Kerzen auf dem Spielplatz in Köthen | Bildquelle: ALEXANDER BECHER/EPA-EFE/REX/Shu

Todesfall in Köthen Zwei Afghanen in Untersuchungshaft

Stand: 10.09.2018 07:57 Uhr

Nach dem Tod eines 22-Jährigen in Köthen ist gegen zwei Afghanen Haftbefehl erlassen worden. Der Mann starb an Herzversagen. Nach einem Aufruf rechter Gruppen kamen gestern Abend 2500 Menschen zu einer Kundgebung.

Nach dem Tod eines 22-Jährigen in Köthen in Sachsen-Anhalt ist es gestern Abend in der Stadt zu Demonstrationen gekommen. Rund 2500 Menschen folgten nach Polizeiangaben einem Aufruf rechter Gruppierungen in sozialen Netzwerken zu einer Kundgebung in Köthen.

Dagegen protestierten demnach rund 200 Teilnehmer. Die Veranstaltung war von der Linkenabgeordneten Henriette Quade angemeldet worden. Initiativen wie "Dessau nazifrei" schlossen sich an.

Die Polizei war nach den Ereignissen in Chemnitz auf Proteste eingestellt und erhielt Verstärkung unter anderem aus Niedersachsen und Berlin.

Polizei in Köthen | Bildquelle: dpa
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Unter Polizeipräsenz fand die Kundgebung rechter Gruppen statt.

Todesursache Herzversagen

Am Abend erließ ein Richter gegen zwei afghanische Staatsbürger Haftbefehl wegen des Verdachts der Körperverletzung mit Todesfolge. Sie sollen in der Nacht zu Sonntag an einem Spielplatz mit anderen Männern aneinandergeraten sein. Dabei starb ein 22 Jahre alter deutscher Staatsbürger.

Eine Obduktion des Toten ergab, dass er einem Herzversagen erlag. Die Todesursache steht nach dem vorläufigen Obduktionsergebnis nicht im direkten Zusammenhang mit den erlittenen Verletzungen des jungen Mannes, wie Polizei und Staatsanwaltschaft in Dessau-Roßlau mitteilten.

Über die Umstände des Todesfalls gaben die Ermittlungsbehörden zunächst keine weitere Auskunft. Es werde "in alle Richtungen" ermittelt, hieß es lediglich. Sachsen-Anhalts Justizministerin Anne-Marie Keding und Innenminister Holger Stahlknecht (beide CDU) kündigten für den späten Vormittag eine Pressekonferenz an.

Aufruf zur Besonnenheit

Stahlknecht erklärte, er bedauere den Todesfall zutiefst und habe "vollstes Verständnis für die Betroffenheit unserer Bürgerinnen und Bürger". "Dennoch bitte ich um Besonnenheit", erklärte Stahlknecht  und kündigte an, man werde "alle Mittel des Staates konsequent einsetzen".

Der Köthener Oberbürgermeister Bernd Hauschild (SPD) hatte den Bürgern der Stadt auf Facebook von einer Teilnahme am dem sogenannten Trauermarsch abgeraten, da auch gewaltbereite Gruppen von außerhalb der Stadt "in großer Zahl anreisen" wollten. Zudem warnte er, Köthen dürfe "kein zweites Chemnitz" werden.

Auch der Kirchenpräsident der Evangelischen Landeskirche Anhalts, Joachim Liebig, mahnte zur Besonnenheit. "Jede politische Instrumentalisierung ist abzulehnen und würde zu einer Eskalation führen, die schreckliche Folgen haben könnte", erklärte Liebig auch mit Blick auf die Vorfälle in Chemnitz in den vergangenen Tagen.

Köthen: 22 Jähriger stirbt nach Streit an Herzversagen
tagesthemen 22:45 Uhr, 09.09.2018, Andreas Franz, MDR

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Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 09. September 2018 um 22:45 Uhr.

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