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Kramp-Karrenbauer in den tagesthemen "Ziele müssen auch erreichbar sein"

Stand: 01.07.2021 02:03 Uhr

Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer hat in den tagesthemen klar gemacht, dass aus dem Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr Lehren für andere Missionen gezogen werden müssen. Zudem sagte sie Kabul nach dem Truppenabzug weitere Unterstützung zu.

Nach der Rückkehr der letzten Bundeswehrsoldaten aus Afghanistan hat Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) eine gemischte Bilanz des längsten deutschen Auslandseinsatzes gezogen. Sie sei froh, "dass alle Männer und Frauen gesund nach Hause gekommen sind", sagte Kramp-Karrenbauer in den tagesthemen

Die Bundeswehr habe ihre Aufträge in Afghanistan erfüllt. In den vergangenen 20 Jahren sei das Land "kein sicherer Ort für Terroristen" gewesen. Eine ganze Generation habe die Chance gehabt, unter besseren Bedingungen aufzuwachsen.

Lehren mit Blick auf Mali

Die Ministerin bezeichnete es aber als einen "Fehler, dass wir den Eindruck vermittelt haben, wir könnten im Rahmen von Nationbuilding aus Afghanistan schnell einen Staat nach europäischem Vorbild machen." Dies sei eine der Lehren, "die ich ziehe und die wir vor allen Dingen mit Blick auf Mali auch beachten müssen". 

Es habe sich gezeigt, dass es auch für andere internationale Einsätze wie die UN-Mission Minusma in Mali wichtig sei, realistische politische Ziele zu definieren, sagte Kramp-Karrenbauer. Davon hänge die Zukunft des Mandats in Westafrika ab. "Ich bleibe dabei, wir können dort etwas erreichen, wir sollten diese Region noch nicht sich selbst überlassen, aber die Ziele, die wir uns stecken, die müssen auch erreichbar sein."

Kramp-Karrenbauer stellt Afghanistan weitere Unterstützung in Aussicht

Auch der afghanischen Regierung stellte die Ministerin weitere Unterstützung in Aussicht: "Auch wenn wir militärisch das Land verlassen, müssen wir weiter an der Seite Afghanistans bleiben, etwa dadurch, dass wir auch zivil weiter unterstützten oder dadurch, dass wir auch innerhalb der Nato darüber reden, wie wir zum Beispiel die afghanische Armee weiter unterstützen können."

Den Ortskräften in Afghanistan, die seit 2013 als Helfer für die deutschen Soldaten tätig waren, sagte die Verteidigungsministerin Hilfe bei der Ausreise zu. Sie kämpfe im Moment darum, für eine Gruppe von etwa 350 einheimischen Helfern und deren Familien im Rahmen eines vereinfachten Verfahrens die Ausreise zu ermöglichen. Kramp-Karrenbauer nannte aber keinen konkreten Zeitraum.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 30. Juni 2021 um 22:15 Uhr.