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Atemwegs-Krankschreibungen Untersuchung beim Arzt wieder nötig

Stand: 17.04.2020 15:06 Uhr

Die Krankschreibung per Telefon ist passé: Eine Ausnahmeregelung für Patienten mit leichten Atemwegsbeschwerden endet kommende Woche. Eine Untersuchung vom Arzt wird wieder erforderlich. Praxisärzte kritisieren dies.

Arbeitnehmer müssen ab Montag für eine Krankschreibung wieder in allen Fällen einen Arzt aufsuchen. Seit etwa fünf Wochen haben Patienten mit leichten Atemwegsbeschwerden eine bis zu 14-tägige Krankschreibung vom Arzt nach telefonischer Rücksprache erhalten. Dies wurde als Schutzmaßnahme eingeführt, um eine weitere Verbreitung des Coronavirus zu verhindern.

Diese Ausnahmeregelung werde nun nicht mehr verlängert. Das beschloss der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) von Ärzten, Kliniken und Krankenkassen. Die Dynamik der Neuinfektionen sei inzwischen "deutlich verlangsamt" worden, so der G-BA-Vorsitzende Josef Hecken.

Die Behelfsregelung könne deshalb ohne Gefahr einer Erhöhung des Infektionsrisikos für Patienten oder Ärzte zum vorgesehenen Termin auslaufen. Dies entspreche auch den behutsamen Lockerungsschritten, die Bund und Länder beschlossen haben

Anderes Vorgehen bei Covid-19-Symptomen

Eine unmittelbares Arztgespräch sei vor allem bei Erkrankungen wichtig, die nur durch eine persönliche Untersuchung umfassend und präzise erkannt werden könnten, so Hecken.

Wer bei sich eine Infektion mit dem Coronavirus vermute, solle aber weiterhin zunächst telefonisch Kontakt zu einem Arzt aufnehmen, betonte Hecken. Dabei werde dann das weitere Vorgehen besprochen.

Kritik der Kassenärztlichen Bundesvereinigung

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung kritisierte einen "abrupten Stopp" der Ausnahmeregelung, der weder für die Praxen noch für die Patienten gut sei. Man habe sich für eine Verlängerung bis 3. Mai eingesetzt, sei aber im Gremium überstimmt worden. Eine solche Verlängerung wäre auch deckungsgleich mit den staatlich beschlossenen Kontaktbeschränkungen gewesen.

Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände begrüßte hingegen das Auslaufen der Sonderregelung. Mit der schrittweisen Normalisierung sei es ebenso richtig, zum Regelzustand zurückzukehren.

Der G-BA ist das zentrale Beschlussgremium in der Selbstverwaltung des deutschen Gesundheitswesens. Hier arbeiten die Kassenärztliche Bundesvereinigung, die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung, die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen zusammen.

Ende der Behelfslösung
Kai Clement, ARD Berlin
17.04.2020 16:42 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 17. April 2020 um 14:00 Uhr.

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