Krankenhauszimmer mit Beatmungsgerät in einer Klinik in Dresden. | Bildquelle: dpa

Deutsche Krankenhausgesellschaft "Hoch alarmiert, ohne hektisch zu sein"

Stand: 24.10.2020 16:59 Uhr

1200 Intensivbetten sind belegt, etwa 8000 noch frei - die Deutsche Krankenhausgesellschaft sieht Deutschland deshalb gut vorbereitet auf steigende Corona-Infektionszahlen. Ihr Geschäftsführer ruft trotzdem zu Vorsicht auf.

Die Kliniken in Deutschland sind nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft für einen weiteren Anstieg der Corona-Infektionszahlen gut gerüstet.

Der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Georg Baum, bezeichnete die aktuelle Situation trotz steigender Infektionszahlen als beherrschbar. "Die Krankenhäuser sind hoch alarmiert, ohne hektisch zu sein", sagte Baum dem "Mannheimer Morgen".

1200 Intensivbetten belegt, 8000 frei

Zurzeit gebe es mehr als 8000 freie Intensivbetten, durch Verschieben von nicht notwendigen Behandlungen könnten weitere 10.000 Betten frei gemacht werden. "Außerdem müssen nicht alle Patienten, die mit einer Corona-Infektion ins Krankenhaus kommen, intensivmedizinisch behandelt werden", so Baum.

Laut Baum werden derzeit 6000 Patienten in Krankenhäusern wegen Covid-19 behandelt, etwa 1200 davon liegen auf der Intensivstation. "Die Kapazitäten werden noch lange reichen, ehe es bedenklich wird", gab Baum sich überzeugt. Insgesamt sieht Baum Deutschland gut vorbereitet: "Unser Gesundheitssystem schneidet bei der Bewältigung der Pandemie weltweit mit am besten ab."

Verantwortung jedes Einzelnen

Damit die Lage in den kommenden Wochen und Monaten nicht außer Kontrolle gerate, sei insgesamt sehr viel Vorsicht und Einsatzbereitschaft gefordert. Jeder müsse selbst vorbeugend tätig sein. Nicht notwendige Kontakte solle man vermeiden.

Dem Intensivregister der Deutschen interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) zufolge verdoppelte sich die Zahl der Corona-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung in Deutschland. Zehn Tage zuvor waren demnach noch 602 Patienten intensivmedizinisch behandelt worden. Von den aktuell 1203 Intensiv-Patienten, die mit dem Coronavirus infiziert sind, werden demnach 533 invasiv beatmet. Dies entspricht einem Anteil von 44 Prozent. Dies waren 55 mehr als am Freitag. Zehn Tage zuvor waren es demnach 323 beatmete Patienten gewesen.

In den vergangenen Tagen waren die Neuinfektionszahlen auf immer neue Höchststände geklettert, zuletzt am Samstagmorgen auf fast 15.000.

Zweite Corona-Welle: Deutsche Kliniken sehen sich offenbar gut gerüstet
Anja Günther, ARD Berlin
24.10.2020 14:58 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 24. Oktober 2020 um 09:50 Uhr.

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