Ärztin kommuniziert mit Patienten per Video | Bildquelle: picture alliance / imageBROKER

Gesetzentwurf Krankschreibung per Videosprechstunde

Stand: 17.11.2020 15:44 Uhr

Auch nach der Corona-Pandemie sollen sich Patienten per Videosprechstunde vom Arzt krankschreiben lassen können. Das sieht ein Gesetzentwurf von Gesundheitsminister Spahn vor. Dadurch sollen Ansteckungen vermieden werden.

Patientinnen und Patienten sollen die Möglichkeit erhalten, sich in bestimmten Fällen auch ohne den Besuch in einer Arztpraxis krankschreiben zu lassen. Eine erstmalige Krankschreibung und eine Verlängerung sollten künftig per Videosprechstunde möglich sein, heißt es nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums in einem Gesetzentwurf. Dies soll auch nach der Corona-Krise gelten.

Infektionen im Wartezimmer vermeiden

Gerade zur Zeit scheuen viele Patienten den Weg zum Arzt, weil sie sich nicht im Wartezimmer anstecken wollen. Speziell bei "einfach gelagerten Erkrankungsfällen" sollen dadurch Infektionen im Wartezimmer vermieden werden, hieß es heute. Zuerst hatte das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) über das Gesetz berichtet, das Mitte des kommenden Jahres in Kraft treten soll.

Nach sieben Tagen Arztbesuch

Seit dem vergangenen Juli gilt bereits die Regel, dass eine Krankschreibung für maximal sieben Tage auch per Video möglich ist. Voraussetzung ist, dass der Versicherte der Arztpraxis bekannt ist und die Erkrankung eine solche Untersuchung zulässt. Eine weitere Krankschreibung nach Ablauf der sieben Tage darf es allerdings nur geben, wenn die vorherige Arbeitsunfähigkeit bei einer persönlichen Untersuchung vor Ort festgestellt wurde.

Verlängerung auch ohne persönlichen Kontakt

Künftig soll es nun laut Ministerium grundsätzlich möglich sein, "dass eine Feststellung der Arbeitsunfähigkeit in geeigneten Fällen auch im Rahmen der ausschließlichen Fernbehandlung ohne vorherige Präsenzbehandlung ermöglicht wird". Eine Krankschreibung und deren Verlängerung wären damit also auch ohne persönlichen Kontakt von Arzt und Patient zulässig.

Dem Gesetz müssen allerdings noch das Kabinett und anschließend der Bundestag zustimmen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 17. November 2020 um 15:45 Uhr.

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