Ein Polizist steht vor der Apotheke am Kölner Hauptbahnhof, in der die Geiselnahme stattfand. | Bildquelle: dpa

Generalbundesanwalt zu Köln Hinweise auf islamistisches Motiv

Stand: 17.10.2018 16:29 Uhr

Die Bundesanwaltschaft sieht "zureichende Anhaltspunkte für einen radikal-islamistischen Hintergrund" der Geiselnahme in Köln: Der Verdacht gehe aus Zeugenaussagen und Äußerungen des Täters hervor.

Der Geiselnehmer vom Kölner Hauptbahnhof könnte nach Ansicht der Bundesanwaltschaft ein terroristisches Motiv gehabt haben: "Nach dem bisherigen Erkenntnisstand liegen zureichende Anhaltspunkte für einen radikal-islamistischen Hintergrund der Tat vor", hieß es in einer Mitteilung aus Karlsruhe.

Die Anhaltspunkte ergäben sich unter anderem aus Zeugenangaben, denen zufolge der Beschuldigte behauptet haben soll, er sei Mitglied der Terrormiliz IS und wolle nach Syrien ausreisen. Zudem soll er die Freilassung einer Frau gefordert haben, deren Mann sich terroristisch betätigt haben soll.

Hintergründe zur Tat
Morgenmagazin, 17.10.2018, Antraud Cordes-Strehle

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Ermittlungen wegen möglicher Hintermänner

Die Bundesanwaltschaft hatte am Dienstag die Ermittlungen übernommen. Es gilt insbesondere zu klären, ob der Beschuldigte den Angriff als Mitglied des islamistischen IS begangen hat und ob es bislang unbeteiligte Tatbeteiligte oder Hintermänner gab. Konkret werden ihm versuchter Mord in zwei Fällen und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.

Bei dem Verdächtigen handelt es sich um einen 55-jährigen Syrer, der in Köln als Flüchtling anerkannt ist. Er hatte am Montag zunächst einen Brandanschlag in einem Schnellimbiss am Kölner Hauptbahnhof verübt und dabei eine 14-Jährige schwer verletzt. Anschließend hatte er in einer Apotheke eine Geisel genommen und sie ebenfalls leicht verletzt.

Der 55-Jährige selbst wurde niedergeschossen und schwer verletzt, als ein Sondereinsatzkommando der Polizei die Filiale stürmte.

Vermummte Polizeibeamte vor dem Kölner Hauptbahnhof. | Bildquelle: dpa
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Vermummte Polizeibeamte vor dem Kölner Hauptbahnhof. Das Sondereinsatzkommando hatte die Geiselnahme in einer Apotheke am Montag beendet.

Gaskartuschen und Brandbeschleuniger als Tatwerkzeuge

Die Kölner Polizei geht davon aus, dass er mit dem Brandanschlag möglichst viele Menschen treffen wollte. So hatte er unter anderem einen mit präparierten Gaskartuschen und Brandbeschleuniger gefüllten Koffer dabei. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung fand die Polizei weiteres Benzin und religiöse Botschaften an den Wänden, die sich aber nicht konkret auf den IS beziehen.

Nach Polizeiangaben war der 55-Jährige schwer traumatisiert und deshalb arbeitsunfähig. In der Vergangenheit war er immer wieder straffällig geworden, unter anderem wegen Betrugs, Ladendiebstahls und eines Rauschgiftdelikts. Zeugen zufolge machte er während der Tat einen stark alkoholisierten und verwahrlosten Eindruck.

Über dieses Thema berichtete das ARD-Morgenmagazin am 17. Oktober 2018 um 08:38 Uhr.

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