Kramp-Karrenbauer bei ihrer Rede auf dem Parteitag | Bildquelle: AP

Annegret Kramp-Karrenbauer Mehr als ein Merkel-Abziehbild

Stand: 07.12.2018 17:32 Uhr

Die neue CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer gilt als nahbarer, zugänglicher und entscheidungsfreudiger als Merkel. Das könnte ihr nun helfen. Denn auf die Saarländerin warten große Herausforderungen.

Von Alex Krämer, ARD-Hauptstadtstudio

Von der Generalsekretärin zur Parteichefin - das kommt einem irgendwie bekannt vor. Annegret Kramp-Karrenbauer geht denselben Weg, den vor ihr Angela Merkel gegangen ist. Als Generalsekretärin war sie viel unterwegs in der CDU. Sie ist auch schon aus ihrer Zeit als Landesvorsitzende gut vernetzt.

Entsprechend hat sie von allen drei Kandidaten die Partei am stärksten in den Mittelpunkt ihres Wahlkampfs gerückt. "Es darf nicht wieder passieren, dass etwas entschieden wird in der Regierung und die Partei kann dann sehen, ob sie es mitträgt oder nicht", sagte sie. Erst die Partei, dann die Fraktion, dann die Regierung, das sei die Reihenfolge. "Das ist es, was wir wollen."

Porträt Annegret Kramp-Karrenbauer
tagesschau24 09:00 Uhr, 07.12.2018, Tom Schneider, ARD Berlin

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Keine bequeme Partnerin

Klingt jetzt nicht unbedingt nach einer super-bequemen Partnerin für Kanzlerin Merkel. Die Lesart, sie sei so eine Art Kopie ihrer Vorgängerin, halten ohnehin viele in der CDU für total abwegig. Armin Schuster, Innenexperte aus Baden-Württemberg, kennt beide schon lange. "Ich bin davon überzeugt, dass kaum etwas stimmt an der Formulierung, sie sei ein Abziehbild oder so etwas." Wer das sage, kenne die beiden entweder nicht, oder er wolle bewusst eine Kampagne fahren, sagt er.

Sozialpolitik bleibt wichtig

Kramp-Karrenbauer, so heißt es, sei erstens viel nahbarer, viel zugänglicher als Merkel, und zweitens viel entscheidungsfreudiger. Sie lasse Dinge längst nicht so lange laufen. Ein entscheidender Faktor für die Wahl der Saarländerin dürfte gewesen sein, dass Kramp-Karrenbauer am ehesten dafür steht, alle Flügel zusammenzuführen. Die kommen schon in ihrer Person zusammen.

Sozialpolitik ist ihr wichtig, gesellschaftlich tickt sie oft eher konservativ, das Familienleben der dreifachen Mutter ist aber aber nicht unbedingt klassisch: Ihr Mann hat beruflich zurückgesteckt, während sie Karriere machte.

"Ich kann nur sagen, auf meiner Reise durch die Partei haben mich viele Kollegen, die jeden Abend in Parteiveranstaltungen saßen, gefragt, wie das denn mit dem Wohl meiner Kinder ist. Ich bin zu meinem Mann nach Hause gekommen und hab gesagt, wenn die sich um ihre eigenen Kinder alle so viel Sorgen machen wie um unsere, dann muss es denen aber gut gehen!"

Brückenbauerin - auch zu politischen Gegnern

Was ihr jetzt nützen kann: Kramp-Karrenbauer ist bekannt dafür, immer Kontakt zu halten, Brücken nicht abreißen zu lassen - nicht zu denen, mit denen sie einer Meinung ist, vor allem aber nicht zu denen, die anderer Meinung sind.

Denn die Merz-Unterstützer mit ihrer Enttäuschung muss sie abholen, mit klassischen Unions-Themen - etwa innere Sicherheit, von der versteht sie was.

"Dazu brauchen Sie einen Staat, der ganz deutlich macht, dass er stark ist. Dass er sich nicht auf der Nase herumtanzen lässt. Und das, das sage ich Ihnen als ehemalige Innenministerin, das ist keine Frage von schrillen Tönen. Das ist einzig und allein eine Frage des Willens und des Vollzugs, und auch hier haben wir als CDU, wo wir in Verantwortung stehen, noch Luft nach oben."

Luft nach oben hat die CDU auch bei den Wahlergebnissen. Im Saarland holte Kramp-Karrenbauer 2017 41 Prozent und stoppte damit den Höhenflug von Martin Schulz. Seither kannte sie wirklich jeder in der CDU und wusste: Mit der Frau ist zu rechnen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 07. Dezember 2018 um 09:00 Uhr.

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