Bundesinnenminister Horst Seehofer bei der Vorstellung der Kriminalstatistik 2018 | Bildquelle: ALEXANDER BECHER/EPA-EFE/REX

Kriminalstatistik 2018 "Eines der sichersten Länder der Welt"

Stand: 02.04.2019 12:59 Uhr

Innenminister Seehofer zeigte sich zufrieden mit der Kriminalstatistik 2018. Die Zahl der Straftaten sei um 3,6 Prozent zurückgegangen. Sie sei so niedrig wie seit Jahrzehnten nicht, so der Minister.

5,56 Millionen Straftaten gab es im vergangenen Jahr, das geht aus der Polizeilichen Kriminalstatistik 2018 hervor. Auf den ersten Blick klingt die Zahl hoch. Tatsächlich ist der Wert aber nach den Worten von Bundesinnenminister Horst Seehofer so niedrig, wie seit Jahrzehnten nicht. "Deutschland ist eines der sichersten Länder der Welt", betonte der Minister. Die Aufklärungsquote sei ebenfalls auf einen neuen Höchststand gestiegen.

Die Zahl der polizeilich bekannten Delikte sank im Vergleich zu 2017 um 3,6 Prozent. Unklar ist allerdings, wie viele Vergehen den Sicherheitsbehörden nicht bekannt sind. Denn die Statistik erfasst nur die Straftaten, die der Polizei bekannt werden. Nicht berücksichtigt sind Staatsschutz- und Verkehrsdelikte, Steuerstraftaten sowie Ordnungswidrigkeiten.

Seehofer sagte, das Gefühl der Verunsicherung habe zugenommen. Das könne sich nur dann ändern "wenn wir die personelle und sachliche Ausstattung der Sicherheitsbehörden weiter verbessern."

Weniger Diebstähle angezeigt

Die "Welt" hatte vorab berichtet, dass ungefähr ein Drittel der gemeldeten Straftaten 2018 zufolge Diebstahlsdelikte gewesen seien. Es seien weniger Fahrzeug- und Fahrraddiebstähle angezeigt worden, auch Taschen- und Ladendiebstahl habe erheblich abgenommen. Die Zahl gemeldeter Wohnungseinbrüche sei auf den niedrigsten Stand seit Jahrzehnten gesunken. Dagegen sei Tankbetrug, also Benzindiebstahl, leicht gestiegen.

Deutlich zugenommen haben dem Bericht zufolge die Verbreitung pornografischer Schriften und Drogendelikte. Bei "Widerstand gegen Staatsgewalt" etwa gegen Polizisten und Vollstreckungsbeamte habe es sogar eine deutlich Zunahme um fast 40 Prozent gegeben. Allerdings wurden in diesem Bereich die Regeln durch neue Straftatbestände verschärft.

Infografik: Wohnungseinbrüche Aufklärungsquote
galerie

Bei Wohnungseinbrüchen stieg die Aufklärungsquote leicht an.

Kein Grund zur Entwarnung

Die Innenexpertin der Grünen, Irene Mihalic, findet die Entwicklung zwar erfreulich, sieht aber keinen Grund zur Entwarnung. "Wir dürfen uns deswegen jedoch nicht zurücklehnen, zumal der Grund für den Rückgang in den wenigsten Gründen bekannt ist". Sie verwies darauf, dass Bayern das einzige Bundesland sei, in dem die Kriminalität 2018 gestiegen sei - und das, obwohl es das Bundesland mit dem "schärfsten Polizeigesetz Deutschlands" sei. Das müsse zu denken geben.

Die Beratungsstellen für Opfer rechtsextrem motivierter Gewalttaten haben 2018 einen Anstieg von Angriffen gegen Minderheiten und politische Gegner registriert. Im vergangenen Jahr habe es in den ostdeutschen Bundesländern und Berlin 1212 Angriffe mit 1789 Opfern gegeben, sagte der Vorstand des Verbands der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt, Robert Kusche. Das sei ein Anstieg um acht Prozent. Damit habe es im Durchschnitt täglich mindestens drei Angriffe und fünf Opfer gegeben.

Polizeiliche Kriminalstatistik zeigt Rückgang von angezeigten Straftaten
tagesthemen 21:33 Uhr, 02.04.2019, Christian Feld, ARD Berlin

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Seehofer zufrieden mit Polizeilicher Kriminalstatistik 2018
Sabine Müller, ARD Berlin
02.04.2019 17:20 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 02. April 2019 um 12:00 Uhr.

Darstellung: