Eine Mund-Nasen-Bedeckung liegt neben einem Stiftetui auf einem Schultisch.  | picture alliance/dpa

Coronalage an Schulen Kultusminister wollen Schulbetrieb sichern

Stand: 05.01.2022 11:34 Uhr

Die Schulen sind derweil digital zwar deutlich besser aufgestellt als im vergangenen Pandemie-Winter, doch die Kultusminister ziehen den Präsenz- einem Distanzunterricht vor. Heute beraten sie, wie der Schulbetrieb trotz Omikron-Welle gesichert werden kann.

In einer Sonderschalte beraten die Kultusministerinnen und -minister der Länder heute über die Situation an den Schulen vor dem Hintergrund der unmittelbar bevorstehenden Omikron-Welle. Zur Wochenmitte läuft in der Hälfte der Bundesländer nach den Weihnachtsferien wieder der Unterricht. Millionen weitere Schülerinnen und Schüler kehren nächste Woche zurück.

Bei den Beratungen geht es darum, wie der Schulbetrieb auch bei stark steigenden Infektionszahlen aufrechterhalten werden kann. Vorab machten Vertreter mehrerer Bundesländer deutlich, dass erneute Schulschließungen im großen Stil nicht zur Debatte stehen, und forderten vereinfachte Quarantäneregeln.

Es wird erwartet, dass die Kultusminister der Ministerpräsidentenkonferenz mit Bundeskanzler Olaf Scholz am Freitag empfehlen werden, die Schulen trotz angespannter Infektionslage geöffnet zu lassen. Die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz (KMK), Schleswig-Holsteins Kultusministerin Karin Prien, sprach sich bereits klar gegen Schulschließungen aus. Das begründete sie auch damit, dass es bisher keine Hinweise gebe, dass die Omikron-Variante für Schulkinder gefährlicher sei als die bis zu den Ferien dominierende Delta-Variante.

Stark-Watzinger: "Wir unterstützen als Bund"

Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger appellierte an die Runde, weiterhin auf Schulschließungen zu verzichten. "Ich hoffe sehr, dass sich die Kultusministerkonferenz dafür aussprechen wird, die Schulen auch mit Omikron offen zu halten", sagte sie der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Wir unterstützen als Bund mit allem, was notwendig ist, um das zu ermöglichen."

Die Schulen seien durch Testen, Maskentragen und Hygienemaßnahmen weitgehend sichere Orte. Sie wirkten stabilisierend und seien bisher keine Pandemietreiber. Präsenzunterricht müsse trotz Omikron "absolute Priorität haben". 

GEW: Unterricht in Präsenz - aber nicht um jeden Preis

Die Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbands, Susanne Lin-Klitzing, forderte in den Funke-Zeitungen mit Blick auf die Beratungen ein bundesweites Konzept für den Unterricht unter Omikron-Bedingungen. Notwendig sei ein einheitlicher Stufenplan, "der sich an Inzidenz, Impfquote und Hospitalisierungsrate orientiert und je nach Lage vor Ort entsprechend umgesetzt werden kann".

Bildungsgewerkschaften sprachen sich grundsätzlich für offene Schulen aus. Gleichzeitig sind sie dagegen, Schließungen auszuschließen. Die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Maike Finnern, sagte im Sender n-tv: "Ganz ehrlich, es werden nicht alle Schulen aufbleiben können. Das muss man deutlich so sagen." Sie verwies auf die Vorweihnachtszeit, in der es an längst nicht mehr allen Schulen Präsenzunterricht gegeben habe. Unterricht in Präsenz sei erste Wahl, "aber auch nicht um jeden Preis", sagte Finnern.

Deutlich bessere digitale Ausstattung von Schulen

Sollte eine Rückkehr zu Distanz- oder Wechselunterricht notwendig werden, sieht KMK-Chefin Prien die Schulen besser aufgestellt als noch im vergangenen Winter. "Die Schulen sind heute deutlich besser vorbereitet auf diesen Weg des Unterrichtens, der allerdings nie optimal ist", sagte Prien den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Es habe bei der digitalen Ausstattung der Schulen einen Riesenschritt nach vorn gegeben, und auch bei der Anwendung digitaler Medien im Unterricht hätten die Lehrkräfte ihre Didaktik angepasst.

Die Kultusministerkonferenz sei sich aber einig, dass der Präsenzunterricht Priorität habe. "Wichtig ist, dass wir die Schulen nicht als erstes, sondern als letztes schließen", sagte Prien.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 05. Januar 2022 um 10:00 Uhr.