Laschet und Söder | Bildquelle: picture alliance / SvenSimon

Kritik von SPD-Generalsekretär "Hahnenkampf um das Merkel-Erbe"

Stand: 21.04.2020 08:05 Uhr

Sie stehen für unterschiedliche Herangehensweisen an die Corona-Pandemie: Bayerns Ministerpräsident Söder befürwortet strenge Maßnahmen, NRW-Ministerpräsident Laschet will Lockerungen. Die SPD ist den Wettbewerb nun leid.

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil hat den Ministerpräsidenten von Bayern und Nordrhein-Westfalen, Markus Söder und Armin Laschet, Profilierungsversuche in der Corona-Krise mit Blick auf eine mögliche Kanzlerkandidatur vorgeworfen. Der Wettbewerb zwischen München und Düsseldorf laufe "langsam aus dem Ruder", sagte Klingbeil der "Rheinischen Post".

"Das wirkt manchmal wie ein Hahnenkampf um das Merkel-Erbe, bei dem sich die Beteiligten gegenseitig belauern und zwanghaft versuchen, schneller zu sein als der andere."

Er finde das gefährlich und der Situation absolut nicht angemessen. "Dafür ist die Lage viel zu ernst." Verantwortungsvolles Krisenmanagement gehe am besten mit Geschlossenheit, sagte Klingbeil. "Was deshalb überhaupt nicht hilfreich ist, sind die ständigen öffentlichen Profilierungsversuche der potenziellen Kanzlerkandidaten von CDU und CSU."

Söder für strenge Maßnahmen, Laschet will Lockerungen

Söder hatte in Bayern eine Vorreiterrolle bei der Verhängung von Ausgangsbeschränkungen gespielt: Vor anderen Bundesländern hatte die bayerische Landesregierung Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus auf den Weg gebracht und damit auch die bundesweite Debatte beeinflusst.

Laschet, der für den CDU-Vorsitz kandidiert, hatte sich stark in der Debatte über Lockerungen der Corona-Maßnahmen positioniert. Söder hatte mehrfach klargemacht, dass er derzeit keine Ambitionen auf eine Kanzlerkandidatur hat, und dies trotz guter Umfragewerte in der Corona-Krise nochmals wiederholt.

Weiteres Anti-Corona-Gesetzespaket geplant

Trotz der SPD-Kritik an der Union arbeiten die Koalitionspartner an einem neuen Gesetzespaket im Gesundheitsbereich zur Bewältigung der Corona-Krise. Der Entwurf soll nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa in der kommenden Woche im Bundeskabinett auf den Weg gebracht werden.

"Die zunehmende Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 hat zur Folge, dass weitere Maßnahmen erforderlich sind, um den mit der durch das Virus ausgelösten Pandemie verbundenen Folgen zu begegnen und diese abzumildern", heißt es in dem Entwurf.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 21. April 2020 um 08:00 Uhr.

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