Winfried Kretschmann | dpa

Grüner Ministerpräsident Kretschmann für erneute Kandidatur Merkels

Stand: 03.11.2016 05:06 Uhr

Erstmals hat sich ein Spitzenpolitiker der Grünen öffentlich für eine weitere Kanzlerkandidatur von Angela Merkel ausgesprochen. Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann sagte in der ARD, er kenne niemand, "der diesen Job besser machen könnte als sie".

Manche Unionspolitiker halten sich mit der Unterstützung einer neuerlichen Kanzlerkandidatur von Angela Merkel noch zurück. Nun bekommt die CDU-Politikerin erstmals die öffentliche Unterstützung eines grünen Spitzenpolitikers. Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann sprach sich in der ARD-Sendung "Maischberger" klar für eine erneute Kandidatur Merkels aus. "Das fände ich sehr gut", sagte der Grünen-Politiker.

"Der Kurs, den sie fährt, der ist richtig"

Die Kanzlerin sei derzeit sehr wichtig in der europäischen Krise. "Der Kurs, den sie fährt, der ist richtig", so Kretschmann. Er kenne niemanden, "der diesen Job besser machen könnte als sie". Merkel selbst hat sich bislang noch nicht zu einer Kandidatur bei der Wahl 2017 erklärt. In der Vergangenheit hatte Kretschmann häufiger offen für eine mögliche schwarz-grüne Koalition im Bund geworben. Schwarz-Grün passe in die gegenwärtige Zeit, die geprägt sei von Unsicherheit und Krisen.

Spitzenpolitiker der Grünen reagierten verhalten auf die Aussagen Kretschmanns. "Es geht in einen schwierigen Wahlkampf, mit offenen Koalitionsaussagen, und da muss man umso deutlicher machen, was inhaltlich ansteht", sagte Bundestags-Fraktionschef Anton Hofreiter dem Handelsblatt. "Die Große Koalition darf nicht zum Dauerzustand werden, und es braucht einen echten Politikwechsel."

Söder will sich nicht festlegen

Der stellvertretende CDU-Vorsitzende Armin Laschet sieht eine wachsende Zustimmung zu einer Kandidatur Merkels auch bei der CSU. Er gehe davon aus, dass die bayerische Schwesterpartei Merkel im Bundestagswahlkampf kommendes Jahr vorbehaltlos unterstützen werde, sagte Laschet. Zur Begründung verwies er auf mehrere CSU-Politiker, die Merkel bereits als erneute Kanzlerkandidatin vorgeschlagen haben. Der bayerische Finanzminister Markus Söder wollte sich im ARD-Morgenmagazin nicht festlegen. Man müsse abwarten, bis Merkel sich in der Frage festlege, dann werde die CSU beraten.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 03. November 2016 um 06:30 Uhr.

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