Annegret Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz | Bildquelle: dpa

CDU-Parteipräsidium Merz soll sichtbar bleiben

Stand: 17.12.2018 13:02 Uhr

Bei der Wahl zum Parteivorsitz war Friedrich Merz knapp unterlegen. Dennoch soll er in die CDU eingebunden werden. Das wünschen sich viele Spitzenpolitiker. Merz selbst ziert sich noch mit einer Positionierung.

Die Wahl zum CDU-Vorsitz hat er verloren - an Bord bleiben soll Friedrich Merz dennoch. In der Parteispitze herrscht Einigkeit darüber, dass Merz in die Parteiarbeit eingebunden wird. Vor der ersten Sitzung des CDU-Präsidiums unter der neuen Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer sagte Parteivize Armin Laschet, es sei wichtig, "dass die Gedanken, die Ideen, die Friedrich Merz vorgetragen hat, in der Programmatik der CDU stattfinden. Ich wünsche mir, dass er sichtbar bleibt."

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer nannte Merz einen wichtigen Menschen für die Partei, der viel Vertrauen genieße. Ähnlich äußerte sich Thüringens CDU-Chef Mike Mohring. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier äußerte sich zurückhaltender: "Ach, schauen wir mal. Das ist Sache der Vorsitzenden und von Herrn Merz. Ich denke, die sind in gutem Gespräch."

Jens Spahn, Annegret Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz (von li. nach re.) auf dem Parteitag in Hamburg | Bildquelle: REUTERS
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Kramp-Karrenbauer möchte Merz (re.) in die Parteiarbeit einbinden.

Persönliches Gespräch mit Kramp-Karrenbauer

Nach Informationen der "Bild"-Zeitung gab es bereits ein Gespräch zwischen Kramp-Karrenbauer und Merz, in dem sie sich auf eine weitere Zusammenarbeit verständigt hätten. Beide seien sich einig gewesen, dass die CDU nach der Kampfabstimmung auf dem Parteitag nun wieder zusammengeführt werden müsse, berichtete die "Bild" unter Berufung auf das Umfeld der beiden Politiker. Merz habe seine Hilfe angeboten, wolle aber weiter in der Wirtschaft tätig bleiben.

Das Gespräch fand demnach am Donnerstag in Kramp-Karrenbauers Büro statt und dauerte anderthalb Stunden. Ende Januar solle es ein weiteres Treffen geben. Auch mit dem bereits nach dem ersten Wahlgang ausgeschiedenen Kandidaten Jens Spahn will Kramp-Karrenbauer eng zusammenarbeiten.

"Respekt und Vertrauen"

Kramp-Karrenbauer hatte bereits nach ihrem knappen Sieg auf dem Parteitag angekündigt, das Gespräch mit Merz zu suchen. In ihrer Unterredung vereinbarten die beiden dem Bericht zufolge, dass nicht aus jeder unterschiedlichen Meinung in der Sache künftig eine Personalfrage gemacht werde. Klar sei auch, dass die CDU wieder mehr Debatten und eine breitere thematische Aufstellung brauche. Dazu könnten weitere prominente Köpfe aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in eine Art Beraterkreis berufen werden.

Über mögliche Namen sei Vertraulichkeit vereinbart worden. Das Gespräch sei von gegenseitigem Respekt und großem Vertrauen geprägt gewesen, zitierte "Bild" aus dem engsten Umkreis beider Teilnehmer.

Zeitenwende mit Kramp-Karrenbauer

Mit dem Antritt Kramp-Karrenbauers als neue Parteichefin vollziehen die Christdemokraten eine Zeitenwende: Anders als Angela Merkel führt sie die Partei nicht auch als Kanzlerin. Insofern stehe sie vor der Herausforderung, sich inhaltlich zu positionieren, berichtet ARD-Korrespondent Michael Stempfle.

Vom Koalitionspartner CSU bekam die neue CDU-Chefin eine wohlwollende Botschaft: "Ich glaube, dass wir mit Annegret Kramp-Karrenbauer sehr, sehr gut zusammenarbeiten werden", sagte CSU-Chef Horst Seehofer vor der Vorstandssitzung seiner Partei in München. Sie gehe sehr stark auf die CSU zu - wie umgekehrt auch.

Nach dem CDU-Parteitag – Erste Präsidiumssitzung unter AKK
Mathias von Lieben, DLF
17.12.2018 19:17 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 17. Dezember 2018 um 6:48 Uhr.

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