Polizist in Münster | Bildquelle: AFP

Kriminalstatistik 2017 Deutlich weniger Straftaten

Stand: 22.04.2018 17:51 Uhr

Es wäre der stärkste Rückgang seit fast 25 Jahren: In Deutschland sind nach einem Medienbericht 2017 fast zehn Prozent weniger Straftaten erfasst worden als 2016. Bei manchen Delikten gab es aber auch Anstiege.

Die Zahl der registrierten Verbrechen in Deutschland ist nach einem Medienbericht im Jahr 2017 um fast zehn Prozent gesunken. Insgesamt weise die polizeiliche Kriminalstatistik für das vergangene Jahr 5,7 Millionen Straftaten aus, berichtet die "Welt am Sonntag". Das sind rund 610.000 weniger als im Jahr zuvor. Einen derart starken Rückgang bei der Kriminalität habe es seit fast 25 Jahren nicht gegeben.

Etwa ein Drittel aller Verbrechen entfiel den Angaben zufolge auf Diebstahldelikte. Dazu gehören Laden- Taschen- Auto- und Fahrraddiebstahl. Insgesamt gab es etwa zwei Millionen Fälle - ein Minus von 11,8 Prozent.

Deutlich weniger Straftaten in Deutschland
tagesschau 20:00 Uhr, 22.04.2018, Tamara Anthony, ARD Berlin

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Deutlich weniger Wohnungseinbrüche

Die Polizei konnte vor allem bei der Bekämpfung von Wohnungseinbrüchen Erfolge verbuchen. Die Zahl sank erheblich - um 23 Prozent auf rund 116.00 Fälle. Auch bei der Aufklärung gab es mehr Erfolge. Allerdings konnten mehr als 80 Prozent aller Wohnungseinbrüche nicht aufgeklärt werden.

Im Vergleich der Bundesländer verzeichnete Rheinland-Pfalz den höchsten Rückgang bei den Wohnungseinbrüchen. Den zweiten und dritten Platz belegen Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Schlusslicht war Berlin.

Bei der gemeldeten Gewaltkriminalität wurde ein Rückgang um 2,4 Prozent auf knapp 190.000 Fälle verzeichnet. Davon waren waren rund 137.00 Fälle von gefährlicher und schwerer Körperverletzung - ein Minus von 2,1 Prozent.

Mehr Morde und Drogendelikte

Dagegen wurden mehr Morde registriert - hier gab es einen Anstieg um 3,2 Prozent, insgesamt handelte es sich um 785 Fälle. Die Gewalt richtet sich zunehmend auch gegen Sicherheitskräfte wie die Polizei.

Stark angestiegen ist auch die Zahl der Drogendelikte - um 9,2 Prozent auf rund 330.600 Fälle. Auch die Verbreitung von Pornografie und Kinderpornografie nahm zu.

Bei der Gesamtkriminalität stieg die Aufklärungsquote bundesweit leicht auf rund 57 Prozent. Die Zahl der Tatverdächtigen sank auf rund zwei Millionen. Davon hatten etwa 736.000 Menschen keine deutsche Staatsbürgerschaft - ein Minus von knapp 23 Prozent.

"Weniger Asylsuchende"

Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Oliver Malchow, warnte in der "Welt am Sonntag" vor "voreiligen Schlussfolgerungen hinsichtlich der Sicherheitslage". Ein Gutteil der Entwicklung hänge damit zusammen, dass weniger Asylsuchende nach Deutschland gekommen seien. Dennoch sei die Statistik ein Beleg dafür, dass sich trotz des bekannten Personalmangels ein hoher Ermittlungsdruck der Polizei in bestimmten Kriminalitätsbereichen auszahle.

"Kein Ruhekissen für die Politik"

Rainer Wendt, Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft, wertete die Zahlen als "gute Nachrichten, die aber kein Ruhekissen sind, auf dem sich die Politik schlafen legen kann".

Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Stephan Harbarth, erklärte, es sei noch zu früh, um von einem stabilen Trend sprechen zu können. Die Zahlen seien aber Ansporn für die Regierungskoalition.

Innenminister Horst Seehofer will die Kriminalstatistik offiziell am 8. Mai vorstellen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 22. April 2018 um 09:00 Uhr.

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