Kohlegegner Jänschwalde | Bildquelle: dpa

Brandenburg und Sachsen Kohlegegner stürmen Tagebaue

Stand: 30.11.2019 12:15 Uhr

Tausende Kohlegegner sind in Tagebaue in Brandenburg und Sachsen eingedrungen. Dabei kam es zu Rangeleien mit der Polizei. Die Aktivisten fordern einen sofortigen Kohleausstieg.

Tausende Klimaaktivisten sind am Morgen in mehrere Braunkohle-Tagebaue im Lausitzer Revier sowie im Gebiet um Leipzig eingedrungen. Wie die Organisation "Ende Gelände" mitteilte, gelangten jeweils Hunderte Demonstranten in die Tagebaue Welzow-Süd in Brandenburg sowie Vereinigtes Schleenhain im Grenzgebiet zwischen Sachsen und Sachsen-Anhalt bei Leipzig. Weitere Hunderte Aktivisten beteiligten sich demnach an Aktionen in und um den brandenburgischen Tagebau Jänschwalde.

Karte der Tagebaue Vereinigtes Schleenhain, Jänschwalde und Welzow-Süd
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Demonstranten drangen in die Tagebaue Jänschwalde und Welzow-Süd in Brandenburg und Vereinigtes Schleenhain im Grenzgebiet zwischen Sachsen und Sachsen-Anhalt ein.

"Ziviler Ungehorsam"

Die Kohlegegner wollen damit gegen die aus ihrer Sicht unzureichende Klimapolitik der Bundesregierung protestieren. "Wir befinden uns an einem kritischen Punkt. Das Zeitfenster, um die Klimakrise zu stoppen, schließt sich rapide", erklärte Sprecher Johnny Parks.

Nach den bundesweiten Klimaprotesten am Freitag gehe die Bewegung nun einen Schritt weiter und leiste zivilen Ungehorsam, fügte Sprecherin Sina Reisch hinzu. "Während wir handeln, diskutiert die Bundesregierung ein vollkommen unzureichendes Kohleausstiegsgesetz. Leider hat dieses politische Versagen System."

Reisch fordert aber nicht nur einen schnellen, sondern auch einen "sozial gerechten Strukturwandel" in der Lausitz. Der dringend notwendige Kohleausstieg dürfe nicht auf dem Rücken der Beschäftigten umgesetzt werden, sagte die Sprecherin. Das zur Abfederung des Strukturwandels vorgesehene Geld in Milliardenhöhe müsse "wirklich der Region und den dort lebenden Menschen zugute kommen" und dürfe nicht "den Kohlekonzernen den Kohleausstieg vergolden". 

Mehrere tausend Klimaaktivisten dringen in Tagebaue ein
tagesschau 16:20 Uhr, 30.11.2019

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"Die Friedlichkeit können wir nicht bestätigen"

In Jänschwalde kam es zu Rangeleien zwischen Polizei und Aktivisten. Dabei seien drei Beamte leicht verletzt worden, sagte Brandenburgs Polizeisprecher Torsten Herbst. Bei Leipzig hätten die Protestierer gewaltsam und mit Schlägen und Tritten Polizeiketten durchbrochen. "Die Friedlichkeit können wir nicht bestätigen", sagte Polizeisprecher Andreas Loepki zu Äußerungen von "Ende Gelände" vorab, dass es keine Aktionen gegen Menschen geben werde.

Der Braunkohletagebau Jänschwalde befindet sich wegen fehlender Umweltverträglichkeitsprüfungen derzeit auf gerichtliche Anordnung hin in einem sogenannten Sicherheitsbetrieb. Das Kraftwerk Jänschwalde gilt als eines der klimaschädlichsten in Europa.

Kraftwerk Jänschwalde auf Minium heruntergefahren

Das Energieunternehmen Leag fuhr das Kraftwerk Jänschwalde wegen der Blockaden auf ein Minimum herunter. Durch die Besetzung der Gleise werde der Kohle-Nachschub unterbrochen, erläuterte Leag-Sprecher Thoralf Schirmer. Es gehe darum, mit der Kohle, die im Kraftwerk lagert, zu haushalten. Davon hänge die Fernwärmeversorgung der Städte Cottbus und Peitz ab.

Wie es in den Tagebauen weiter gehen sollte, war zunächst offen. Die Polizei werde sich selbst nicht in Gefahr bringen, sagte Sprecher Loepki in Leipzig. Deswegen seien die Beamten den Aktivisten auch nicht hinterher gerannt, als sie auf das Tagebaugelände stürmten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 30. November 2019 um 10:00 Uhr.

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