Anschlag in der Provinz Sabul. | Bildquelle: AP

Gewalt in Afghanistan Pro Asyl fordert Ende von Abschiebungen

Stand: 27.09.2019 14:06 Uhr

Vor der Wahl in Afghanistan hat es mehrere Anschläge gegeben. Die Taliban drohen damit, jeden Wähler zu töten. Die Flüchtlingsorganisation Pro Asyl erneuert deshalb ihre Forderung, Abschiebungen aus Deutschland zu stoppen.

Angesichts der Gewalt vor der Präsidentschaftswahl in Afghanistan hat die Flüchtlingsorganisation Pro Asyl ihre Forderung bekräftigt, Abschiebungen von Deutschland an den Hindukusch zu stoppen. "Innenpolitisches Wunschdenken ist mit der brutalen Realität nicht in Einklang zu bringen", sagte Pro-Asyl-Geschäftsführer Günter Burkhardt in einer gemeinsamen Erklärung mit den Landesflüchtlingsräten.

Vor der anstehenden Wahl am Samstag gab es bereits mehrere schwere Anschläge. Bei einer Wahlkampfveranstaltung des Präsidenten Aschraf Ghani kamen zuletzt 24 Menschen durch ein Selbstmordattentat ums Leben. Die radikalislamischen Taliban haben zudem für morgen unter anderem Angriffe auf Wahllokale angekündigt. Sie drohten, jeden umzubringen, der wählen geht.

Ein Polizist auf seinem Kontrollposten in Kabul | Bildquelle: REUTERS
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Ein Polizist auf seinem Kontrollposten in Kabul: Die Gefahr von Anschlägen ist groß in Afghanistan.

"Afghanistan ist nicht sicher"

"Die Innenminister der Länder müssen sich dieser Realität stellen und die Politik der verschlossenen Augen beenden. Afghanistan ist nicht sicher", erklärte Burkhardt am bundesweiten Tag des Flüchtlings. Gegenwärtig schieben alle Bundesländer Straftäter, sogenannte Gefährder und Afghanen ab, die die deutschen Behörden über ihre Identität getäuscht haben. Nur Bayern schickt auch andere ausreisepflichtige Afghanen in ihre Heimat zurück.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. September 2019 um 12:36 Uhr.

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