Handschellen | Bildquelle: dpa

Kriminalstatistik 2016 Mehr Gewalt und Verrohung

Stand: 26.04.2017 19:19 Uhr

Einbrüche, Diebstahl und Betrug gehen zurück - doch deutlich mehr Gewalt und so viele politisch motivierte Straftaten wie noch nie: Innenminister de Maizière hat die Kriminalstatistik 2016 präsentiert. Im Fokus dabei sind auch Zuwanderer.

Von Peter Mücke, ARD-Hauptstadtstudio Berlin

"Viel Licht und viel Schatten": Das ist Lieblingsbild von Bundesinnenminister Thomas de Maizière, wenn es um die Kriminalität in Deutschland geht. Insgesamt sind mit 6,37 Millionen 2016 in etwa so viele Straftaten registriert worden wie im Vorjahr. Doch bei den unterschiedlichen Delikten hat sich einiges verändert, sagte de Maizière: "Weniger Wohnungseinbrüche, weniger Ladendiebstähle, weniger Betrugsdelikte. Aber mehr Gewaltdelikte aller Art."

Zugenommen hat vor allem die gefährliche und schwere Körperverletzung: sie stieg um fast zehn Prozent. Bei Mord, Totschlag und Töten auf Verlangen liegt das Plus sogar bei 14,3 Prozent. Bei Vergewaltigung und sexueller Nötigung gab es einen Anstieg um fast 13 Prozent. Für de Maizière auch ein Indiz für eine wachsende Verrohung der Gesellschaft: "Alle Teile dieser Gesellschaft sind hier gefragt, der zunehmenden Verrohung und jeder Form von Hass und Gewalt entschieden entgegenzutreten - auf unseren Straßen und auch im Internet."

Kriminalstatistik 2016: Zuwanderer im Fokus
tagesthemen 22:15 Uhr, 24.04.2017, Justus Kliss

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Politisch motivierte Kriminalität auf Höchststand

Einen erneuten Höchststand habe die politisch motivierte Kriminalität erreicht, sagte de Maizière: "Das liegt insbesondere an der deutlichen Zunahme der politisch motivierten sogenannten Ausländerkriminalität um mehr als 60 Prozent. In diesem Bereich werden beispielsweise Straftaten im Namen von ausländischen extremistischen Organisationen wie dem sogenannten IS, der PKK oder der Tamil Tigers erfasst." Auch die Zahl der Straftaten mit rechter Motivation nahm zu, während weniger linksmotivierte Delikte registriert wurden.

Ein besonderes Augenmerk legte de Maizière bei der Vorstellung der polizeilichen Kriminalstatistik auf die Zahl der Zuwanderer unter den Tatverdächtigen, die im vergangenen Jahr um fast 53 Prozent gestiegen ist: "Da gibt es nichts zu beschönigen, das gilt für nahezu alle Deliktbereiche. Und leider - das zeigen die Zahlen - geht der deutliche Anstieg im Bereich der Gewaltdelikte vor allem auf einen Anstieg der durch Zuwanderer verübten Gewaltdelikte zurück."

Zuwanderer werden Opfer von Zuwanderern

Bei den Gewaltdelikten gebe es ein Prozent mehr deutsche, "aber knapp 90 Prozent mehr zugewanderte Tatverdächtige" im Jahr 2016. "Zur Wahrheit gehört genauso aber auch Folgendes: 80 Prozent der Zuwanderer, die Opfer einer Gewalttat wurden, waren Opfer der Gewalt eines anderen Zuwanderers. Das macht es absolut nicht besser, gehört aber zu einem vollständigen Bild dazu."

Verantwortlich für die Gewalt unter Zuwanderern könne auch die beengte Unterbringung in Erstaufnahmelagern sein. Auch die Sozial- und Altersstruktur der nach Deutschland gekommenen Flüchtlinge spiele eine Rolle, so de Maizière: "Die Kriminalitätsbelastung der 18-21-jährigen Männer ist auch unter Deutschen vier Mal so hoch wie bei der Gesamtbevölkerung. Da die meisten Zuwanderer junge Männer sind, überrascht es kriminologisch nicht, dass deren Kriminalität vergleichsweise hoch ist."

Intensivtäter schneller abschieben?

Der sächsische Innenminister und Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Markus Ulbig, hob hervor, dass einzelne Intensivtäter unter den Zugewanderten die Statistik verfälschten: "Es ist nicht hinnehmbar, dass eine kleine Anzahl von Zuwanderern das Bild über die Flüchtlinge in der Öffentlichkeit prägt. Und für Sachsen kann ich sagen: circa ein Prozent der Zuwanderer sind für fast 40 Prozent der Straftaten in diesem Bereich verantwortlich."

Solche Intensivtäter müssten schneller und konsequenter abgeschoben werden. Im Zusammenhang mit dem islamistischen Terrorismus mahnte der CDU-Politiker eine einheitlichere Gesetzgebung in den Bundesländern an - etwa bei der elektronischen Fußfessel oder der Videoüberwachung.

Sachsens Innenminister Markus Ulbig, CDU, zur Kriminalstatistik
tagesschau24 14:30 Uhr, 24.04.2017

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Kriminalstatistik: Verrohung und Gewaltbereitschaft
P. Mücke, ARD Berlin
24.04.2017 16:40 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 24. April 2017 um 16:45 Uhr

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