstner, ARD Berlin
29.06.2020 06:25 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info "Streitkräfte und Strategien" am 27. Juni 2020 um 19:20 Uhr.

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