An einer Schultafel steht Abitur und darunter hängt eine medizinische Maske | picture alliance / Eibner-Presse

Kultusministerkonferenz Abiturprüfungen sollen stattfinden

Stand: 08.04.2021 21:00 Uhr

Die Kultusminister der Länder haben beschlossen, dass die Abiturprüfungen trotz Corona-Pandemie stattfinden sollen. Zudem sollen die Schulen so weit wie möglich offengehalten werden.

Die Abiturientinnen und Abiturienten in Deutschland sollen ihre Prüfungen in diesem Jahr trotz Corona-Pandemie ablegen. Das gaben die Kultusministerinnen und Kultusminister nach der Kultusministerkonferenz (KMK) bekannt. "Den Abschlussjahrgängen an unseren Schulen können wir mitteilen, dass sie ihre Prüfungen werden ablegen können", so die Präsidentin der KMK, Britta Ernst.

Zudem verständigten sich die Kultusminister darauf, die Schulen "so weit wie möglich prioritär offen zu halten". "Die Bildungspolitik steht auch in dieser schwierigen Phase der Corona-Epidemie in der Verantwortung, Kindern und Jugendlichen den Zugang zu Bildung und Unterricht zu gewährleisten", sagte Ernst. "Darum ist es unser gemeinsames Ziel, so viel Präsenzunterricht wie möglich anzubieten."

Testmöglichkeiten sollen ausgebaut werden

Helfen sollen dabei flächendeckende Tests an den Schulen. "Die Testmöglichkeiten sollen so ausgebaut werden, dass allen Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrkräften und sonstigen an Schulen Beschäftigten zweimal wöchentlich die Möglichkeit für einen Selbsttest angeboten werden kann", so die KMK.

Die Kultusministerkonferenz hatte auch Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen eingeladen, um sich von ihnen beraten zu lassen. "Die Aussetzung des Präsenzunterrichts sollte nicht als primäres Mittel der Pandemiebekämpfung gesehen werden, sondern als zusätzliche Maßnahme nach Ausschöpfung kontaktbeschränkender Maßnahmen in anderen Lebensbereichen", sagte Gerard Krause, Leiter der Abteilung für Epidemiologie am Helmholtz Zentrum für Infektionsforschung.

Keine einheitliche Linie

Auf einheitliche Schritte verzichteten die Länder jedoch. Mehrere Länder hatten schon angekündigt, dass die meisten Schülerinnen und Schüler nach den Osterferien mit Homeschooling unterrichtet werden. In Nordrhein-Westfalen wird beispielsweise mit Ausnahme der Abschlussklassen ab Montag Distanzunterricht für alle anderen Schüler stattfinden, wie Schulministerin Yvonne Gebauer bekanntgab.

In Baden-Württemberg kündigte die Landesregierung wiederum eine neue Teststrategie an. Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler und auch Hausmeister dürfen ab 19. April ohne negativen Corona-Test nicht mehr am Unterricht teilnehmen oder das Gelände betreten, wenn es mehr als 100 Corona-Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner an drei aufeinanderfolgenden Tagen gibt.

Kritik am Ergebnis der KMK

In Mecklenburg-Vorpommern hingegen hat der Unterricht nach zehntägiger Osterpause bereits begonnen. Dabei kehrten in weiten Teilen des Landes die Schüler der Klassen eins bis sechs sowie der Abschlussklassen zum Präsenzunterricht in ihre Schulen zurück.

Der Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung, Udo Beckmann, kritisiert die uneinheitliche Vorgehensweise der Länder. "Obgleich auch in der Politik die einsichtigen Stimmen zuletzt lauter wurden, dass es für Schule endlich verbindliche, bundeseinheitliche, evidenz- und indikatorbasierte Regelungen braucht, liefert das Ergebnis der Kultusministerkonferenz wieder einmal das Gegenteil."

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 08. April 2021 um 21:30 Uhr.