Frankfurt/Main: Mit Mundschutzmasken sitzen Schülerinnen und Schüler der fünften Klasse eines Gymnasiums in Frankfurt im Unterricht. | Bildquelle: dpa

Corona-Krise in Deutschland Schul-Neustart soll stufenweise erfolgen

Stand: 04.01.2021 15:02 Uhr

Sobald es die Infektionszahlen zulassen, wollen die Kultusminister die Schulen stufenweise wieder öffnen. Allerdings ist damit nicht vor dem Ende des Lockdowns zu rechnen - und der wird offenbar bis zum 31. Januar verlängert.

Die Kultusminister wollen die Schulen stufenweise wieder öffnen, sobald es die Corona-Infektionszahlen erlauben. "Sollte es zu Lockerungen der im Dezember 2020 beschlossenen Maßnahmen kommen, müssen die Schulen von Anfang an dabei sein", heißt es in einem Beschluss der Kultusministerkonferenz.

Für den Neustart an den Schulen planen die Minister ein dreistufiges Verfahren: Erst dürfen demnach die Klassenstufen 1 bis 6 in den Präsenzunterricht zurückkehren. In Stufe zwei soll es dann ergänzenden Wechselunterricht an den allgemeinbildenden und beruflichen weiterführenden Schulen ab Jahrgangsstufe 7 geben. Erst eine dritte Stufe sieht die vollständige Rückkehr in den Regelbetrieb an allen Schulen vor. Ausnahmen soll es weiterhin für Abschlussklassen geben, damit deren Vorbereitung auf Prüfungen "angemessen" begleitet werden könne.

Lockdown wird wohl verlängert

Die Kultusminister machen die Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts allerdings von einer Lockerung des derzeit geltenden Lockdowns abhängig. Und danach sieht es im Moment nicht aus: Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder wollen zwar erst morgen über die Fortführung der Corona-Maßnahmen entscheiden. Doch schon jetzt zeichnet sich eine Verlängerung des Lockdowns bis Ende Januar ab.

Wie die Nachrichtenagentur dpa meldet, hat sich die Mehrheit der Ministerpräsidenten bereits für eine solche Verlängerung bis zum 31. Januar ausgesprochen. Die von der Union geführten Länder hätten sich darauf am Sonntagabend verständigt. Ursprünglich sollte der Lockdown am 10. Januar enden, doch angesichts weiter hoher Infektionszahlen ist dieses Datum offenbar vom Tisch.

"Wir müssen volle Klassen vermeiden"

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hatte bereits vor der heutigen Sitzung der Kultusminister Zweifel an einer raschen Rückkehr zum Regelbetrieb an den Schulen geäußert. Die Infektionszahlen seien "weiter besorgniserregend hoch" und die Auswirkungen der Feiertage auf die Corona-Lage noch unklar. Sie sprach sich in den Zeitungen der Funke Mediengruppe gegen "eine vollständige Rückkehr zum vollständigen Präsenzunterricht in allen Jahrgängen" aus. Die Lage an den Schulen werde in den nächsten Wochen schwierig bleiben.

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, hatte ebenfalls erklärt, dass er einen normalen Präsenzunterricht derzeit nicht für möglich halte. Im ARD-Morgenmagazin plädierte er für einen Wechselunterricht mit Abstandsregelungen besonders für die Grundschüler und Distanzunterricht für älteren Jahrgänge. "Wir müssen volle Klassen bei diesem hohen Infektionsgeschehen vermeiden", sagte Meidinger. Er forderte aber auch, die Abschlussjahrgänge zu einem ordentlichen Abitur oder mittlerer Reife zu führen. "Im Einzelfall müssten Prüfungsanforderungen angepasst werden."

Zugleich machte Meidinger den Schulministerien Vorwürfe. Sie hätten im Frühjahr einen schweren Fehler gemacht, da sie es versäumt hätten, die Schulen digital nachzurüsten. "Da ist in diesem halben Jahr zu wenig passiert", sagte er. Die Auswirkungen des Lockdowns auf die Schulen seien falsch eingeschätzt worden.

Vorläufiger Präsenz-Unterricht soll in drei Stufen erfolgen
tagesthemen 22:45 Uhr, 04.01.2021, Nicole Kohnert, WDR

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Schüler wollen Wechselmodell

Die Bundesschülerkonferenz hatte vor der Sitzung der Kultusminister einen Start der Schulen nach dem 10. Januar im Wechselmodell gefordert. "Wir müssen die Schulen jetzt auf Wechselmodelle vorbereiten und jüngere Schülerinnen und Schüler sowie Abschlussklassen hierbei bevorzugen", sagte der Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz, Dario Schramm. Außerdem forderte er einen Nachteilsausgleich für die anstehenden Abschlussprüfungen.

Karliczek fordert: Vorerst kein Präsenzunterricht - höchstens an Grundschulen
Marcel Heberlein, ARD Berlin
04.01.2021 06:38 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 04. Januar 2021 um 11:00 Uhr.

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