Studie zur Dienstzeit von Klinikärzten Überstunden bringen Mediziner an Gesundheitsgrenzen

Stand: 11.03.2013 13:51 Uhr

Drei von vier Klinikärzten sind laut der Medizinergewerkschaft Marburger Bund durch zu lange Arbeitszeiten überlastet. Fast jeder zweite Arzt gab in einer Umfrage an, dass seine Wochenarbeitszeit inklusive Überstunden und Bereitschaftsdiensten im Schnitt zwischen 49 und 59 Stunden liegt. Ein Viertel der Ärzte arbeitet pro Woche 60 bis 79 Stunden. Drei Prozent sind durchschnittlich mehr als 80 Stunden im Dienst.

Überstunden oft ohne Bezahlung

Der Vorsitzende des Marburger Bundes, Rudolf Henke, nannte die Arbeitszeiten an deutschen Kliniken "ungesund". Er warnte davor, dass die Klinikärzte Patienten nicht mehr optimal helfen könnten. Dazu passt, dass mehr als 70 Prozent der Befragten darüber klagen, dass durch die langen Arbeitszeiten ihre eigene Gesundheit beeinträchtigt werde.

Von den befragten Ärzten gaben etwa 20 Prozent an, keine Bezahlung ihrer Überstunden zu erhalten. "Faktisch gehen 30.000 Ärzte im Volldienst regelmäßig leer aus, wenn sie Mehrarbeit leisten", kritisierte Henke. An der Online-Befragung beteiligten sich insgesamt 3309 Krankenhausärzte.

Tarifverhandlungen über mehr Geld

Am Dienstag startet der Marburger Bund mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder in Berlin Verhandlungen über Bezahlung und Arbeitsbedingungen in 20 Unikliniken. Die Gewerkschaft fordert 6,5 Prozent mehr Gehalt. Für die rund 50.000 Ärzte an kommunalen Krankenhäusern wurde bereits eine bessere Bezahlung ausgehandelt. Sie bekommen in diesem Jahr 2,6 Prozent mehr Lohn. 2014 folgt eine weitere Erhöhung um 2 Prozent.

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